Alternative Antriebe

Die Antriebsstrategie von Daimler

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Für welche Fahrzeugsegmente eignet sich der Brennstoffzellenantrieb?

Die Flexibilität dieser Technologie über das Portfolio hinweg ist viel größer als mit einem Batteriesystem. Über die B-Klasse hinaus ist zum Beispiel auch der Einsatz in größeren Limousinen denkbar.

Aber die neue S-Klasse mit Brennstoffzelle ist kein Thema.

Hier bieten wir den Kunden mit dem Plug-in-Hybrid-Antrieb ein sehr attraktives Paket an.

Sind bei den Batteriekosten in nächster Zeit größere Einsparungen zu erwarten?

Hier erwarte ich keinen Erdrutsch. Im Gegenteil: Die Materialkosten für die Batterie werden sich wenig verändern, und diese machen nun einmal 60 bis 65 Prozent der Gesamtkosten aus. Das heißt, es bleiben nur 35 bis 40 Prozent Potenzial zur Kostensenkung, etwa über Stückzahlen, Produktionsverbesserungen etc.

Wo liegt die Reichweiten-Grenze für Fahrzeuge, die mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet sind, und was kommt danach?

Bei einem Kleinwagen wie dem Smart werden wir damit eine Reichweite von 200 Kilometern nicht überschreiten. Danach kommen andere Materialien mit höherer Energiedichte in Betracht, etwa die Lithium-Luft- oder Lithium-Schwefel-Batterie. Allerdings befinden wir uns hier noch im frühen Forschungsstadium. Eine Serienreife erwarte ich frühestens in 15 bis 20 Jahren.

Stichwort Leichtbau: Wie wichtig ist das Thema für die Daimler AG, und wie sehen Sie sich hier im Wettbewerb positioniert?

Grundsätzlich ist der Leichtbau sehr wichtig geworden, um den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge zu reduzieren. In unserem Haus gibt es zum Beispiel klare Vorgaben, um wieviel leichter ein neues Fahrzeug werden muss. Nach intensiven Studien, Prototypenbau und Erprobung geht es aus heutiger Sicht nicht darum, eine Karosseriestruktur etwa ausschließlich aus einem Faserverbund-Werkstoff herzustellen. Wir verfolgen im Konzern vielmehr das Konzept des intelligenten Materialmix. Das heißt, wir setzen den jeweiligen Werkstoff dort ein, wo er am besten wirkt. Aber natürlich spielt vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch das Produktionsvolumen eine entscheidende Rolle.

Das Interview führte Claus-Peter Köth

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