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Verbrennungsmotor mit Potenzial
Den vermeintlichen Blick zurück auf konventionelle Antriebe wollte Prof. Georg Wachtmeister, TU München, als einen Blick nach vorn verstanden wissen. Denn der Verbrennungsmotor werde trotz Elektromobilität „noch eine sehr wichtige Rolle für die individuelle Mobilität spielen“. Zudem böten konventionelle Antriebe „noch ein sehr hohes Optimierungspotenzial“. Für Pkw liegt laut Wachtmeister das Verbesserungspotenzial der Gesamteffizienz noch bei über 40 Prozent. Besonders mit Magerbrennkonzepten seien signifikante Verbrauchs- und Emissionsreduzierungen umsetzbar. Weitere Wege zur Verbrauchsminimierung sind die Zylinder- sowie die Kurbelwellenabschaltung. Weiter unterstützt die Hybridisierung der Fahrzeugantriebe die CO2-Vorgaben der Politik. Sein besonderes Augenmerk galt in München den Gasmotoren, welche in Deutschland ein unberechtigtes Schattendasein führten. „Erdgas ist ein sehr interessanter Kraftstoff“, so Wachtmeister. Die fehlende Marktdurchdringung von Erd- oder Stadtgas sei vorrangig ein deutsches Problem. Die Tankstellennetze in Ländern wie Italien, Japan oder den Niederlanden seien hier deutlich weiter. In Deutschland ist laut Wachtmeister die „Angst“ vor explosivem Gas der entscheidende Hemmfaktor.
Intelligente Software
Neben Effizienzverbesserungen bei verbrennungsmotorischen Antrieben und alternativen Hybrid- und E-Konzepten kann das prädiktive Energiemanagement auch mittels vernetzter Software um bis zu vier Prozent verbessert werden. Friedrich Graf, Director Development Powertrain, Technology and Innovation, Continental Automotive GmbH, Regensburg, zeigte beispielhaft auf, wie mit Hilfe verschiedener Sensoren – Radar, GPS, Temperatur – und weiterer Informationen über Navigation, Verkehrsdichte, Straßenzustand und zum Beipiel Steigungen ein optimales Energiemanagement berechnet und eingestellt werden kann. Auch das integrierte Heizsystem und die Ladevorgänge können besser geplant und geregelt werden. Ein Beispiel ist hier die thermische Rekuperation. Für zukünftige Elektrofahrzeuge müsse das Energiemanagement des Elektrosystems mit dem des Antriebsteils verbunden werden. Hier lasse sich der Zielkonflikt zwischen Komfort und Reichweite über eine intelligente Vorausschau besser lösen. Grundsätzlich dürfe das Energiemanagement künftig nicht mehr auf bestimmte Zyklen bezogen werden: „Wir müssen wissen, wie die Streuung ist und wer mit dem Fahrzeug fährt“, betonte Graf. Je komplexer Antriebe in Zukunft werden, desto wichtiger werde die Rolle der intelligenten Software.
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