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Studie Deutsche Premium-OEMs verfehlen CO2-Ziele

| Redakteur: Michael Ziegler

Die EU-Vorgabe ist klar: 95 Gramm CO2-Flottenausstoß bis 2020. BMW und Daimler werden es laut einer aktuellen Studie nicht schaffen. Über die Berechnungsgrundlagen, wie Fahrzyklus oder Supercredits, wird jedoch noch verhandelt – und technisch besteht auch noch Potenzial.

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Mit 69 Gramm CO2 pro Kilometer setzt der Mercedes-Benz S 500 Plug-in-Hybrid einen kaum für möglich gehaltenen Emissionswert für Luxuslimousinen – zumindest laut NEFZ-Zyklus. Das ist auch dringend notwendig, denn laut einer aktuellen Studie ist Daimler das Schlusslicht der deutschen Premium-Flotten.
Mit 69 Gramm CO2 pro Kilometer setzt der Mercedes-Benz S 500 Plug-in-Hybrid einen kaum für möglich gehaltenen Emissionswert für Luxuslimousinen – zumindest laut NEFZ-Zyklus. Das ist auch dringend notwendig, denn laut einer aktuellen Studie ist Daimler das Schlusslicht der deutschen Premium-Flotten.
(Foto: Daimler )

Es ist die Herausforderung an die Automobilindustrie: Wer in Zukunft in Europa Pkw verkaufen möchte, darf – über die gesamte Flotte gerechnet – ab 2015 nicht mehr als 130 Gramm CO2 pro Kilometer in die Atmosphäre entlassen. Diesen ersten Schritt gehen auch die Premium-OEMs mit ihren tendenziell schweren und leistungsstarken Modellen noch mehr oder weniger mühelos mit. Wenn ab 2020 nur noch 95 Gramm Kohlenstoffdioxid die Abgasanlage verlassen dürfen, wird jedoch besonders für unsere „großen deutschen“ die Luft dünn.

Im weltweiten Vergleich belegt Europa damit Platz Eins – strengere Zielwerte gibt es sonst nirgends. Nach derzeitigem Stand wird Japan 2020 noch maximal 105 Gramm ausstoßen, China 117 und die USA gönnen sich ganze 121 Gramm (siehe Grafik). Gerade die deutsche Autoindustrie wirft der EU vor, hier noch keine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie gefunden zu haben. VDA-Präsident Matthias Wissmann suchte in jüngster Vergangenheit Unterstützung bei der Bundesregierung, um diesen Prozess voranzutreiben.

Die EU hat mit 95 Gramm im Jahr 2020 die strengste CO2-Verordnung weltweit.
Die EU hat mit 95 Gramm im Jahr 2020 die strengste CO2-Verordnung weltweit.
(Quelle: ICCT )

Noch keine endgültigen Beschlüsse zur Emissionsberechnung

Ein erster Erfolg, der auch auf das Bestreben der Bundeskanzlerin zurückgeht: Bisher wurden noch keine endgültigen Beschlüsse zur Emissionsberechnung verabschiedet, sprich Supercredits und Co. können noch entsprechend nachverhandelt werden. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler erklärte dazu: „Wäre die CO2-Regulierung umgesetzt worden, hätte dies der deutschen Autoindustrie und deutschen Arbeitsplätzen geschadet.“ Umweltverbände schimpfen, die schwarz-gelbe Koalition sei vor der starken Autolobby eingeknickt – die Bundesregierung beruft sich auf die Sicherung von Arbeitsplätzen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Wie auch immer man zu diesem Thema steht: Oberklasse-Hersteller wie Mercedes, BMW und Audi stellen laut dem VDA circa 60 Prozent der rund 730.000 Jobs in der deutschen Autobranche, und diese Premiumfahrzeug-Flotten treffen die CO2-Grenzwerte am härtesten.

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