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Donkervoort und Bugatti? Dieser Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt. Denn zumindest auf den ersten Metern kann der GTO locker mit den üblichen Supersportwagen mithalten – und dass, obwohl der bei Audi eingekaufte Fünfzylinder-Turbo-Direkteinspritzer aus seinen 2,5 Litern Hubraum in der schärfsten Variante gerade einmal 280 kW/380 PS schöpft. Doch bei einem Leistungsgewicht weit unter zwei Kilo pro PS reichen 380 PS und maximal 475 Nm allemal aus, um ganz vorne mitzufahren.
Von 0 auf 100 jedenfalls braucht man im GTO nur 2,8 Sekunden. Aber dafür jede Menge Zutrauen. Denn nur eine Handbreit über dem Asphalt und festgeschnallt in einer Rennzigarre, fühlt man sich ein bisschen wie Evil Kneevel, kurz bevor er aus einem Kanonenrohr geschossen wird. Da ist es dann auch kein Schaden, dass der Donkervoort nur 270 km/h schafft – denn bevor dem Auto die Kraft ausgeht, hat auch den tapfersten Fahrer längst der Mut verlassen.
Die Zeit dazwischen ist allerdings ein Genuss, wie man ihn in einem Auto heute nur noch selten erlebt. Echt, authentisch und direkt, ohne dass einem irgendeine Elektronik einen Strich durch die Rechnung macht: Die schwergängige Lenkung funktioniert fast intuitiv, in den Kurven haften die breiten Walzen auf den 17-Zöllern am Asphalt, als wären sie von Pattex und nicht von Pirelli oder Goodyear, der Motor klingt so schmutzig und voll Leidenschaft wie die Oranje-Schlachtenbummler bei der Fußball-Weltmeisterschaft und die Straßenlage ist schier unerschütterlich. Die Plackerei beim Einsteigen ist deshalb nach ein paar Metern schon vergessen und ans Aussteigen will man gar nicht mehr denken. So lange der Tank noch nicht leer ist, hört hier eh keiner auf.
„Nackte Kanone“ hat ihren Preis
Jetzt hofft Donkervoort, dass sich möglichst viele Kunden für die nackte Kanone aus Lelystad erwärmen können. Denn natürlich würde er lieber heute als morgen zurück zu jenen 100 Autos im Jahr, die er zu besseren Zeiten vor der Wirtschaftskrise mal gebaut hat. Platz in der Halle wäre noch, sein Personal könnte er ruck zuck aufstocken und mit ein bisschen Übung sollte die Mannschaft für den GTO auch keine 600, sondern irgendwann nur noch 400 Stunden brauchen.
Damit das kein ferner Traum bleibt, hat Donkervoort auch bei der Preisfindung Maß gehalten. Klar, Listenpreise zwischen 126.735 und 142.068 Euro für die Tuning-Variante „Performance“ sind verdammt hoch für ein Auto, das weniger Alltagsnutzen bietet als ein DAF aus den ersten Jahren. Aber sie sind ungewöhnlich niedrig für einen von Hand gebauten Sportwagen, der seltener zu sehen ist und schneller beschleunigt als die meisten Ferrari oder Lamborghini. „Aber bei uns zahlen sie nicht die Legende, sondern nur die Leistung“, gibt sich Donkervoort bescheiden. „Wir sind schließlich kein berühmter Sportwagenhersteller aus Italien sondern nur ein kleiner Autobauer aus Holland.“
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