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Elektronik Continental und Leia entwickeln 3-D-Displays

| Redakteur: Thomas Günnel

Kurz vor der Kreuzung schwebt ein Stoppschild im Fahrzeuginnenraum: Mittels sogenannter Lichtfeld-Displays wollen Continental und Leia dreidimensionale Effekte im Auto ohne 3-D-Brille ermöglichen.

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3-D-Effekt ohne Brille: Das sogenannte Lightfield-Display stellt Informationen dreidimensional bereit.
3-D-Effekt ohne Brille: Das sogenannte Lightfield-Display stellt Informationen dreidimensional bereit.
(Bild: Continental)

Continental und das kalifornische Unternehmen Leia entwickeln ein neuartiges Cockpit-Konzept: das „Natural 3D Lightfield Instrument Cluster“. Dabei ermöglichen es sogenannte Lightfield- oder Lichtfeld-Displays, Informationen im Fahrzeug dreidimensional wahrzunehmen. So könnte ein Stoppschild rot leuchtend vor dem Bildschirm schweben. Oder: Häuserzeilen könnten aus der Navigationsdarstellung herauswachsen. Die grafische Darstellung der Einparkhilfe – etwa der Assistent mit 360-Grad-Vogelperspektive – dürfte in 3-D zum echten Hingucker geraten. Bis zum Jahr 2022 soll das neue System serienreif sein.

Aber: „Die 3-D-Animationen unseres neuen Displays fliegen nicht durchs Auto wie im Kino“, erklärt Kai Hohmann, Product Manager Display Solutions bei Continental. „Wir arbeiten mit der grafischen Tiefe nach hinten und lassen alle 3-D-Objekte maximal fünf Zentimeter aus dem Bild heraustreten. Das ist für das Auge entspannter, der Fahrer wird in keinem Fall irritiert.“ Spielerei am Rande: Bei der Begrüßung durch das Fahrzeugsystem kann sich zum Beispiel im Cockpit das Herstellerlogo drehen.

Der 3-D-Effekt entsteht, indem das Licht gebeugt und an die gewünschte Stelle gelenkt wird.
Der 3-D-Effekt entsteht, indem das Licht gebeugt und an die gewünschte Stelle gelenkt wird.
(Bild: Continental)

Von allen Sitzplätzen sichtbar

Die Technik benötigt keine Head-Tracker-Kamera, um die Ansicht auf die Kopfposition eines Betrachters einzustellen – und sie ist von allen Mitfahrern erkennbar, auch auf dem Beifahrer- und den Rücksitzen. Das dreidimensionale Bild setzt sich aus acht Perspektiven des gleichen Objekts zusammen, die je nach Blickposition leicht variieren können. So „wandert“ der Blick auf das Display mit jeder Veränderung des Blickwinkels des Betrachters.

Eine „außergewöhnlich natürliche Wiedergabe von Informationen auf dem Display“ soll so möglich sein. „Entscheidend für die Qualität ist der neu entwickelte Lichtleiter mit Nanostrukturen. „Wir brechen das Licht nicht, wir beugen es und lenken es so exakt dahin, wo es für den optimalen 3-D-Effekt benötigt wird“, beschreibt Hohmann. Dieses Lichtleitermodul ist in viele handelsübliche Displays integrierbar. Die Technik debütierte in den USA bei Smartphone-Displays in Kooperation mit den Telekommunikationsanbietern AT&T und Verizon. Dort lassen sich bereits Spiele, Filme, Augmented Reality und das Teilen von Bildern dreidimensional nutzen.

Bislang kamen für einen brillenlosen 3-D-Effekt entweder sogenannte Parallax-Barrieren oder Lentikulartechniken zum Einsatz. Dabei wurde die dreidimensionale Wirkung durch eine spezielle Methode des Blockierens oder Brechens des Lichtes erreicht.

Gute 3-D-Qualität

Das 3-D-Display ist von jedem Platz im Fahrzeug aus erkennbar.
Das 3-D-Display ist von jedem Platz im Fahrzeug aus erkennbar.
(Bild: Continental)

Leia bietet nach eigenen Angaben aktuell ein Kreativ-Toolkit an, um Inhalte in das Lightfield-Format umzuwandeln oder in diesem Format zu erstellen. Die Partnerschaft von Continental und Leia umfasst die Hardware, die Inhalte und den Entwickler-Support. Das Know-how von Continental im Bereich von Informationssystemen und Sensoren soll dazu dienen, die Content-Plattform „LeiaLoft“ von Leia zu augmentieren – damit Autohersteller und Entwickler auf einfache Weise „holografische“ Apps erstellen können.

Mit dem „Automotive Software Development Kit“ zum Beispiel haben Entwickler Zugang zum Innenraum und zur externen Umgebung des Fahrzeugs in vollem 3-D. Continental stellt das „Natural 3D Instrument Cluster“ vom 11. bis 13. Juni erstmals auf der CES Asia in Shanghai dem Publikum vor.

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