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Alternative Antriebe Die Antriebsstrategie von BMW

| Redakteur: Claus-Peter Köth

BMW-Entwicklungschef Herbert Diess über die neue, modulare Motorengeneration, das Downsizing von Sechs- auf Vierzylinder, die Vorteile der Elektromobilität sowie die Zusammenarbeit mit Toyota und der TU München bei der Entwicklung eines L7e-Fahrzeugs.

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BMW-Entwicklungschef Herbert Diess: „Wir glauben an die Elektromobilität.“
BMW-Entwicklungschef Herbert Diess: „Wir glauben an die Elektromobilität.“
(Foto: BMW)

Herr Dr. Diess, wann wird die neue, modulare Motorengeneration eingeführt?

Der BMW i8 wird das erste Modell sein, das den Dreizylinder in einer leistungsstarken Ausbaustufe bekommt, dort kombiniert mit einer großen E-Maschine. Anschließend werden die Drei-, Vier- und Sechszylinder in weiteren Baureihen ausgerollt, sukzessive dann auch die Dieselvarianten.

Geschieht das in der laufenden Serie?

Nein. Da ein neuer Motor auch immer Anpassungen auf der Fahrzeugseite bedeutet, macht es Sinn, dass wir Modellüberarbeitungen oder neue Modellgenerationen als Anlass für die Einführung nehmen.

Wie läuft der Verkauf von Motoren an andere Hersteller?

Es gibt bereits einige Projekte, die schon laufen. Sehr wichtig ist dabei die Vereinbarung mit Toyota zur Lieferung von hocheffizienten 1,6- und 2,0-Liter-Dieselmotoren. Lange gab es ja die Diskussion, ob nun der Hybrid oder der Diesel das Rennen macht. Wenn sich mit Toyota jetzt der Hybridpionier entscheidet, in signifikanten Volumina unsere Diesel in seiner Flotte einzusetzen, dann ist das auch eine Bestätigung unserer Strategie. Denn wir halten weiterhin den Diesel für wichtig, um CO2 zu reduzieren, und er ist technologisch absolut gleichauf mit einem Hybrid.

Sie haben in Toyota auch einen Kooperationspartner, der eigentlich klar sagt, dass er die reine Elektromobilität ablehnt.

Entscheidend ist, dass die Wichtigkeit der Elektrifizierung des Antriebsstrangs unumstritten ist. Die letzte offene Frage ist, wie schnell das passiert und welche Bedeutung die E-Maschine in Relation zum Verbrennungsmotor erhält. Wir sagen etwa beim i3: Im urbanen Umfeld, wenn es um den Weg zur Arbeit geht und wo es eine Ladeinfrastruktur gibt, ist das vollelektrische Fahren ideal. Der optionale kleine Verbrenner als Range Extender dient nur der Batterieladung und damit zur Verlängerung der Reichweite. Beim BMW i8 ist das anders. Er kombiniert einen Dreizylinder-Verbrenner mit einem starken E-Motor. Damit fährt er nicht nur extrem dynamisch, er kann auch über 30 Kilometer rein elektrisch gefahren werden und hat dabei eine Gesamtreichweite, die Sie von konventionellen Fahrzeugen kennen. Diese Plug-in-Hybridtechnologie werden wir in Zukunft in ähnlicher Form in all unsere Baureihen einfließen lassen.

Die Welt ändert sich – sicher auch durch das Thema Fracking. Öl dürfte billiger werden. Welche Vorteile hat eigentlich die E-Mobilität?

Die Elektromobilität hat natürlich den Vorteil, lokal emissionsfrei zu sein. Daher spielt sie eine entscheidende Rolle, um zum Beispiel die CO2-Emissionsziele der EU zu erreichen. Aber auch außerhalb der EU gibt es viele Regionen der Welt, die E-Mobilität fördern und fordern. Für den Kunden wird es eine neue Freude am Fahren sein, gerade wenn ich unseren BMW i3 anschaue: Der Kunde bekommt ein extrem fahrdynamisches Auto mit einem hohen Drehmoment praktisch aus dem Stand heraus, also Fahrfreude pur. Gleichzeitig kann er sich über ein eigenständiges, visionäres Design, extremen Leichtbau durch CFK, das revolutionäre Konzept und neue Dienstleistungen rund um das Automobil differenzieren. Wir glauben an die Elektromobilität.

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