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Forschung Bosch eröffnet sein eigenes Stanford

| Redakteur: Christian Otto

In Renningen bei Stuttgart hat der Technologiekonzern einen Forschungscampus eröffnet, der kreative Ideen aus allen Bereichen fördern soll. Bosch-Chef Denner erhofft sich davon auch mehr Gründergeist.

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In Renningen bei Stuttgart hat der Technologiekonzern einen Forschungscampus eröffnet.
In Renningen bei Stuttgart hat der Technologiekonzern einen Forschungscampus eröffnet.
(Foto: Bosch)

Der Forschungscampus in Renningen ist schon von außen optisch eine Besonderheit. Doch nicht nur die Architektur soll die Bosch-Mitarbeiter begeistern. Vielmehr will der Zulieferer eine völlig neue Arbeitswelt für kreative Köpfe bieten. Und dabei geht es nicht nur um die Köpfe in der erfolgreichen Automobilindustrie-Sparte. Eine die Disziplinen übergreifende Zusammenarbeit soll laut dem Unternehmen gefördert und so die Innovationskraft weiter gestärkt werden.

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Im neuen Zentrum für Forschung und Vorausentwicklung vor den Toren Stuttgarts sind rund 1.700 Experten in der angewandten Industrieforschung tätig. Bei der nun vollzogenen Eröffnung des Campus war auch die Bundeskanzlerin vor Ort.

310 Millionen Invest

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, betonte den Mehrwert der Einrichtung: „Unser Campus vereint wie eine Universität viele Fakultäten. Kreative Forscher sollen hier nicht nur die Zukunft denken. Sie sollen auch erfolgreiche Unternehmer sein. Renningen ist das Stanford von Bosch. Das Zentrum ist zugleich ein Bekenntnis zum Technologiestandort Deutschland.“

Und dieses Stanford von Bosch war dem Konzern rund 310 Millionen Euro wert. Der Forschungscampus steht unter dem Motto „Vernetzt für Millionen Ideen“ und ist der Knotenpunkt des weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerkes von Bosch. Dort soll auch der Gründergeist gestärkt werden. Denner sieht nämlich gerade darin einen Wettbewerbsnachteil am Standort Deutschland. „In Deutschland fehlt es sowohl an Chancen als auch an Bereitschaft, ein Unternehmen zu gründen. Wir brauchen mehr Start-up-Mentalität, gerade beim wissenschaftlichen Nachwuchs.“

1.700 Mitarbeiter

Künftig sollen laut Bosch in Renningen noch mehr Innovationen entstehen, die die Lebensqualität der Menschen verbessern. Der Campus vereint hierfür viele technische und naturwissenschaftliche Disziplinen. Ob Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik, Analytik, Chemie, Physik, Biologie oder Mikrosystemtechnik – insgesamt 1.200 Mitarbeiter der zentralen Forschung und Vorausentwicklung sowie 500 Doktoranden und Praktikanten arbeiten vor Ort an den technischen Herausforderungen der Zukunft. Damit wird das Know-how gebündelt, denn bislang waren die Forscher über drei Standorte im Großraum Stuttgart verteilt.

Zu den Forschungs-Schwerpunkten zählen beispielsweise die Bereiche Softwareentwicklung, Sensorik, Automation, Fahrerassistenzsysteme und Batterietechnologie sowie verbesserte Antriebssysteme für Fahrzeuge. Zunehmend an Bedeutung gewinnt laut dem Zulieferer die Softwarekompetenz – gerade auch für die Vernetzung im Internet der Dinge.

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