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Fahrbericht DS7 Crossback: SUV für Designverliebte

| Autor: Jens Scheiner

Mit avantgardistischem Design und einer Fülle von technischen Innovationen schaffte der Citroën DS in den 50er, 60er und 70er Jahren den Sprung ins Premiumsegment. Mit dem DS7 Crossback will der PSA-Konzern nun zurück zu altem Glanz.

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Mit dem DS7 Crossback will der PSA-Konzern zurück zu altem Glanz. Wir haben das SUV in der „Be Chic“-Ausstattung getestet.
Mit dem DS7 Crossback will der PSA-Konzern zurück zu altem Glanz. Wir haben das SUV in der „Be Chic“-Ausstattung getestet.
(Bild: Jens Scheiner/»Automobil Industrie«)

Die Linienführung des DS7 Crossback kommt zwar nicht so revolutionär daher wie bei der „Göttin“, dennoch gefällt uns das schlichte Design mit stimmigen Proportionen und geraden Linien. Besonders auffällig ist die Frontpartie mit dem mächtigen sechseckigen Kühlergrill, den gut inszenierten Chromelementen und dem Lichtspiel: Sobald der Fahrer das Auto öffnet, drehen sich die LED-Elemente in den Scheinwerfern und leuchten dabei rot auf. Das LED-Tagfahrlicht haben die Designer ganz unkonventionell vertikal an der Frontschürze angeordnet. Wesentlich futuristischer sind die schmalen LED-Heckleuchten in „Schuppenoptik“ – Ein echter Hingucker.

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Konsequentes Interieur-Design – mit Ausnahmen

So schlicht die Linienführung an der Außenhaut, so extravagant ist das Design im Innenraum. Neben hochwertig verarbeitetem Leder ist der Innenraum gespickt mit chromartigen Material in Rauten- bzw. Diamantoptik. Wie beispielsweise die ungünstig platzierten Fensterheber in der Mittelkonsole oder die Drehräder am Lenkrad. Aber auch am 12-Zoll großen Touchscreen (gegen Aufpreis) und dem ebenfalls 12-Zoll großen Digital-Cockpit unseres Testwagens findet sich dieses Muster wieder: Rautenförmige Anzeigen nennen beispielsweise Geschwindigkeit, Drehzahl sowie Navigation.

Insgesamt wirkt das Interieur-Design schlüssig, bis auf ein paar Ausnahmen: Das Muster der Ledersitze passt für unser Empfinden nicht zum Rest des Innenraumdesigns. Gleiches gilt für die analoge Uhr, die von Digitaldisplays mit Touch-Flächen und sensitiven Tasten umgeben ist. Und warum die Ingenieure den Start/Stopp-Knopf weit oben und mittig im Armaturenbrett platziert haben, bleibt uns ein Rätsel.

Genauso wie die teilweise verschachtelte und unübersichtliche Menüführung des Infotainmentsystems. Obwohl sensitive Tasten unterhalb des Touchscreens den Weg durch das Hauptmenü weisen sollen, werden schon einfachste Befehle wie beispielsweise das Einstellen des Gebläses zur reinen Nervensache, denn nicht immer erscheinen alle gewünschten Optionen. So wie auch bei der Sitzheizung (optional) der bequemen und gut konturierten Sitze. Diese lässt sich über ein Symbol am Touchdisplay ganz einfach aktivieren, will man allerdings die Sitzkühlung (optional) anschalten, muss man sich erst einmal zäh durch das Menü klicken. Das gilt im Übrigen für zahlreiche Anwendungen. Deshalb empfehlen wir für die Navigation den gut funktionierenden Sprachassistenten, um das gewünschte Fahrziel zu erreichen. Dieser lässt sich ganz einfach über eine Taste am Lenkrad aktivieren. Was wir allerdings vermisst haben war neben einer Rückfahrkamera sowie einer elektrisch öffnenden Heckklappe, eine Ambientebeleuchtung für den Innenraum. Diese hat in unserem Testwagen mit der Ausstattungslinie „Be Chic“ gänzlich gefehlt und ist nicht einmal gegen Aufpreis zu haben. Für gewöhnlich gehören diese „Extras“ in einem Premiumfahrzeug zur Serienausstattung. Nicht so bei DS – die Liste der Sonderausstattung ist lang.

