Antriebstechnik Die Antriebsstrategie von Opel

Redakteur: Jan Rosenow

Der Verbrennungsmotor wird die Antriebstechnik noch sehr lange dominieren. Also muss er weiterentwickelt werden – das hat nun auch Opel erkannt. Mit komplett neuen Diesel- und Ottomotoren macht sich die GM-Tochter zukunftsfähig.

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Am italienischen Standort Turin hat Opel seine Abteilung für Dieselmotorenentwicklung angesiedelt.
Am italienischen Standort Turin hat Opel seine Abteilung für Dieselmotorenentwicklung angesiedelt.
(Foto: Opel)

In the year 2525 – wer kennt ihn nicht, den vage technologiekritischen Popsong, mit dem das Folkduo Zager&Evans in der späten Hippie-Ära einen Millionenhit landete? Ganz so weit in die Zukunft konnten die Marktforscher von LMC Automotive, einem Partnerunternehmen von J. D. Power, zwar nicht blicken, als sie ihre Untersuchungen über die zukünftige Antriebstechnik durchführten. Ihr Szenario reicht nur bis 2025 – aber was die Branchenbeobachter voraussagen, dürfte manch romantischer Vorstellung vom raschen Technologiewechsel in der Antriebstechnik einen herben Dämpfer versetzen.

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Auch im Jahr 2025 vorrangig Verbrennungsmotoren

Denn auch im Jahr 2025 werden die meisten Automobile von konventionellen Verbrennungsmotoren angetrieben, lautet die Prognose der Unternehmensberatung. Zwar zeigt die Studie, dass immerhin 36 Prozent der dann rund 110 Millionen pro Jahr verkauften Einheiten mit einer alternativen Antriebstechnik ausgestattet sind. Aber das sind überwiegend Hybride – also Kombinationen aus Verbrennungs- und Elektromotor. Für rein elektrische Modelle bleiben nach diesem Szenario gerade mal 2,5 Prozent vom Weltmarkt. Daraus ergibt sich für die Automobilindustrie die Pflicht, den guten alten Kolbenmotor nach System Otto oder Diesel kontinuierlich weiterzuentwickeln, damit er zukünftige Autos mit einem Minimum an Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß antreiben kann. Das Zauberwort dafür lautet Downsizing. Laut LMC Automotive werden mehr als die Hälfte der im Jahr 2025 angebotenen Motoren Vierzylinder sein, deren Wirkungsgrad durch Turboaufladung, Direkteinspritzung und Start-Stopp-Anlagen verbessert wird.

Opel plant 13 neue Motoren

Im Vergleich zu vielen Konkurrenten auf dem Volumenmarkt – in erster Linie Volkswagen, aber auch Ford – hat Opel auf diesem Gebiet noch nicht viel vorzuweisen. Doch das soll sich ändern: Bis 2016 will der Rüsselsheimer Hersteller vier Milliarden Euro unter anderem in 13 neue Motoren sowie mehrere moderne Getriebebauarten stecken und damit seinen Rückstand aufholen. Bereits serienfertig sind ein Diesel und ein Benziner, beide mit 1,6 Litern Hubraum, Turbolader und Direkteinspritzung. Sie sind mit einem ebenfalls neu entwickelten Schaltgetriebe kombiniert. Prototypenstatus haben derweil ein Insignia mit Achtgang-Wandlerautomatik und ein Adam mit neu entwickeltem automatisierten Getriebe.

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