Suchen

Elektromobilität Batteriezellen: VW steigt groß bei Northvolt ein

| Autor: Svenja Gelowicz

Etwa 900 Millionen Euro steckt Volkswagen in das schwedische Batterieunternehmen Northvolt. Die Pläne für Batteriezellen aus Europa reichen jedoch deutlich weiter.

Firmen zum Thema

Volkswagen steigt groß beim schwedischen Batterie-Unternehmen Northvolt ein.
Volkswagen steigt groß beim schwedischen Batterie-Unternehmen Northvolt ein.
(Bild: Northvolt)

Bereits Anfang 2018 ist Volkswagen über die Lkw-Tochter Scania mit zehn Millionen Euro bei Europas großer Hoffnung für eigene Batteriezellen eingestiegen: dem schwedischen Start-up Northvolt. Die bauen in der Stadt Skellefteå im Norden Schwedens eine Batteriefabrik. Neben Scania sind beispielsweise BMW, Siemens und ABB Kunden von Northvolt.

Nun hat Volkswagen verkündet, 900 Millionen Euro in Northvolt zu investieren. Ein Teil der Anteile geht direkt an das schwedische Start-up. Die Wolfsburger übernehmen dafür 20 Prozent am Batteriezellhersteller und erhalten einen Sitz im Aufsichtsrat.

Der andere Teil des Geldes fließt in ein weiteres Vorhaben: Im Laufe des Jahres wollen die Unternehmen ein Joint Venture gründen, das eine 16-Gigawattstunden-Batteriezellfabrik im niedersächsischen Salzgitter aufbauen soll. VW-Vorstand Stefan Sommer sagt: „Mit Northvolt haben wir einen europäischen Partner gefunden, mit dem wir auch in Deutschland die Zell-Herstellung vorantreiben können.“

Northvolt sammelt eine Milliarde US-Dollar ein

Bereits Mitte Mai hat Volkswagen eine Batteriezellfertigung in Salzgitter angekündigt. Mit einem Partner wolle man spätestens Anfang 2023 dort die Produktion starten. Der Zeitplan verschiebt sich nun wohl nach hinten: Das Werk soll frühestens ab 2020 gebaut werden, die Fertigung der Zellen dann um den Jahreswechsel 2023/2024 losgehen. Der Volkswagen Konzern hat im Rahmen seiner E-Strategie allein in Europa einen jährlichen Bedarf von mehr als 150 Gigawattstunden ab 2025. Die gleiche Größe kommt nochmal in Asien dazu.

Northvolt gab derweil bekannt, rund eine Milliarde US-Dollar im Rahmen einer Kapitalerhöhung eingesammelt zu haben, an der sich unter anderem Volkswagen, die US-Investmentbank Goldman Sachs sowie der deutsche Autohersteller BMW beteiligt hätten. Ein BMW-Sprecher wollte laut der Deutschen Presseagentur zur Höhe der finanziellen Beteiligung seitens der Münchener keine Angaben machen. Northvolt will mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung seine ersten Lithium-Ionen-Batteriezellen in Schweden finanzieren.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45972297)

Über den Autor

 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin