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Produktion BMW eröffnet Lackiererei in München

| Redakteur: Christian Otto

BMW hat am Standort München eine neue Lackiererei eröffnet. Der Automobilhersteller nutzt dabei neben der Nass-in-Nass-Lackiermethode erstmals eine vollautomatisierte Qualitätskontrolle.

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Die neue Lackiererei von BMW am Standort München ist laut Unternehmen äußerst ressourcenschonend.
Die neue Lackiererei von BMW am Standort München ist laut Unternehmen äußerst ressourcenschonend.
(Bild: BMW)

BMW hat im Werk München laut eigener Angaben eine der modernsten Lackierereien der Automobilindustrie eröffnet. Sie ist mit einem Investitionsvolumen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro Teil eines umfangreichen Zukunftspaketes für den Standort. Von 2015 bis Ende 2017 fließen rund 700 Millionen Euro in die Modernisierung des traditionsreichen Stammwerks. Parallel zum Bau der Lackiererei plant und baut das Unternehmen Erweiterungen für Montage und Karosseriebau sowie ein neues Hochregallager.

Erstmals setzt BMW eine vollautomatisierte Qualitätskontrolle in einer seiner Lackierereien ein. Roboter scannen dabei die komplette äußere Fahrzeugoberfläche. Das System ist in der Lage, selbst Fehler zu erkennen, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann. Die so gewonnenen Daten liefern außerdem Rückschlüsse auf die Präzision vorgelagerter Lackierprozesse. Diese lassen sich laufend optimieren – Fehler lassen sich so rechtzeitig erkennen und Nacharbeiten vermeiden.

Der Produktionsvorstand der BMW Group, Oliver Zipse, und die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner eröffneten die Serienproduktion gemeinsam mit dem Leiter des Werkes München, Milan Nedeljkovic, und Manfred Schoch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der BMW AG. Künftig lackieren die rund 700 Mitarbeiter täglich bis zu 1.000 Karosserien der BMW 3er und 4er Baureihe.

IPP-Technik im Einsatz

Die neue Lackiererei nutzt bei der Anlagentechnik auf die im BMW-Produktionsnetzwerk erprobte IPP-Technik (Integrated Paint Process). Im Gegensatz zu konventionellen Lackierverfahren entfallen das Auftragen und Trocknen der Füllerschicht. Stattdessen werden zwei Basis-Lackschichten „nass-in-nass“ aufgetragen. Die erste Schicht übernimmt sämtliche Funktionen und Eigenschaften der Füllergrundierung, zum Beispiel einen Schutz vor Steinschlagschäden. Die zweite Basislackschicht stellt die optischen Eigenschaften wie Farbe, Effekt und Tiefenwirkung. Diese Basislackierung wird – wie bisher – abschließend mit Klarlack überzogen, der den Glanzgrad der Fahrzeugoberflächen und die Chemikalien- und Kratzbeständigkeit gewährleistet.

Der Entfall des Füllerauftrags senkt auch die Ressourcenverbräuche. Der Erdgasverbrauch und die CO2-Emissionen sinken laut BMW um rund die Hälfte, der Stromverbrauch um mehr als ein Viertel – 27 Prozent. Ein weiteres Beispiel für saubere Produktion liefert die Trockenabscheidung, die komplett ohne Wasser, Chemie und andere Zusatzstoffe auskommt. Zudem reduziert sich die emittierte Abluft durch den Einsatz von Umluft-Techniken um zwei Drittel.

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