Bilanz 2020 Continental schreibt deutlichen Verlust

Redakteur: Sven Prawitz

Der Automobilzulieferer zeigt zwar eine bessere Bilanz als 2019, unter dem Strich bleibt dennoch ein Verlust von einer Milliarde Euro.

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Der Automobilzulieferer Continental startet mit einer negativen Bilanz in sein Jubiläumsjahr (150 Jahre).
Der Automobilzulieferer Continental startet mit einer negativen Bilanz in sein Jubiläumsjahr (150 Jahre).
(Bild: Marcus Prell/Continental)

Die Corona-Folgen und der teure Konzernumbau haben den zweitgrößten Autozulieferer der Welt (siehe Top 100) auch 2020 in den roten Zahlen gehalten. Unterm Strich fiel ein Verlust von 962 Millionen Euro an, wie Continental am Dienstag (9. März) in Hannover berichtete. Im bereits schwierigen Jahr davor hatte das Minus bei 1,2 Milliarden Euro gelegen.

Die weltweite Autokonjunktur rutschte zuletzt weiter ab, weil die Nachfrage nach Fahrzeugen durch die Einschränkungen in der Pandemie stark abnahm. Zudem gab es Probleme in vielen Lieferketten. Das machte sich beim Umsatz von Conti bemerkbar, der um rund 15 Prozent auf knapp 38 Milliarden Euro sank.

Teuer ist für das Unternehmen zudem der Umbau hin zu mehr Software, Elektronik und Sensorik. Dies erfordert hohe Investitionen, während für den Abbau von Jobs in klassischen Bereichen oft Abfindungen fällig werden.

Positiver Ausblick für 2021

Der Zulieferer hat im vergangenen Jahr seine Kosten deutlich reduziert und eigenen Angaben zufolge seine eigenen Sparziele übertroffen. Die ausgabewirksamen Fixkosten wurden gegenüber 2019 um fast 900 Millionen Euro reduziert (minus acht Prozent). Außerdem sanken laut Continental die Investitionen in Sachanlagen und Software um ein Drittel. Die Investitionsquote ging deshalb auf knapp unter sechs Prozent zurück. Gestiegen ist hingegen die Quote für Forschung und Entwicklung, da bei sinkendem Umsatz die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr konstant blieben. Die Quote für 2020 liegt bei neun Prozent.

Konzernintern ist der Kurs umstritten. Allein in Deutschland stehen bis zum Jahr 2029 etwa 13.000 Arbeitsplätze bei Continental im Feuer, weltweit sind es gut 30.000. Die Dividende für das abgelaufene Jahr soll ausfallen. „Wir haben das vergangene Jahr in Summe besser abgeschlossen, als im Frühjahr befürchtet“, lautet das Fazit von Nikolai Setzer. Der neue Vorstandschef will den Konzern weiter auf Zukunftstechnik ausrichten. Für 2021 rechnet der Konzernvorstand mit „einer deutlichen Markterholung gegenüber 2020“.

Mit Material von dpa

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