Bayern Innovativ Der Kongress Zulieferer Innovativ

Autor / Redakteur: Axel de Schmidt / Claus-Peter Köth

Erstmals fand der jährliche Zulieferer-Kongress von Bayern Innovativ in der Münchner BMW-Welt statt. Der Hausherr nutzte die Kulisse von 600 Industrievertretern zu einer dreiteiligen Leistungsschau: Neben den konventionellen Modellen will der Premium-Anbieter mit seiner neuen i-Reihe und Mobilitätsdienstleistungen auftrumpfen.

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72 Zulieferer präsentierten sich auf futuristischen Ständen mit ihren Innovationen und boten den Teilnehmern Raum für Gespräche.
72 Zulieferer präsentierten sich auf futuristischen Ständen mit ihren Innovationen und boten den Teilnehmern Raum für Gespräche.
(Foto: Bayern Innovativ/Thomas Geiger)

Für den Gastgeber hätte der Auftritt zu kaum einem besseren Zeitpunkt stattfinden können. Denn im kurzen Blick zurück konnte Dr. Klaus Draeger, für den Bereich Einkauf und Lieferantennetzwerk verantwortliches Mitglied des Vorstandes der BMW AG, nach einem Rekordjahr 2012 auch für die Monate Januar bis Mai 2013 ein weiteres Plus bei der Marke BMW von 7,2 Prozent vermelden. Die Gruppe habe bedingt durch leichte Rückgänge beim Mini sowie einem größeren Einbruch bei Rolls-Royce, um 5,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum zugelegt. Bisher, so Draeger „läuft das Jahr 2013 sehr gut für uns“. Doch die Rahmenbedingungen blieben „extrem angespannt“. Die Branche mache „schwierige Zeiten durch“. Viele Volumenhersteller verzeichneten „dramatische Verluste“. Die Unternehmen seien einem „brutalen Wettbewerb ausgesetzt“. Dennoch wolle BMW auch im laufenden Jahr ein „Volumenwachstum in ein Ergebniswachstum umsetzen“. Helfen sollen dabei neue Modelle wie der X5, die überarbeitete 5er-Reihe, aber auch der neue Rolls-Royce, der auch als Derivat eines der technisch am weitesten entwickelten Fahrzeuge bei Rolls-Royce sei. Doch „ganz entscheidend“ sei der Start der Elektrofahrzeuge i3 und i8 zum Jahresende bzw. Anfang 2014. Damit unterstreiche BMW seine Rolle als „Vorreiter im Bereich der individuellen Mobilität“.

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Erfolg im Netzwerk

Für diesen Erfolg ist das Lieferantennetzwerk ganz entscheidend. Die Supplier liefern inzwischen 70 bis 80 % der Wertschöpfung, der Qualität und auch der Innovationen. Das Ziel der BMW Group ist es, die leistungsfähigste OEM Supply Chain zu gestalten und damit die beste Teilequalität, die höchste Innovationsleistung und die flexibelsten internen und externen Lieferantennetzwerke mit wettbewerbsfähigen Kosten zur Erfüllung der Kundenwünsche im Premiumsegment sicherzustellen. Allerdings sei das Managen der Supply Chain „keine einseitige Optimierung“, betonte Draeger. Dabei stünden vier Aspekte im Fokus: Neben den Kosten die Flexibilität und Internationalisierung, die Innovation und nicht zuletzt die Qualität. Dabei sieht Draeger das Thema nach eigenen Worten „entspannt“. BMW habe „ein System gefunden, um die Kosten im Griff zu haben“. Das Prinzip laute „Vergabe zu Best Practice“. Das Ziel der Materialwirtschaft bei BMW sei es, „kostenseitig die weltbeste Supply Chain aufzubauen“. Dabei liege der Fokus der Optimierung der Kosten bei den Lieferanten unter Nutzung aller Stellhebel. Dies gelte aber nicht einseitig auf der Lieferantenseite, sondern „auch für uns selber“. Daher müsse man sich auch selbst hinterfragen und im engen Austausch mit den Lieferanten die Kostentreiber identifizieren. Dabei sei man auch bereit, eigene Best-Practice-Kalkulationen offen zu legen: „Unser Vergabe-Prozess ist klar und transparent.“ BMW wolle den Lieferanten einen „fairen und angemessenen Gewinn zustehen lassen, der sich an den Marktgegebenheiten orientiert und dem Innovationsanspruch gerecht wird“.

Mehr Flexibilität erforderlich

In puncto Flexibilität wünscht sich BMW noch weitere Verbesserungen. Selbst das so erfolgreiche Jahr 2012 habe auch kurzfristig „dramatische Verschiebungen“ zwischen den Märkten erforderlich gemacht. So habe man in kürzester Zeit von Diesel- auf Benzinmodelle umschwenken müssen. „Das haben wir nur geschafft, aufgrund der Flexibilität in unserer Supply Chain“, resümierte Draeger. Die Basis für den Unternehmenserfolg bleibe allerdings die Qualität: „Ohne Qualität ist alles nichts. Stillstand an dieser Stelle bedeutet Rückschritt.“

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