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Zulieferer Bilanzpressekonferenz: Bosch bleibt auf Kurs

| Autor: Claus-Peter Köth

Bosch will weiterhin stärker wachsen als die für das Unternehmen relevanten Märkte. In der Automobiltechnik stehen drei Themen im Fokus: das Fahren elektrifizieren, automatisieren und vernetzen.

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Bosch präsentierte seine Geschäftszahlen für das Jahr 2015 am neuen Forschungscampus in Renningen. Die Geschäftsführung im Showcar (v. l.): Dr. Stefan Asenkerschbaumer (stellv. Vorsitzender), Dr. Volkmar Denner (Vorsitzender). Hinter dem Showcar: Dr. Rolf Bulander, Christoph Kübel, Dr. Werner Struth, Uwe Raschke, Dr. Stefan Hartung.
Bosch präsentierte seine Geschäftszahlen für das Jahr 2015 am neuen Forschungscampus in Renningen. Die Geschäftsführung im Showcar (v. l.): Dr. Stefan Asenkerschbaumer (stellv. Vorsitzender), Dr. Volkmar Denner (Vorsitzender). Hinter dem Showcar: Dr. Rolf Bulander, Christoph Kübel, Dr. Werner Struth, Uwe Raschke, Dr. Stefan Hartung.
(Foto: Bosch)

Nach dem Rekordjahr 2015 will Bosch auch in diesem Jahr seinen Wachstumskurs fortsetzen. Trotz nur verhaltener konjunktureller Aussichten und geopolitischer Unsicherheiten erwartet das Unternehmen für 2016 ein Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent. Sollte sich die geringe Dynamik des ersten Quartals in einigen Regionen und Märkten fortsetzen, wird sich das Umsatzplus voraussichtlich am unteren Ende des Erwartungskorridors bewegen. In den ersten drei Monaten stieg der Umsatz von Bosch in verhaltenem Marktumfeld um knapp drei Prozent beziehungsweise wechselkursbereinigt rund vier Prozent gegenüber einem nominal sehr starken Vorjahresquartal. „Wir werden künftig nicht nur mit innovativen Produkten, sondern auch mit innovativen Services wachsen“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, bei der Bilanz-Pressekonferenz auf dem neuen Forschungscampus von Bosch in Renningen. Zu Beginn seiner Rede ging Denner kurz auf die öffentlichen Diskussionen rund um die Automobilindustrie ein: „Über den aktuellen Anlass hinaus zeigt die Debatte, wie sehr wir das Auto noch deutlich weiter entwickeln müssen – und durchaus auch können, der Straßenverkehr muss noch sauberer, noch sparsamer, noch sicherer werden – in Zukunft auch elektrifiziert, automatisiert und vernetzt.“

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Der Umsatz der Bosch-Gruppe erreichte 2015 mit 70,6 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert. Mit der vollständigen Übernahme der früheren paritätischen Gemeinschaftsunternehmen BSH Hausgeräte GmbH und Robert Bosch Automotive Steering GmbH stieg der Umsatz um knapp 22 Milliarden Euro oder 44 Prozent. Auch operativ ist Bosch stark gewachsen und hat vergleichbar gerechnet ein Umsatzplus von zehn Prozent erzielt. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Umsatzwachstum bei 3,8 Prozent. Bis auf den Unternehmensbereich Industrial Technology sind 2015 alle Unternehmensbereiche zweistellig gewachsen und konnten ihr Ergebnis verbessern. Entsprechend hat sich die Ergebnissituation der gesamten Bosch-Gruppe 2015 verbessert. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erzielte 2015 ein EBIT von 4,6 Milliarden Euro und damit eine EBIT-Rendite von 6,5 Prozent. Im Jahresvergleich erhöhte sich damit das EBIT operativ um rund 0,9 Milliarden Euro oder 24 Prozent. Beim EBIT glichen sich 2015 ergebnisverbessernde und ergebnisbelastende Sondereffekte aus. Die Sondereffekte ergaben sich durch die erstmalige Vollkonsolidierung von Automotive Steering und BSH Hausgeräte, Sonderabschreibungen sowie durch 650 Millionen Euro Rückstellungen im Zusammenhang mit andauernden Kartellrechtsverfahren und der Dieselthematik.

Hier machte Denner klar: Bosch biete die erforderliche Technik, damit der Diesel auch im realen Straßenverkehr fit für die Abgasnorm Euro 6 sei. Mit Nutzfahrzeugen erreiche man die strengen gesetzlichen Stickoxid-Grenzwerte schon heute auf der Straße und auf dem Prüfstand. Und auch für Pkw habe man die Technik im Haus. Ohnehin werde der Diesel mit seiner hohen Effizienz für den Klimaschutz noch lange gebraucht. „Für moderne Dieselmotoren mit moderner Abgasreinigung werden auch die künftigen Stickoxidgrenzwerte, im realen Verkehr, machbar sein. Wir haben den Diesel auf die Straße gebracht und wir arbeiten gemeinsam mit unseren Kunden daran, dass er eine gute Zukunft hat“, sagte Denner

Mobility Solutions erheblich besser als der Markt

Überdurchschnittlich gewachsen ist 2015 einmal mehr der Unternehmensbereich Mobility Solutions. Hier steigerte Bosch den Umsatz gegenüber den Pro-Forma-Angaben 2014 um rund 12 Prozent auf 41,7 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 4,6 Prozent. Der Bereich entwickelte sich damit operativ erheblich besser als die weltweite Automobilproduktion, die nur um 2 Prozent auf 92 Millionen Einheiten zulegte. Die operative Rendite erhöhte sich auf 8,4 Prozent. „Wir profitierten von der guten Nachfrage nach effizienten Antriebssystemen, Anzeige- und Infotainment-Systemen sowie der erheblich steigenden Marktnachfrage nach Fahrerassistenzsystemen“, erklärte Denner. Auch bei der Elektrifizierung des Autos kommt der Zulieferer voran. Inzwischen hat Bosch bereits mehr als 30 Serienprojekte realisiert; in die Entwicklung der Elektromobilität investiert das Unternehmen jährlich rund 400 Millionen Euro. „Die Transformation der Mobilität hin zum elektrifizierten, automatisierten und vernetzten Fahren und die damit erforderlichen Vorleistungen machen gleichzeitig eine stärkere Fokussierung erforderlich“, betonte Denner. Deshalb habe sich das Management entschieden, die Ausgliederung des Geschäftsbereichs Starter Motors and Generators vorzubereiten und in einem zweiten Schritt einen Käufer oder Partner zu suchen.

Auf der anderen Seite will Mobility Solutions künftig verstärkt neue Lösungen für den Verkehr der Zukunft entwickeln. Als Beispiel nannte Denner einen Mobilitätsassistenten, den Bosch für den Großraum Stuttgart realisiert. Dieser ermögliche dem Autofahrer eine intermodale Routenführung – inklusive Umstieg auf Bikes, Bahnen und Busse. Dazu habe Bosch erst in diesen Tagen gemeinsam mit Partnern eine Zusage erhalten. Der Clou bei diesem Projekt, so Denner: „Eine App genügt, um die Reise mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln zu planen, zu buchen und zu bezahlen. Das entlastet den Straßenverkehr in der Stadt.“

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 Claus-Peter Köth

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