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Connectivity Das Smartphone im Cockpit

| Redakteur: Jens Scheiner

In ihrer jüngsten Mittelkonsolen-Studie hat sich Preh mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich Bediengewohnheiten aus der Smartphone-Welt mit den speziellen Sicherheitsanforderungen im Fahrzeuginterieur in Einklang bringen lassen.

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Der Blick ins Audi TT Interieur zeigt Luftausströmer im Turbinen-Design, mit integrierter Klimafunktionalität.
Der Blick ins Audi TT Interieur zeigt Luftausströmer im Turbinen-Design, mit integrierter Klimafunktionalität.
(Foto: Audi)

Auf den ersten Blick mag es erstrebenswert erscheinen, Bediengewohnheiten und Design von Smartphones und Tablet-PCs ins Fahrzeugcockpit zu übertragen. Doch bei Tempo 180 auf der Autobahn sieht die Welt buchstäblich anders aus als aus dem Fernsehsessel heraus. Und auch im Stadtverkehr kann jede Ablenkung fatale Folgen haben. Dies bestätigen Verkehrspsychologen der Uni Braunschweig: Das Unfallrisiko erhöht sich beim Schreiben einer SMS um das 23-Fache.

Ohnehin kommt dem Fahrzeuginterieur eine stetig steigende Bedeutung zur Markendifferenzierung zu. Doch wie funktioniert die vermeintliche Quadratur des Kreises aus Smartphone-Funktionalität, maximaler Fahrsicherheit und hochwertigem Design? Preh hat dazu im vergangenen Jahr in Bad Neustadt ein Mittelkonsolen-Konzept entwickelt, das verschiedene Eingabesysteme kombiniert. Dass sich das Ergebnis sehen lassen kann, bestätigt auch der 1. Platz beim vielbeachteten „CAR HMI Award 2014“.

Touchpad und Anzeigedisplay

Das Auswählen von Funktionen wurde mit haptischem, visuellem und akustischem Feedback sowie durch Fühlhilfen nutzerfreundlich gestaltet. Neben separaten Bediensystemen für die Klima- und Sitzkomfortfunktionen verfügt das Konzept über einen zentralen Dreh-/Drücksteller, der zusätzlich in vier Richtungen verschiebbar ist, sowie über ein Touchpad. Mit der Kombination aus Touchpad und zentralem Anzeigedisplay ziehen die Bediengewohnheiten von Smartphones ins Fahrzeugcockpit ein, und gleichzeitig erfüllt die Studie hohe Ansprüche an Haptik und Oberflächendesign. Zu den Besonderheiten gehören etwa Oberflächen, die durch dreidimensional geformtes Echtglas und die bereits vierte Generation der Black-Panel-Anzeigetechnologie des Zulieferers geprägt sind.

Wohl wissend, dass Studien eines Lieferanten niemals komplett den direkten Weg in ein Serienfahrzeug finden, zeigen die Nordbayern mit ihren Mittelkonsolenkonzepten dennoch, wie ein Zulieferer als Entwicklungspartner eigene innovative Impulse für die Serienfertigung geben kann. Ein gutes Beispiel hierfür liefert die Touchpadtechnologie des aktuellen BMW iDrive Touch Controllers, dessen technische Basis auf ein Mittelkonsolenkonzept von Preh aus dem Jahr 2011 zurückgeht. Auch bei der Integration der Touchpadtechnologie in der aktuellen Mittelkonsolen-Studie geht das Unternehmen eigene Wege. Das neu entwickelte Touchpad unterscheidet sich in zwei markanten Punkten deutlich von herkömmlichen Lösungen: Es bietet ein haptisches Feedback und die Oberfläche wurde in Echtglas gefertigt.

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