Suchen

IAA 2013 Benchmark: Neue Leichtbau-Vordersitzstruktur von Brose

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Für ein Gemeinschaftsprojekt von Daimler und BMW hat der Mechatronikspezialist Brose einen Benchmark in Bezug auf Leichtbau gesetzt: Die Vordersitzstruktur ist rund 25 Prozent leichter als vergleichbare Serienprodukte. Gleichzeitig beweist der Zulieferer bei diesem Projekt seine globale Kompetenz in Entwicklung, Projektmanagement und Produktion.

Firmen zum Thema

Mit der modular aufgebauten Sitzstruktur setzt Brose einen Benchmark in Bezug auf intelligenten Leichtbau.
Mit der modular aufgebauten Sitzstruktur setzt Brose einen Benchmark in Bezug auf intelligenten Leichtbau.
(Foto: Brose)

„Leichtbau ist eine unserer zentralen Zielsetzungen. Wir arbeiten permanent an der Weiterentwicklung aller Einzelkomponenten, um sie im Gesamtsystem perfekt aufeinander abzustimmen – stets verbunden mit dem Anspruch, das Gesamtgewicht weiter zu reduzieren“, erklärt Periklis Nassios, Geschäftsführer Sitzsysteme. Diesem Anspruch folgend, ist es Brose gelungen, durch die Kombination von hochfesten Stählen, Kunststoff und den Einsatz effizienter Motoren das Gewicht der Vordersitzstruktur massiv zu reduzieren. Im Zuge der Entwicklung entstanden rund 30 Neuheiten bzw. Detailverbesserungen, wovon Brose etwa zwei Drittel zum Patent angemeldet hat. Ein Beispiel ist die elektrische Sitzneigungsverstellung: Der Großteil der Metallteile wurde hier durch Kunststoff ersetzt, weshalb diese Komponente nur noch 300 Gramm und damit rund 50 Prozent weniger wiegt als das Vorgängermodell – bei gleichzeitiger Kostenreduzierung um 20 Prozent. Dank des Einsatzes von hochfesten Stählen konnte zudem die Wandstärke des Seitenteils der Sitzunterstruktur von 2,2 auf 1,3 Millimeter reduziert werden. Das spart rund 30 Prozent Gewicht. Insgesamt wiegt die Vordersitzstruktur weniger als 15 Kilogramm und ist damit um etwa ein Viertel leichter als vergleichbare Serienprodukte.

Flexibel für unterschiedliche Fahrzeugmodelle

Die leichte Sitzstruktur wurde nach einem modularen Prinzip entwickelt, das beiden Autoherstellern laut Brose eine hohe Flexibilität beim Einsatz in unterschiedlichen Fahrzeugmodellen bietet. Zahlreiche Verstellmöglichkeiten sorgen dabei für hohe Sicherheit und Komfort: Die Einstiegsvariante ist ein teilelektrischer Sitz. Bei diesem wird die Länge manuell verstellt, während Sitzhöhe, Lehnenneigung und Kopfstütze elektrisch angetrieben sind. Bei der umfangreichsten Variante der Plattform – dem 16-Wege-Multifunktionssitz – sind alle Ebenen elektrisch und dazu noch Sitztiefe, Sitzneigung, Seitenwangen der Lehne und Lehnenkopf individuell einstellbar. Darüber hinaus gibt es sensorgesteuerte Kopfstützen, verstellbare Seitenwangen an der Sitzunterstruktur sowie eine elektromechanische Mehrwege-Lendenwirbelstütze mit optionaler Massagefunktion im Angebot.

Produktion in acht Werken

Vorfertigung, Produktion der Komponenten und Endmontage der Sitzstrukturen erfolgen weltweit in acht Werken des Zulieferers, die sich jeweils nahe an den Kundenstandorten befinden. Damit sichert der Auftrag Brose eine hohe Auslastung und schafft weltweit 600 neue Arbeitsplätze. Zusätzlich wurde ein interdisziplinäres Team aus erfahrenen Mitarbeitern der Bereiche Entwicklung, Einkauf, Fertigung, Qualität und Vertrieb zusammengestellt. Sie unterstützen bei den Anläufen in den Regionen, denn: „Voraussetzung für einen Auftrag in dieser Dimension ist eine kompetente Mannschaft vor Ort, um weltweit unseren hohen Qualitätsanspruch auf gleichem Niveau zu erfüllen“, erklärt Nassios.

(ID:42315709)