E-Fuels, Wasserstoff oder Batterie? „Die Akteure sind anfällig für irrationale Entscheidungen“

Autor: Hartmut Hammer

Die Automobilbranche sucht derzeit nach dem Antriebsmix der Zukunft. „Interessante Erfahrungen für diesen Prozess kann der Stromsektor liefern“, sagt Patrick Jochem vom DLR.

Batterieelektrische Pkw könnten durch zeitverzögertes oder bidirektionales Laden das volatile Stromangebot als intelligenter Speicher stabilisieren.
Batterieelektrische Pkw könnten durch zeitverzögertes oder bidirektionales Laden das volatile Stromangebot als intelligenter Speicher stabilisieren.
(Bild: Bosch)

Herr Jochem, was macht die Entscheidung für den richtigen Antrieb so schwierig?

Die Diskussion wird immer noch von der Automobilindustrie bestimmt, die traditionell sehr technische und segmentierte Lösungen verfolgt. Diese Strategie war über Jahrzehnte sehr erfolgreich. Der berühmte „Blick über den Tellerrand“ war aber nicht unbedingt gefragt. In dieser Gemengelage hat es eine Gesamtsystemperspektive schwer, Gehör zu finden. Dabei werden im Verkehrsbereich techno-ökonomische Gesamtanalysen teilweise schon eingesetzt. Allerdings fehlt zum Beispiel noch die Verknüpfung mit der Herkunft der Energieträger und dem Thema Verkehrsverlagerung und -vermeidung, das ein enormes Energiesparpotenzial in sich birgt.

Die Stromnachfrage könnte man bei zeitgesteuertem Laden leicht ohne weiteren Zubau an Kraftwerkskapazitäten realisieren.

Insbesondere bei Pkw wird teils sehr hitzig über die künftigen Energieträger diskutiert. Wie könnte man diese „Glaubensfrage“ konstruktiv lösen?

Die Energieforschung bewertet diese Fragestellung seit Jahrzehnten mit etablierten Modellen. Dort bilden CO2-Ziele, gepaart mit Kostenpotenzialen, den Orientierungsrahmen. Anschließend werden alle technischen Optionen samt ihrer techno-ökonomischen Parameter in die Energiesystemmodelle beziehungsweise die Fahrzeugbestandsmodelle integriert. Output dieser Modelle ist am Ende ein kostenoptimaler Transformationspfad aus techno-ökonomischer Sicht.

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