Automobilzulieferer Conti stellt sich neu auf

Redakteur: Tanja Schmitt

Viel los im Hause Continental: Der Zulieferer gründet ein neues Geschäftsfeld und bringt das Antriebsgeschäft an die Börse.

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Continental gründet für die beiden Bereiche Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren ein eigenes Geschäftsfeld.
Continental gründet für die beiden Bereiche Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren ein eigenes Geschäftsfeld.
(Bild: Continental)

Continental will die Technik zum autonomen Fahren ab dem kommenden Jahr in einer eigenen Geschäftseinheit entwickeln. Zum 1. Januar 2022 soll es ein separates Geschäftsfeld „Autonomous Mobility“ geben, das in der Autozuliefer-Sparte verankert wird. Seinen Kern bilde die heutige Geschäftseinheit Advanced Driver Assistance Systems. Dies teilte der Dax-Konzern am Dienstag (16. März) in Hannover nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Die Kontrolleure bestätigten zudem die Pläne, den Antriebsbereich abzuspalten. Er soll in der zweiten Jahreshälfte im ausgelagerten Unternehmen Vitesco aufgehen.

Milliardenaufträge für ADAS

Assistenzsysteme auf verschiedenen Ebenen der Automatisierung – bis hin zum autonomen Fahren – gelten als zentrale Zukunftstechnologie in der Autoindustrie. Conti hatte hier zusätzliche Investitionen von bis zu einer Viertelmilliarde Euro schon im laufenden Jahr angekündigt. „Der Markt wird sich in den nächsten drei Jahren mehr als verdoppeln“, schätzt Vorstandschef Nikolai Setzer. Daher schaffe man nun auch intern „neue Strukturen, die diesen Fokus schärfen“. Das hochgesteckte Ziel: „die globale Technologieführerschaft für assistiertes und automatisiertes Fahren“.

Während die vergangenen beiden Jahre für Continental insgesamt verlustreich verliefen, verbuchte der Fahrassistenz-Bereich Aufträge in Milliardenhöhe. Der Konzern wandelt sich von klassischer Hydraulik und Mechanik zu mehr Elektronik, Sensorik und Software. Diese Bereiche sind für das automatisierte und autonome Fahren nötig. Der Betriebsrat betonte: „Langfristig sollte sowohl die Stellung des Unternehmens am Markt gestärkt als auch die Beschäftigung stabilisiert werden.“ Conti baut Tausende Jobs in alten Bereichen ab.

Vitesco geht an die Börse

Die Antriebssparte Vitesco kann wie geplant als Spin-off an die Börse. Sollte die Hauptversammlung Ende April zustimmen, ist der Weg dahin mit dem Aufsichtsratsbeschluss nun frei. Einen erst geplanten Teil-Börsengang will das Unternehmen nicht machen. Den Anteilseignern werden die Papiere nach einer Notierung direkt ins Depot gebucht. Die Antriebssparte soll in der zweiten Jahreshälfte 2021 abgespalten werden.

Mit Material von dpa

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