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Neue Mobilität

A.T. Kearney: Carsharing entlastet Verkehr kaum

| Autor/ Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Maximiliane Reichhardt

Das Carsharing sogenannter Free-Floating-Anbieter soll Städte lebenswerter machen. Doch eine neue Studie stellt in Frage, dass es dadurch weniger Autoverkehr gibt.

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Eine neue Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney stellt den ökologischen Nutzen von Carsharing-Angeboten wie etwa Volkswagens „We Share“ in Frage
Eine neue Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney stellt den ökologischen Nutzen von Carsharing-Angeboten wie etwa Volkswagens „We Share“ in Frage
( Bild: Volkswagen AG )

Seit fast zehn Jahren machen sich in deutschen Großstädten sogenannte Free-Floating-Carsharing-Anbieter breit, die Fahrzeuge zur spontanen Anmietung in den Straßen bereitstellen. Das einst neuartige Verleihsystem wurde von Betreibern wie Car2Go oder Drive Now in Metropolen wie Hamburg oder Köln als ökologisch vorteilhaft angepriesen, da es Bewohnern den Verzicht aufs eigene Auto erleichtern soll. Eine neue Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney stellt jedoch genau diesen Nutzen in Zweifel.

Carsharing statt Fahrrad

Laut A.T. Kearney seien die Effekte des Carsharings in Hinblick auf die Verkehrsentlastung der Städte als auch für die Umwelt überschaubar. So behauptet Wulf Stolle, Partner bei der Unternehmensberatung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass sich, selbst wenn alle Bewohner dicht besiedelter Städte wie München oder Stuttgart aufs eigene Fahrzeug verzichten, die Zahl der Fahrzeuge um lediglich fünf Prozent verringern würde.

Die Studie mit dem Titel „The Demystification of Carsharing“ unterstellt sogar einen negativen Effekt: Denn getrieben von Preiskämpfen seien die Mietpreise bei den Free-Floating-Anbietern zum Teil derart günstig, dass mancher Nutzer vom ÖPNV oder Fahrrad auf das Carsharing-Auto umsteige. Die Carsharing-Nutzung ergänze so bestenfalls den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem könne der private Autobesitz den Menschen Vorteile bieten, die sie bei Carsharing-Angeboten vermissen – wie beispielsweise permanente Verfügbarkeit, persönliche Freiheit und Privatsphäre.

Was A.T. Kearney den Anbietern rät

A.T. Kearney empfiehlt eine enge Zusammenarbeit mit den Stadtverwaltungen, um die Carsharing-Fahrzeuge besser in das öffentliche Verkehrsnetz zu integrieren. So könnten zum Beispiel Vorteile wie extra für Carsharing-Nutzer reservierte Parkplätze ausgehandelt werden. Die Unternehmensberatung rät außerdem, Carsharing-Städte nach der Bevölkerungsdichte auszuwählen und vor allem potenzielle jüngere Kunden durch Marketingmaßnahmen anzusprechen.

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