Halbleiter Denso könnte Chip-Sparte abspalten

Quelle: dpa

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Der Zulieferer denkt darüber nach, seine Chipsparte außerhalb des Unternehmens aufzustellen. Damit könnte Denso seine Halbleiter direkt an Autohersteller und Zulieferer verkaufen.

Denso hat in den vergangenen drei Jahren zusammen 160 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) an Investitionen ins Chipgeschäft gesteckt.
Denso hat in den vergangenen drei Jahren zusammen 160 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) an Investitionen ins Chipgeschäft gesteckt.
(Bild: denso /atsushi masegi / CC BY-SA 2.0)

Der japanische Zulieferer Denso erwägt eine Abspaltung seiner Chipsparte. „Wir müssen darüber nachdenken, ob die Zeit kommt, in der wir Halbleiter extern verkaufen, allein“, sagte Technikchef Yoshifumi Kato im Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg (Freitag). „Es lohnt sich zu prüfen, ob eine solche Struktur möglich ist.“

Denso ist Hauptlieferant des weltgrößten Autokonzerns Toyota und hat sich in den vergangenen Jahren auch ein Standbein zur Herstellung von Chips für die Autoproduktion aufgebaut. Die Sparte macht rund 420 Milliarden japanische Yen Umsatz – umgerechnet 2,9 Milliarden Euro..

Halbleiter direkt OEMs und Zulieferer verkaufen

Denso hat in den vergangenen drei Jahren insgesamt 160 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) in sein Chipgeschäft investiert und gehört damit den großen Konkurrenten der bei Autochips stark vertretenen europäischen Chipkonzernen Infineon und ST Microelectronics. Bislang gehen die Elektronikchips verbaut in Zulieferteile and die Kunden von Denso – mit einer neuen Aufstellung könnten die Japaner die Halbleiter direkt an Autohersteller und andere Zulieferer verkaufen.

Denso werde sich überlegen, ob die Chipsparte außerhalb des Restunternehmens nicht besser aufgehoben sei, sagte Kato. Entschieden sei aber noch nichts. Es gebe derzeit auch keinen Plan, mit einem Spin-Off der Chipgeschäfte zusätzliches Geld ins Haus zu holen. Aktuell arbeitet der Konzern dem Manager zufolge erst einmal daran, den internen Bedarf an Chips stemmen zu können.

Denso: zweitgrößter Zulieferer der Welt

Denso ist nach Spitzenreiter Bosch einer der weltweit größten Autozulieferer (Hier die Top 100 in einer Übersicht), im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende März) erwirtschaftete der Gesamtkonzern 5,5 Billionen Yen Umsatz (39 Milliarden Euro). Auf Platz drei folgt Continental: Der deutsche Rivale kam insgesamt ohne das in die neue Firma Vitesco abgespaltene Antriebsgeschäft auf einen Erlös in Höhe von knapp 34 Milliarden Euro. Denso wird an der Börse umgerechnet mit knapp 45 Milliarden Euro bewertet, Conti mit 15 Milliarden.

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