Suchen

Entwicklungsdienstleister

Engineering: AKKA will an die Spitze

| Autor/ Redakteur: Christian Otto / Christian Otto

Der Engineering- und Consulting-Dienstleister AKKA hat sich nach der vollständigen Integration der MBtech neue Ziele gesetzt. Das Unternehmen will in Europa und Deutschland Nummer eins werden. Dafür braucht es Innovationskraft, die man mit eigenen Fahrzeugen wie den Smart Bertone verdeutlichen will.

Firmen zum Thema

Akka präsentierte in Sindelfingen den Smart Bertone.
Akka präsentierte in Sindelfingen den Smart Bertone.
( Bild: @AKKA GMBH & CO KGAA )

Radnabenmotoren an der Vorderachse, 280 elektrische PS, 2.300 Nm Drehmoment und nur 5,2 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h. Hinzu kommt ein auffälliges Äußeres. Dieses interessante Paket präsentierte nun der Engineering- und Consulting-Dienstleister AKKA an seinem Hauptsitz in Sindelfingen. Der sogenannte Smart Bertone, der seinen Look der gleichnamigen Stylingmarke der AKKA-Gruppe verdankt, basiert auf einem herkömmlichen Smart.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Mit dem Projekt, das laut dem Verantwortlichen Jean-Philippe Banquet in nur neun Monaten umgesetzt wurde, möchte AKKA verdeutlichen, dass man als Partner der Automobilindustrie schnell Technik für die Elektromobilität bieten kann. Dabei ist der Smart Bertone ausdrücklich nicht für den Markt bestimmt, sondern ein reines Konzeptfahrzeug: „Wir werden keine Autos bauen oder verkaufen. Wir verstehen uns nicht als OEM. Das ist nicht unser Job“, so Banquet.

Technisch sehr aufwendig

Im Detail erhielt der Smart dafür nicht nur ein neues Außen- und Innendesign von Bertone. Vielmehr modifizierten die Ingenieure auch das Fahrwerk, den Antrieb und die Leistung. Französische AKKA-Ingenieure haben hierfür die Mechanik konzipiert und die dafür nötige Simulation vorgenommen. Deutsche AKKA-Ingenieure wiederum haben mit dem slowenischen Innovationspartner Elaphe und dem Fahrwerkhersteller K&W Suspensions einen neuen Antriebsstrang konzipiert, um die Beschleunigungs- und Bremsphase zu optimieren. Dafür wurden zwei zusätzliche Elektromotoren an den Vorderrädern integriert und eine dafür geeignete Batterie gebaut.

Die Radnabenmotoren sind eine Besonderheit, die laut Banquet in dieser Form noch in keinem Serienfahrzeug verbaut hat. OEMs wie Renault hätten hierfür auch schon Interesse bekundet. Zudem stand AKKA beim Bertone Smart auch vor verschiedenen technischen Herausforderungen. Grundsätzlich baute der EDL nämlich nicht ein komplett neues Fahrzeug auf, sondern griff auf ein bestehendes Produkt zurück und modifizierte es. Aus 80 wurden dabei 280 PS. Dabei kommen 1.600 Nm von der Vorder- und 700 Nm von der Hinterachse. Dieser Leistungssteigerung entsprechend musste vor allem die Bremse angepasst werden.

AKKA will Akteur sein

Der Bertone Smart steht für Régis Sandrin, CEO AKKA Technologies Deutschland, in der erfolgreichen Tradition von Konzepten wie dem Link & Go, der schon 2014 Premiere feierte und vor allem als Versuchsträger für das autonome Fahren heute noch genutzt wird. Es war zu dieser Zeit eines der wenigen Fahrzeuge, das schon autonom unterwegs war. Heute sieht sich AKKA deshalb technologisch beim Thema autonome Fahrfunktionen sehr weit vorne.

„Bei der Elektromobilität wollen wir diese Innovationskraft auch zeigen. Deshalb investieren wir in das Projekt Smart Bertone und zeigen damit, dass wir ein Akteur sind und nicht erst auf Trends reagieren“, erklärt Sandrin. Zudem haben aus seiner Sicht solche Projekte auch eine Wirkung auf dem Arbeitsmarkt und bei der eigenen Belegschaft. Man zeige, dass man eben nicht nur ein Werksvertragspartner der OEMs und Zulieferer sei, sondern ein Technologie-getriebenes Unternehmen.

Als solcher müsse AKKA die Kundenerwartungen kennen. Diese wollen laut Sandrin Ideen und Technologiekompetenz: „Wir müssen wissen, was unsere Kunden in den kommenden fünf bis zehn Jahren wollen“, so der CEO. Damit verbindet er auch den Anspruch, führender Entwicklungsdienstleister in Europa zu werden. Ein Muss dafür sei, eine End-to-End-Entwicklung anbieten zu können. Früher habe man vertikal die Themen bedient und heute sei eine horizontale Steuerung gefordert. Der Grund liege im Plattformansatz der OEMs.

Nummer eins als klares Ziel

In Europa nehme AKKA derzeit den dritten Platz unter den Engineering-Unternehmen ein. Weltweit hat die Gruppe 1,7 Milliarden Euro Umsatz in 2018 erreicht und dabei 21.019 Mitarbeiter beschäftigt. In Deutschland setzt man ebenfalls klar auf Wachstum. Mit 511 Millionen Euro Jahresumsatz 2018 trägt man dabei auch einen erheblichen Anteil am Erfolg des Gesamtunternehmens. Hierzulande sind 5.400 Mitarbeiter für AKKA tätig. Auch für Deutschland formuliert Régis Sandrin eine klare Strategie: „Wir wollen Nummer eins werden.“ Das soll spätestens 2022 gelingen. Weltweit will die Gruppe einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro erreichen.

Deutschland bleibt allerdings stark Automotive-geprägt. Dabei habe AKKA einen sehr guten Zugang zu Daimler, die bis zum letzten Jahr noch Anteile am damaligen Joint Venture MBtech hielten. Die MBtech wurde nun vollends integriert und AKKA als gemeinsame Firmierung gewählt. Neben der hiesigen Präsenz hat die Gruppe insgesamt 135 Standorte in 22 Ländern und will damit bei den Kunden weiter punkten.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45904205)

Assystem; Opel Automobile GmbH; EDAG; BMW; Johannes Untch/Vogel Communications Group; csi; Daimler; ; Akka; @AKKA GMBH & CO KGAA; Bertrandt; Mazda; Bain & Company; Carver; Elring Klinger; Auto-Medienportal.Net/Jaguar Land Rover; IAV; Patrick Langer, KIT; Porsche; Christoph Schönbach/Magna; Röchling Automotive; BBS Automation; CSI Entwicklungstechnik; Composites Europe; Wilfried Wulff/BMW; Novelis; Edag; Opel ; Toroidion; Jens Scheiner/»Automobil Industrie«; Hyundai