Durchstarten 2021 „Diese Krise hat alte Denkbarrieren eingerissen“

Autor: Sven Prawitz

Auch beim Automobilzulieferer SEG Automotive hat die Corona-Pandemie viel verändert. Geschäftsführer Peter Sokol spricht über die positiven Ergebnisse und blickt kritisch auf geplante Gesetze.

Peter Sokol ist CEO des Automobilzulieferers SEG Automotive.
Peter Sokol ist CEO des Automobilzulieferers SEG Automotive.
(Bild: SEG Automotive)

Herr Sokol, die EU will zur Musterregion in Sachen Klimaschutz avancieren – insbesondere die Automobilindustrie soll dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Schießt Brüssel mit seinem Regulierungsehrgeiz und seinen neuen CO2-Zielen über das Ziel hinaus?

Auch wenn die Corona-Pandemie aktuell alles überstrahlt, bleibt der Klimawandel die zentrale Herausforderung für die Menschheit. Der Ehrgeiz der EU ist daher durchaus sinnvoll, aber eine Vorfestlegung auf BEVs und PHEVs schadet dem Klima und dem Wettbewerb. BEVs stoßen mit dem aktuellen europäischen Strommix nicht null Gramm CO2 aus – und PHEVs auf Grund des Nutzerverhaltens viel mehr als in theoretischen Modellen.

Wir brauchen eine überlegte, differenzierte und technologieoffene Gesetzgebung – und man muss die Zeitachse sehen, auf der Maßnahmen wirken. Die größten und schnellsten CO2-Einsparungen erreichen wir durch die Kombination von Lösungen. Kurzfristig sind dies zum Beispiel EVs im Stadtverkehr, 48-Volt-Hybridisierung von Verbrennern oder auch eine Beimischung synthetischer Kraftstoffe. Langfristig dann je nach Einsatzgebiet BEVs, die Brennstoffzelle oder auch synthetische Kraftstoffe für die Bestandsflotte.

Über den Autor

 Sven Prawitz

Sven Prawitz

Fachredakteur, »Automobil Industrie« und Next Mobility