Durchzugsstark und sparsam

Dafür bietet das SUV ausreichend Platz für alle Passagiere – auch ab einer Körpergröße von 1,80 Metern. Selbst drei Personen haben ausreichend Bein-, Schulter und Kopffreiheit auf der Rückbank, obwohl das Dach nach hinten leicht abfällt. Und dank der sehr guten Dämmung und des leisen Diesel-Aggregats waren Gespräche mit allen Passagieren problemlos möglich. Selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 150 km/h. Der Zweiliter-Diesel mit 130 kW/180 PS überzeugt mit Laufruhe und sanfter Kraftentfaltung. Bei Bedarf beschleunigt der DS7 Crossback in 9,4 Sekunden auf 100 km/h. Die Achtgangautomatik von Aisin schaltet weich und angenehm, ruckelt nicht und wechselt die Gänge zügig.

Die harmonischen Schaltvorgänge machen sich mitunter auch beim Verbrauch bemerkbar: Bei unseren Testfahrten in der Stadt, auf der Landstraße und der Autobahn lag dieser bei nur 5,8 Litern. Das ist für ein SUV in dieser Größe ein durchaus guter Wert. Und auch der Fahreindruck des 1,7 Tonnen schweren DS7 Crossback überrascht positiv. Das Fahrwerk schluckt Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher ohne größere Schläge weg, rollt dabei sanft ab und kann bei Bedarf trotzdem angenehm straff und mit wenig Seitenneigung um die Kurven gehen. Verantwortlich dafür ist eine Stahlfederung sowie eine Kamera an der Frontscheibe die Unebenheiten erkennt und die adaptiven Dämpfer entsprechend in Echtzeit anpasst. Gemeinsam mit den unterschiedlichen Modi schwingt der DS7 im Komfort-Modus weich und angenehm daher und strafft im Sport-Modus das Fahrwerk spürbar. Gleiches gilt für die Lenkung und auch die Automatik schaltet knackiger in den nächsten Gang.

Teilautomatisiertes Fahren

Erstaunlich gut sind auch die Assistenzsysteme aufeinander abgestimmt: So kann der DS7 Crossback teilautomatisiert fahren und übernimmt dabei das Lenken, Beschleunigen sowie Bremsen. Auf Knopfdruck hält er dabei sowohl das Tempolimit als auch den Abstand zum Vordermann selbstständig ein. Der aktive Spurhalteassistent übernimmt seine Aufgaben insgesamt harmonisch und feinfühlig – teilweise auch in engen Autobahnkurven lenkt der DS7 einige Sekunden zuverlässig alleine. Nur bei Baustellen hat das System versagt – allerdings war hier die Spurführung selbst für den Fahrer irreführend. Hin und wieder hat das System auch Tempolimits gekonnt ignoriert oder falsch wiedergegeben. Abgesehen von diesen Kleinigkeiten haben die Assistenten gut und sicher ihren Dienst verrichtet.

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Mit dem DS7 Crossback geben die Franzosen einen Vorgeschmack auf ihr Verständnis von Premium. Zwar kann der DS7 mit seiner schlichten Linienführung dem Citroën DS von früher optisch nicht das Wasser reichen, aber wie damals haben die Ingenieure das Fahrzeug mit reichlich Technik ausgestattet. Und auch die Verarbeitung und die Materialien sind hochwertig. All das hat allerdings seinen Preis: Den DS7 Crossback in der „Be Chic“-Ausstattung gibt es ab 39.790 Euro. Mit der Sonderausstattung unseres Testwagens muss man 54.780 Euro auf den Tisch legen.

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 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE