Suchen

Karriere

EY-Studie: Zahl der Frauen in Vorständen steigt langsam

| Autor: Jens Scheiner

In deutschen Unternehmen arbeiten immer mehr Frauen im Top-Management. Dennoch sind Frauen in Vorständen immer noch eine Seltenheit, wie aus einer Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht.

Firmen zum Thema

Wie aus einer veröffentlichten Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht, arbeiten in deutschen Unternehmen arbeiten immer mehr Frauen im Top-Management.
Wie aus einer veröffentlichten Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht, arbeiten in deutschen Unternehmen arbeiten immer mehr Frauen im Top-Management.
(Bild: BMW)

Der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen der Dax-, MDax- und SDax-Unternehmen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen: In den 160 Konzernen arbeiteten zum Stichtag 1. Januar 2019 insgesamt 61 Frauen in den Vorstandsgremien – das sind elf Frauen mehr als noch vor einem Jahr und sechs mehr als zur Jahresmitte 2018. Insgesamt stieg der Frauenanteil damit von 7,3 auf 8,6 Prozent, wie aus einer veröffentlichten Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht.

Bildergalerie

„Frauen sind in deutschen Vorständen immer noch eine Seltenheit“, stellt Ulrike Hasbargen, Leiterin des Bereichs People Advisory Services bei EY, fest. „Die Top-Etagen der meisten deutschen Konzerne bleiben bis auf weiteres in Männerhand.“ Die Vorstände der meisten Unternehmen aus den drei Börsenindices sind nach wie vor eine reine Männerdomäne: 67 Prozent der Vorstandsgremien sind den Angaben zufolge ausschließlich mit Managern besetzt.

Zwar sieht Hasbargen Fortschritte, dennoch vollzieht sich der Wandel sehr langsam. Wenn die Zahl der Frauen in den Vorstandsgremien weiterhin nur in dieser Dimension steigt wie im letzten Jahr, wird es bis zum Jahr 2034 dauern, bis ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt ist.

Frauenanteil im Dax fast dreimal so hoch wie im SDax

Der Studie zufolge ist der Frauenanteil in den Vorständen der Top 30-Unternehmen bisher am größten: Dieser stiegt innerhalb eines Jahres um 2,1 Prozentpunkte auf jetzt 14,5 Prozent. Inzwischen haben 77 Prozent der Dax-Unternehmen – also 23 – mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied, vor einem Jahr waren es 21, vor zwei Jahren 17 Unternehmen.

In den MDax gelisteten Unternehmen stieg der Anteil der Frauen von 13 auf 19. Allerdings beschäftigen gerade einmal 27 Prozent der MDax-Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand. Im SDax nahm die Zahl der weiblichen Vorstände von 13 auf 14 zu. Besonders häufig sind Frauen in den Chefetagen der Telekommunikationsunternehmen (16 Prozent) anzutreffen, gefolgt von der Finanzbranche (13 Prozent) und Logistikunternehmen (12 Prozent). Im Handel liegt der Frauenanteil hingegen lediglich bei drei Prozent.

Verantwortung für das operative Geschäft

Der Studie zufolge sind weibliche Vorstandsmitglieder in erster Linie für operative Bereiche ihrer Unternehmen zuständig – etwa für Produktion oder Logistik: 30 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder tragen Verantwortung für das operative Geschäft, weitere vier Prozent sind als COO tätig. 24 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder verantworten den Bereich Personal, 22 Prozent sind als CFO für die Finanzen verantwortlich.

Damit die Unternehmen nicht nur die gesetzlich vereinbarte Frauenquote einhalten, sondern darüber hinaus noch mehr weibliche Managerinnen einstellen, sei es wichtig bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. Denn für viele Frauen ende die Karriere, wenn sie Kinder bekämen, beobachtet Hasbargen. „Aber ebenso wichtig ist ein Umdenken in den Unternehmen und im meist männlich besetzten Top-Management. Ohnehin hat Deutschland gar keine andere Wahl, als verstärkt auf Frauen auch in Führungspositionen zu setzen. Dafür sorgt schon der demografische Wandel, der das Reservoir an Arbeitskräften in den kommenden Jahren deutlich schrumpfen lässt.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45678182)

Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE