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Zulieferer Boysen Gruppe erstmals im Kreis der Umsatz-Milliardäre

| Redakteur: Michael Ziegler

Im Geschäftsjahr 2013 hat die Boysen Gruppe erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro überschritten – und gleichzeitig stark in den Standortausbau investiert. Vier von sieben neuen Standorten starten 2014 in die Serienproduktion für die neue Mercedes-Benz C-Klasse.

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Die Boysen Mitarbeiter in Achim sind jüngst in die Just-in-Sequence-Produktion kompletter Abgasanlagen für die neue Mercedes-Benz C-Klasse gestartet.
Die Boysen Mitarbeiter in Achim sind jüngst in die Just-in-Sequence-Produktion kompletter Abgasanlagen für die neue Mercedes-Benz C-Klasse gestartet.
(Foto: Boysen)

Nach dem vor wenigen Wochen erfolgten Start in Achim bei Bremen gehen in den nächsten Monaten drei weitere neue Fertigungswerke in die Serienproduktion kompletter Abgasanlagen für die weltweite Markteinführung der neuen Mercedes-Benz C-Klasse.

Der Abgastechnik-Spezialist mit Stammsitz im baden-württembergischen Altensteig setzt damit seinen Aufwärtstrend fort. Die von Geschäftsführer Rolf Geisel vorgestellten Zahlen weisen für 2013 einen Umsatz von 1,02 Milliarden Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von rund fünf Prozent. Die Zahl der Beschäftigten lag zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres bei 2.200 – gegenüber 1.980 in 2012. Den größten Sprung nach oben gab es, bedingt durch das Standortwachstum, bei den Investitionen. Diese liegen mit 125 Millionen Euro fast 50 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Boysen Gruppe erzielt erstmals über eine Milliarde Euro Umsatz

Die Boysen Gruppe gehört somit jetzt zum Kreis der Umsatz-Milliardäre. „Davon hätten wir vor 20 Jahren noch nicht einmal zu träumen gewagt“, blickt der Geschäftsführer Rolf Geisel zurück auf 1993, an dessen Ende ein Umsatz von 57 Millionen Euro zu Buche stand. Seither hat Boysen unter Geisel, der das Unternehmen seit 1985 leitet, eine für den Zuliefererbereich bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben.

Gleichwohl macht der Unternehmer deutlich, dass 2013 für die Firmengruppe auch „ein extrem schwieriges Jahr“ war. Die Entwicklung im für Boysen noch jungen Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch im Automobilbereich seien bei zwei Kunden deutliche Umsatzrückgänge gegenüber den Planungen zu verzeichnen gewesen. „Hinzu kamen hohe Vorleistungen in neue Projekte. Alles in allem sind die Erträge im Vergleich zum Vorjahr damit leicht rückläufig. Allerdings können wir mit Blick auf die allgemeinen Branchenverhältnisse immer noch von einem zufriedenstellenden Ergebnis sprechen“, so Geisel.

Investitionsbereitschaft zeigt solide Stellung

Dass man überhaupt in der Lage sei, derart zu investieren, wertet der Geschäftsführer als wichtiges Indiz für „unsere gute und solide Stellung innerhalb der von extremem Kostendruck und hohen Qualitätsanforderungen geprägten Zuliefererbranche“. Gleiches gelte auch für das konstante Mitarbeiterwachstum: „Im Gegensatz zu manchem Wettbewerber musste Boysen in den letzten 30 Jahren nie Stellenabbau betreiben, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. Im Gegenteil: Die Zahl der Beschäftigten nimmt stetig zu. Das wird auch in den nächsten Jahren so sein.“

Damit verweist der 57-Jährige auf das Wachstum der Unternehmensgruppe von 10 auf 17 Standorte innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre.

Die vier neuen Produktionswerke in Achim bei Bremen, Tuscaloosa (USA), East London (Südafrika) und Langfang (China) wurden allesamt termingerecht fertiggestellt. Hintergrund dafür ist der bislang größte Auftrag in der Unternehmensgeschichte: Als Systempartner von Mercedes-Benz fertigt und liefert Boysen die Abgasanlagen für sämtliche Modelle, die auf der Baukasten-Plattform „Mercedes Rear Wheel Drive Architecture“ (MRA) basieren. Den Anfang macht aktuell die neue C-Klasse. Hinzu kommen künftig weitere auf der MRA-Plattform gebaute Fahrzeuge wie der GLK und die E-Klasse.

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