Leichtbau-Gipfel 2018

Audi A8: „Komplette Bandbreite an Materialien“

| Autor: Svenja Gelowicz

Vor rund 230 Teilnehmern referierte der Leichtbau-Spezialist Frank Venier vom Audi-Leichtbau-Zentrum über Leichtbau-Technologien im Flaggschiff A8.
Vor rund 230 Teilnehmern referierte der Leichtbau-Spezialist Frank Venier vom Audi-Leichtbau-Zentrum über Leichtbau-Technologien im Flaggschiff A8. (Bild: Stefan Bausewein)

Der Audi A8 ist das Beispiel schlechthin für gelungenen Leichtbau: Frank Venier vom Audi-Leichtbau-Zentrum startete den diesjährigen »Automobil Industrie« Leichtbau-Gipfel mit einer Keynote über die Multimaterialbauweise im neuen A8 und die vierte Generation des „Audi Space Frame“.

Leichtbau für die Mobilität von morgen: Mit einer Keynote über Strategien der OEMs und dem Beispiel des Vorzeigeprojektes Audi A8 fällt am Dienstag (13. März) der Startschuss für den siebten »Automobil Industrie« Leichtbau-Gipfel. Vor gut 230 Teilnehmern referierte der Spezialist Frank Venier vom Audi-Leichtbau-Zentrum über Leichtbau-Technologien im Flaggschiff A8.

Die VW-Tochter setzt gerade in puncto Elektrifizierung des Antriebsstrangs darauf, Gewicht zu reduzieren. „Reine Reichweitenbetrachtung bringt uns nicht weiter“, stellt Venier eingangs fest. Es müsse immer ein Gesamtsystem entstehen – in dem Punkte wie Reifentraglastklassen und auch Führerscheinklassen betrachtet werden. Denn die könnten leicht geknackt werden.

Der berühmte Satz „Der richtige Werkstoff an der richtigen Stelle“, geprägt von Audi-Leichtbauchef Heinrich Timm gilt noch immer und auch noch für künftige E-Architekturen. „Genauso gilt das Ziel wirtschaftlicher Leichtbau“, sagt Frank Venier. Audi setzt laut Venier mittlerweile eine komplette Bandbreite an Materialien ein. Doch: Warum wechselte Audi nun von der Alumininiumkarosse zum Multimaterialmix; und was wurde speziell für den A8 weiterentwickelt?

Diese Materialien stecken im Audi Space Frame.
Diese Materialien stecken im Audi Space Frame. (Bild: Svenja Gelowicz/Automobil Industrie)

Die vierte Generation des Audi Space Frame

Stand heute: Es gibt mehr als eine Million Audi-Modelle, die mit dem Audi Space Frame(ASF)-Konstruktionsprinzip gefertigt wurden. Der ASF, quasi ein Fachwerk aus Aluminiumbauteilen, Strangpressprofilen, Gussteilen und Aluminiumblechen, ist mittlerweile in der vierten Generation – intern D5 genannt. Für die neueste Generation hat das AFS zum Beispiel auch Stahlanteile bekommen.

Venier begründet dies vor allem mit den neuen Anforderungen, die gerade in Hinsicht auf Crashverhalten und Elektrifizierung steigen – von den Märkten und von den Zulassungsbehörden. Doch nicht nur: Auch die Audi-internen Voraussetzungen steigen, im Premiumsegment spiele maximale Sicherheit natürlich eine wesentliche Rolle.

Audi setzt auf einen Dreiklang aus Systemen, um diese maximale Crashsicherheit zu erreichen:

  • Multimaterialmix
  • Konstruktiver Leichtbau
  • Aktives System

Denn erst die Kombination aus Materialleichtbau und konstruktiven Leichtbau – um im Crash-Fall die Kraftableitung sauber auszugestalten – könne ein gutes Crashverhalten gewährleisten. Ergänzend kommt noch ein „Predictive Safety Crash Side Assistance“-System dazu. Über das aktive Fahrwerk kann das Fahrzeug im Crashfall leicht angehoben werden, damit die Strukturen im Bereich des Schwellers und der B-Säule vorteilhafter zum Tragen kommen. Diese drei Konstruktionselemente könnten den Crash deutlich verbessern.

Audis Material-Toolbox

Im Audi A8 wurden 29 verschiedene Materialien eingesetzt. Diese setzen sich zusammen aus Stählen, Aluminiumstrangpressprofilen, Aluminiumdruckgussteilen, Blechbauteilen aber auch Schmiedeteilen – und zum ersten Mal im A8 wurde die Magnesium-Domstrebe eingesetzt. Stolz ist Venier auch auf die Carbonrückwand: Diese CFK-Montagerückwand spart im Vergleich zum Vorgänger 50 Prozent an Gewicht – bei gleichzeitiger Funktionsverbesserung, so der Leichtbau-Experte von Audi.

Leichtbau-Gipfel 2018

Kommt der Leichtbau unter die Räder – angesichts der Megatrends Elektromobilität, Konnektivität und automatisiertes Fahren? Im Gegenteil: Die neuen Disziplinen verleihen dem Leichtbau sogar neuen Schwung. Denn sie kommen auf die bestehenden Anforderungen an die Fahrzeugarchitektur obendrauf, und sie lassen sich nur mit Leichtbaumaßnahmen stemmen, etwa um Lastgrenzen einzuhalten.

Auf dem »Automobil Industrie« Leichtbau-Gipfel 2018 dreht sich alles um den Leichtbau für die Mobilität von morgen. Umrahmt wird der Gipfel von einer großen Ausstellung, der sogenannten Leichtbau-City, mit zahlreichen Innovationen und Exponaten. Darin integriert – erstmals in diesem Jahr: der Start-up-Campus mit neuen Entwicklungen und Produkten von Hochschulen und jungen Unternehmen.

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