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Wirtschaft Benecke-Kaliko kauft Hornschuch

Autor / Redakteur: Wolfgang Sievernich / Wolfgang Sievernich

Die zum Continental-Konzern gehörende Benecke-Kaliko AG will ihr Industriegeschäft ausbauen und übernimmt dafür die Hornschuch-Gruppe. Beide Unternehmen stehen bislang miteinander im Wettbewerb.

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Die Conti-Tochter Benecke-Kaliko übernimmt den Wettbewerber Hornschuch.
Die Conti-Tochter Benecke-Kaliko übernimmt den Wettbewerber Hornschuch.
(Bild: Hornschuch)

Die beiden Oberflächenspezialisten Benecke-Kaliko und die Hornschuch-Gruppe aus Weißbach agieren künftig unter gleicher Flagge. So hat das zum Continental-Konzern gehörende Unternehmen Benecke-Kaliko angekündigt, sein Industriegeschäft weiter ausbauen zu wollen und den größten Wettbewerber im Automotivegeschäft zu übernehmen. Benecke-Kaliko ist vor allem am Geschäft mit industriellen Oberflächen interessiert, in dem Hornschuch die Hälfte seines Umsatzes generiert. Der Vollzug des Erwerbs steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.

Starkes Vertriebsnetz gefragt

Die Hornschuch-Gruppe ist Hersteller für Design-, Funktions-, Schaum- und Kompaktfolien sowie Kunstleder im Industriegeschäft (Möbel- und Bauindustrie) sowie in der Automobilbranche. Hornschuch erzielte im Geschäftsjahr 2015 an vier Produktionsstandorten in Deutschland sowie den USA einen Umsatz von 410 Millionen Euro. Für Benecke-Kaliko ist der Zukauf die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte. „Durch das international sehr gut ausgebaute Vertriebsnetz der Hornschuch-Gruppe können wir Kunden für unsere Produkte künftig auch dort erreichen, wo wir aktuell noch nicht so stark vertreten sind“, sagte Dr. Dirk Leiß, Vorstandsvorsitzender der Benecke-Kaliko AG.

Seit 2008 hielt der Finanzinvestor Barclays Private Equity einen Mehrheitsanteil von 80 Prozent an der Hornschuch-Gruppe. Mit den Hornschuch-Übernahmen der deutschen Kek-Kaschierungen GmbH in Herbolzheim/Baden-Württemberg, der Era Beschichtung GmbH & Co. KG in Stolzenau/Niedersachsen sowie dem US-amerikanischen Oberflächen-Unternehmen O’Sullivan/Virginia vergrößerte sich die Gruppe auf 1.800 Mitarbeiter. 2014 wurde ein Vertriebsbüro im chinesischen Shanghai eröffnet. Zuletzt hat Hornschuch 2015 eine Minderheitsbeteiligung an der Sächsische Walzengravur GmbH (SWG) in Frankenberg/Sachsen erworben.

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