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Neue Modelle Fahrbericht Toyota Aygo: Auffallen erwünscht

| Redakteur: Christian Otto

Fast zehn Jahre war die erste Generation des Aygo unterwegs. 700.000 verkaufte Exemplare sprechen für eine Erfolgsgeschichte. Doch die Konkurrenz schläft nicht und Toyota bringt sein kleinstes Modell mit neuem Design und einem großen Variantenreichtum.

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Toyota nimmt mit einem ganz neuen Aygo den Kampf gegen die gewachsene Konkurrenz im Segment auf.
Toyota nimmt mit einem ganz neuen Aygo den Kampf gegen die gewachsene Konkurrenz im Segment auf.
(Foto: Toyota)

Der Wunsch nach Individualität reizt vor allem junge Kunden. Auch beim Auto will man sich abgrenzen. Mit der Neuauflage des Aygo könnte das gelingen. Denn vor allem optisch bieten sich diverse Konfigurationsmöglichkeiten. Drei ist dabei die Zahl der Wahl. Der Aygo kommt nämlich mit drei Editionsmodellen in drei Ausstattungsvarianten und drei Designpaketen. Dabei können Kunden auch nachträglich noch Änderungen an der Karosserie vornehmen. So ist die neue Front in X-Form jederzeit durch ein Bauteil in einer anderen Farbe austauschbar. Dieses, das neue Gesicht des kleinen Japaners prägende X, wirkt geradezu angriffslustig.

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Und diese Angriffslust ist aus Sicht der Toyota-Verantwortlichen auch nötig, um sich von den nun fast 20 Konkurrenzprodukten im Markt abzuheben. Als die erste Generation des Aygo 2005 Premiere feierte, waren es derer nämlich noch neun. Trotzdem setzen sich die Japaner robuste Ziele. Der Aygo soll einen Anteil von sechs Prozent im Segment erreichen und bis 2015 will man dafür 80.000 Fahrzeuge absetzen.

Japanische Gene betont

Die Mittel dafür sind neben der individuellen Design-Note gerade auch die Betonung der japanischen Gene. Darauf legten die Entwickler um Chefingenieur David Terai großen Wert. Zu diesen Genen zählen neben dem auffälligen Äußeren des Aygo, sein geringer Verbrauch und die sehr kompakte Fahrzeugform. Letztere umfasst nur 3,46 Meter Länge. Ein Raumwunder ist der neue folglich auch nicht geworden und für große Transporte ist er auch eher ungeeignet. Dennoch spendierten die Ingenieure dem Kofferraum weitere 29 Liter. Insgesamt 168 Liter kann der Gepäckbereich fassen. Zur Beförderung größerer Gegenstände können aber wie beim Vorgänger die Rücksitze umgelegt werden.

Das Thema Sitzen ist im Aygo eine Frage der Perspektive: Während Beifahrer und Fahrer ansprechend sitzen und auch eine ausreichende Beinfreiheit genießen, ist der Platz im Fond eher begrenzt. Gerade die nun auch erhältlichen Ledersitze bringen den Sitzenden in der ersten Reihe durch guten Seitenhalt und ein gute Sitzposition Freude, während sie den Knien der Fond-Passagiere auch bei durchschnittlicher Körpergröße den nötigen Platz rauben. Der Radstand ist dabei im Vergleiche zur ersten Generation mit 2,34 Meter gleich geblieben.

Kleiner Motor mit geringem Verbrauch

Der neue Aygo wird natürlich wieder mit seinen technischen verwandten Geschwister-Modellen von PSA und Peugeot im tschechischen Kolin vom Band rollen. Auch der Citroën C1 sowie der Peugeot 108 starten mit aktualisierten Varianten. Die Japaner haben sich von den Familienmitgliedern vor allem durch die erwähnte Optik ab, gehen aber auch mit ihrer 1,0-Liter kleineren Maschine mit 51 kW/69 PS ihren ganz eigenen Wag. Der neue Motor ist zwar um ein PS stärker geworden, bliebt aber auch das einzige Aggregat im Angebot. Je nach Version soll der Motor mit nur 3,8 Liter Benzin auskommen, was 88 g CO2 je km entspricht. Und da wären wir beim nächsten japanischen Gen, dem geringen Verbrauch. Dieser bestätigte sich bei der Testfahrt, wenn auch mit 4,6 Litern ein wenig mehr Kraftstoff nötig war.

Die Sparsamkeit ermöglichen Leichtlaufreifen und eine längere Übersetzung in den letzten beiden Gängen. Auch ein verbessertes Thermo-Management und einer höheren Verdichtung sollen dazu beitragen. Im Fahrbetrieb überzeugt der Aygo gerade im Stadtverkehr und über Land mit einem ordentlichen Antritt. Auf der Autobahn wird auch aus der aktuellen Generation kein souveräner Gleiter. Muss er allerdings auch nicht. Seine Stärken hat er definitiv im urbanen Umfeld. Und da fiel vor allem die jetzt direktere Lenkung und die im Vergleich zum Vorgänger wesentlich komfortablere Schaltung auf. Den kleinen Toyota gibt es allerdings auch mit einem Automatik-Getriebe.

Unter 10.000 Euro geht’s los

Neben dem Außendesign hat auch der Innenraum gewonnen. Dabei ist natürlich die luxuriöseste Version mit Ledersitzen zu empfehlen. Auch das dort verbaute Multimedia-System mit Touchfunktion überzeugte durch ein intuitives Bedienkonzept und ein gutes Navigationssystem.

Mindestens 9.950 Euro müssen Käufer für einen Aygo zur Markteinführung am 19. Juli investieren. Die Verantwortlichen gehen aber davon aus, dass sich die wenigsten Kunden für diese dann eher karge Variante entscheiden. Höhere Ausstattungslinien wie zum Beispiel „x-Play Touch“ (ab 12.000 Euro) dürften die heutigen anspruchsvollen Kunden eher reizen. Rückfahrkamera, Lederausstattung und weiter Details haben allerdings ihren Preis und am Ende könnte eine vollausgestattete Version des Flitzers auch 15.000 Euro kosten. Da gilt es dann zu vergleichen. An Konkurrenz mangelt es ja nicht. Doch Toyota hat mit dem Aygo ein sehr konkurrenzfähiges Produkt in den Startlöchern.

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