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Wirtschaft Finoba-Insolvenzverfahren: Höhere Abrufe und Interesse von Käufern

| Autor: Svenja Gelowicz

Der Aluminiumgussexperte Finoba ist in schwieriges Fahrwasser geraten und soll im Zuge eines Insolvenzverfahrens wieder in die Spur kommen. Vom Markt kommen dafür positive Signale, vermeldet nun der zuständige Insolvenzverwalter.

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Der Autozulieferer Finoba hat im Mai Insolvenz angemeldet.
Der Autozulieferer Finoba hat im Mai Insolvenz angemeldet.
(Bild: Finoba)

Das Amtsgericht Kassel hat über das Vermögen des hessischen Leichtbauspezialisten Finoba ein Insolvenzverfahren eröffnet. Der Automobilzulieferer mit Sitz in Baunatal hatte bereits im Mai einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Corona-Pandemie brachte das bereits angeschlagene Unternehmen zusätzlich unter Kostendruck, etwa 80 Prozent der 460 Mitarbeiter waren Mitte Mai in Kurzarbeit.

Das Gericht hat Franz-Ludwig Danko von der Kanzlei Danko Insolvenzverwaltung zum Insolvenzverwalter bestellt. Laut Danko wurde der Geschäftsbetrieb stabilisiert, erste Sanierungsmaßnahmen seien eingeleitet. Autobauer und Zulieferer hätten ihre Abrufzahlen wieder erhöht. Dies habe zur Folge gehabt, dass die Kurzarbeit reduziert wurde und das Unternehmen teilweise von einer Zweischicht- auf einen Dreischichtbetrieb umgestellt habe. „Trotzdem bleibt die Auftragslage insgesamt angespannt“, sagte Franz-Ludwig Danko am Montag (3. August) in Baunatal. „Die Autokonjunktur hat sich noch lange nicht erholt.“

Am Montag starteten unter anderem auch die Insolvenzverfahren über die Veritas Poppe Gruppe sowie dem Pirnaer Automobilzulieferer Minda KTSN Plastic Solutions.

Finoba: Auslastung und Preise müssen stimmen

Danko will Finoba für Investoren in die Spur bringen und hat eigenen Angaben zufolge 30 interessierte Käufer. „Das ist eine sehr gute Quote. Die Investoren wissen, dass Finoba in technologischer Hinsicht absolut wettbewerbsfähig ist“, so der Insolvenzverwalter. Nun gehe es darum, weiter Kosten zu optimieren und mit wichtigen Kunden erfolgreich zu verhandeln.

Denn, so heißt es weiter in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters, nur mit „ausreichender Auslastung und auskömmlichen Preise ist eine längerfristige Fortführung des Geschäftsbetriebs möglich“. Das aktuelle Umsatzniveau reiche nicht, um den Geschäftsbetrieb im Insolvenzverfahren kostendeckend fortzuführen.

Finoba Automotive gehört seit über drei Jahren zum chinesischen Konzern Sinomach und ist auf die Bearbeitung von Struktur-, Fahrwerk- und Aggregateteilen aus Aluminiumguss spezialisiert. Das Unternehmen fertigt an den beiden Standorten Baunatal und Kassel. Daneben ist der Zulieferer auch als Lohnbearbeiter von Guss- und Pressteilen für andere Hersteller tätig. Der Jahresumsatz betrug zuletzt rund 60 Millionen Euro.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin