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Audi Q3 Sportback: Schräge Alternative

| Autor/ Redakteur: Ampnet/Jens Meiners / Christian Otto / Jens Scheiner

Audi hat jetzt mit dem Q3 Sportback eine sportlich-aggressive Alternative zum Q3 im Programm: Die viertürige Coupé-Variante ist nicht ganz so geräumig wie das Schwestermodell, punktet aber mit einem neuen Antriebskonzept.

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Audi hat jetzt mit dem Q3 Sportback eine sportlich-aggressive Alternative zum Q3 im Programm.
Audi hat jetzt mit dem Q3 Sportback eine sportlich-aggressive Alternative zum Q3 im Programm.
(Bild: Audi)

Die Entscheidung für ein SUV ist nie so ganz rational. Wer benötigt heute noch große Bodenfreiheit und Geländetauglichkeit? Tatsächlich geht es darum, ein bisschen Abenteuer in eine zunehmend regulierte Umwelt zurückzuholen – und die entsprechende Ästhetik. Um Praktikabilität geht es dabei weniger. Wer den neuen Q3 mag, jedoch einen etwas extravaganteren Auftritt wünscht, für den hat Audi jetzt eine sportlich-aggressive Alternative im Programm: Den Q3 Sportback, eine viertürige Coupé-Variante, bei der die Ingenieure im Sinne einer eigenständigen Formgebung erheblich in die Karosserie eingegriffen haben.

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Tatsächlich sind lediglich Motorhaube und vordere Kotflügel mit dem regulären Q3 identisch. Das Dach ist um knapp drei Zentimeter niedriger, die Frontscheibe steht flacher und die Türen sind neu gestaltet, um mit einer markanten Taillierung die Kotflügelverbreiterungen zu betonen. Zudem ist das Heck etwas weiter herausgezogen, damit es keine Einbußen beim Kofferraumvolumen gibt: Auch der Q3 Sportback fasst 530 Liter Gepäck nur bei dachhoher Beladung sinkt die Kapazität um 125 Liter auf immer noch stolze 1.400 Liter.

Kurzfristige Zusatzpower durch Boost-Funktion

Unter der Haube steckt prinzipiell das gleiche Motorenprogramm wie beim Q3, mit einem wichtigen Unterschied: Der Sportback bekommt als erster Audi überhaupt einen neuartigen 1,5-Liter-TFSI-Ottomotor, bei dem im Rahmen einer 48-Volt-Hybridisierung der sanfte Riemen-Starter-Generator mit einer Boost-Funktion aufwartet. Beim Start und bei niedrigen Geschwindigkeiten stehen so bis zu zehn Sekunden lang zwölf PS und 50 Newtonmeter Drehmoment zusätzlich zur Verfügung. Gleichzeitig rekuperiert das System nicht nur im Schubbetrieb, sondern auch beim Bremsen.

In der Praxis bedeutet das, dass der Q3 35 TFSI mit diesem 150 PS starken Einstiegsaggregat deutlich kraftvoller wirkt als er nominell ist. Das System ist übrigens an die Sieben-Gang-Doppelkupplungs-Automatik zwangsgekoppelt; es gibt den 35 TFSI auch mit einer Sechs-Gang-Handschaltung, die wiederum ihre eigenen Reize entfaltet. Beide Versionen sind zunächst mit Frontantrieb ausgerüstet. Spitzenbenziner ist der 45 TFSI mit 230 PS starkem 2,0-Liter-TFSI-Motor, und es gibt zwei Dieselmotoren: Einen 150 PS starken 2,0-Liter-TDI im 35 TDI und eine 190-PS-Variante im 40 TDI. Die stärkeren Modelle haben serienmäßig Allradantrieb.

Die Motoren passen gut zum Q3 Sportback; während die Ottomotoren seidenweich ans Werk gehen und sich schön nach oben ausdrehen lassen, arbeiten die Dieselmotoren mit kräftigem Drehmoment und nochmals deutlich günstigeren Verbrauchswerten. Allerdings deutet die beim großen Benziner zum Start angezeigte Reichweite von 460 Kilometern auf einen größeren Durst an der Zapfsäule hin.

Straffes Fahrwerk mit einer direkten Lenkübersetzung

Die gebotene Leistung lässt sich in jedem Fall perfekt auf die Straße bringen, zumal beim Q3 Sportback – im Gegensatz zum regulären Q3 – das Sportfahrwerk stets zur Serienausstattung gehört. Das Radprogramm beginnt bei 17 Zoll. Und die sehr direkte Progressivlenkung gehört hier ebenfalls zum Standard. Übersetzt bedeutet dies eine sportlich betonte, jedoch nicht übertrieben straffe Fahrwerksabstimmung, mit der sich flotte Kurvenstrecken ebenso wie lange Autobahnetappen perfekt absolvieren lassen. Der marginal niedrigere Schwerpunkt bleibt unerheblich.

Das aus dem normalen Q3 bekannte Cockpit wirkt nach wie vor ungewöhnlich modern. Mit präzisen, scharf gezogenen Linien und großzügiger Verglasung setzt es einen futuristischen Akzent – jedenfalls dann, wenn man sich mindestens für das 475 Euro teure MMI Radio Plus entscheidet. Sonst klafft ein zwar praktisches, optisch jedoch wenig ansprechendes Ablagefach in der Armaturentafel. Richtig elegant wirkt der Q3 Sportback, wenn die obere Dekorfläche in Alcantara ausgeführt wird. Das bietet kein anderes SUV. Gegen Aufpreis gibt es übrigens auch eine Reihe von Assistenzsystemen und Telematik-Optionen, die das Angebot der meisten anderen Hersteller übertreffen. Einen Unterschied bietet die Sportback-Version dann doch noch zum klassischen Bruder: Das sonst identische Entertainmentsystem wird um Amazon Alexa erweitert. Damit haben Kunden Zugriff auf 80.000 sogenannte Skills und können beispielsweise auch ihr Smart Home steuern.

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Der Aufpreis für die Sportback-Karosserie beträgt beim Einstiegsmodell genau 1.600 Euro; er steht damit für 36.000 Euro in der Preisliste. Dafür bekommt man – wie beim normalen Q3 – ein geradezu perfektes, sparsames und tadellos verarbeitetes SUV. Klar: Die flotte Dachform bietet keine sachlichen Vorzüge. Aber beim Kauf eines Premium-SUV geht es ja ohnehin nicht nur um Vernunftserwägungen.

Technische Daten Audi Q3 Sportback 35 TFSI

  • Maße: Länge x Breite x Höhe (m): 4,50 x 1,84 x 1,56
  • Radstand (m): 2,68
  • Motor: R4-Benziner, 1.498 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
  • Leistung: 110 kW / 150 PS bei 5.000–6.000 U/min
  • Max. Drehmoment: 250 Newtonmeter bei 1.500-3.500 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,6 Sekunden
  • WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,7 Liter
  • CO2-Emissionen: 130 g/km (Euro 6d-Temp)
  • Leergewicht / Zuladung: min. 1.008 kg / max. 412 kg
  • Kofferraumvolumen: 530–1.400 Liter
  • Bereifung: 215/65 R 17
  • Basispreis: 36.000 Euro

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