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Alternative Antriebe Die Antriebsstrategie der PSA-Gruppe

| Autor / Redakteur: Thomas Günnel und Wilhelm Mißler / Thomas Günnel

Auf ihrem Technik-Tag Anfang des Jahres stellte die PSA-Gruppe vor, auf welche alternative Antriebskonzepte sie setzt. Kurz darauf hatten die Franzosen eine Weltpremiere: die Kastenwagen Partner und Berlingo mit elektrischem Antrieb.

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Hybridisierung ohne Batterie und Elektromotor – der alternative Antrieb funktioniert mit verdichtetem Stickstoff, einer Hydraulikpumpe und einem Hydraulikmotor.
Hybridisierung ohne Batterie und Elektromotor – der alternative Antrieb funktioniert mit verdichtetem Stickstoff, einer Hydraulikpumpe und einem Hydraulikmotor.
(Foto: PSA)

Die am meisten beachtete Neuvorstellung beim Technik-Tag in Paris war sicherlich das hydraulische Hybrid-Antriebssystem für Personenkraftwagen. Der französische Konzern PSA entwickelt es zusammen mit Bosch. Der Vorteil des Systems: Für die zweite Antriebsquelle sind keine Batterien erforderlich – stattdessen treibt komprimiertes Gas einen Hydraulikmotor an. Grundsätzlich funktioniert der „Hybrid Air“ genannte Antrieb ähnlich elektromechanischen Hybridantrieben, nur ohne Batterie und Elektromotor: Wenn der Fahrer das Bremspedal betätigt, leitet eine mit der Antriebsachse verbundene Hydraulikpumpe Öl aus einem Ausgleichsbehälter in einen Druckspeicher – das Volumen beträgt rund zehn Liter – der auf diese Weise Stickstoff verdichtet.

Peugeot Hybrid-Air
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Kurze Strecken ohne Verbrennungsmotor

Die Verzögerung des Autos bis zu einem gewissen Bremspedalweg oder bis zur vollständigen Füllung des Druckspeichers leistet hier die Hydraulikpumpe und nicht die Betriebsbremse des Fahrzeugs. Mit dem verdichteten Gas lässt sich anschließend bei Bedarf mittels des Öls die Hydraulikpumpe wieder antreiben und als Motor nutzen. Die entstehende Kraft reicht aus, um das Auto zu beschleunigen oder auch kurze Strecken ohne die Hilfe des Verbrennungsmotors zu bewegen. Zusätzlich ist es möglich, beide Antriebsquellen zu kombinieren. Das hat zwei Vorteile: Da die Hydraulikpumpe einen höheren Fahrwiderstand erzeugt, kann der Verbrennungsmotor mit einem besseren Wirkungsgrad arbeiten. Parallel dazu füllt sich der Gasspeicher und kann bei konstanter Fahrt den Verbrennungsmotor unterstützen. Dieses Wechselspiel führt laut Bosch und PSA zu durchschnittlich 30 Prozent weniger CO2 im neuen europäischen Fahrzyklus und bis zu 45 Prozent weniger in einem rein städtischen Fahrzyklus. Die mögliche Kraftstoffeinsparung beträgt entsprechend bis zu 45 Prozent.

Mit konventionellen Antrieben kombinierbar

Das Konzept ist grundsätzlich mit allen konventionellen Antrieben kombinierbar. Im ersten Schritt soll es im Kleinwagen-Segment zum Einsatz kommen. Es sei aber auch für weitere Pkw-Segmente sowie leichte Lieferfahrzeuge im städtischen Verkehr geeignet. Die größten Vorteile des hydraulisch-mechanischen Antriebssystems: Es ist günstig, robust und beansprucht wenig Bauraum. Der Druckspeicher befindet sich im Mitteltunnel des Fahrzeugs. Der Ausgleichsbehälter für das Hydrauliköl ist unter dem Kofferraumboden montiert. Da für die Wartung des Systems keine spezielle Infrastruktur erforderlich ist, lässt es sich auf einfache Weise weltweit einsetzen. Derzeit befindet sich das Antriebssystem noch im Prototypenstatus und soll frühestens ab dem Jahr 2016 erhältlich sein.

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