E-Fahrzeugproduktion Ford offenbart Pläne zur Absicherung der geplanten Volumina

Von Jens Rehberg

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Regelmäßig überbieten sich die OEMs mit ihren Volumenzielen für E-Autos. Um die anvisierten Stückzahlen auch wirklich bauen zu können, müssen massenhaft Ressourcen bestellt werden – hierbei hat Ford offenbar wichtige Meilensteine erreicht.

In Köln-Niehl baut Ford gerade für die kommende BEV-Produktion um: Im Zuge einer neuen Fertigungslinie wird unter anderem eine circa 100 Meter lange Grube für ein Stelzenband ausgehoben. Hier werden künftig Unterböden für die „Hochzeit“ vorbereitet.
In Köln-Niehl baut Ford gerade für die kommende BEV-Produktion um: Im Zuge einer neuen Fertigungslinie wird unter anderem eine circa 100 Meter lange Grube für ein Stelzenband ausgehoben. Hier werden künftig Unterböden für die „Hochzeit“ vorbereitet.
(Bild: Ford )

Ford hat eine Reihe von Initiativen zur Beschaffung von Batteriekapazität und der hierfür notwendigen Rohstoffe angekündigt, um seine mittelfristigen Elektroziele erreichen zu können. Laut einer aktuellen Mitteilung kommen dabei künftig neben der Nickel-Kobalt-Mangan-Technologie (NCM) auch Speicher mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) zum Einsatz. Lithium-Eisenphosphat reduziert die Abhängigkeit von knappen Mineralien wie Nickel und soll dem Hersteller Einsparungen von 10 bis 15 Prozent im Vergleich zu NCM-Batterien ernöglichen.

Ford hat sich nun nach eigenen Angaben mit neuen Vereinbarungen eine jährliche Batteriekapazität von 60 GWh gesichert – damit könne das Ziel von 600.000 jährlich weltweit produzierten Elektrofahrzeugen bis Ende 2023 erreicht werden. So soll zum Beispiel CATL ab dem kommenden Jahr LFP-Batterien für den Mustang Mach-E sowie ab Anfang 2024 für den F-150 Lightning in Nordamerika liefern. Zudem gebe es zusätzliche Lieferverträge mit LG Energy Solution (LGES) sowie SK On.

Produktionsvolumen an die Nachfrage angepasst

LGES habe bereits seine Produktionskapazität im polnischen Breslau verdoppelt, um die Batteriefertigung für den Mustang Mach-E- sowie die E-Transit-Modelle zu unterstützen. SK On verfüge seinerseits über Anlagen, mit deren Unterstützung sich Volumenmodelle wie der F-150 Lightning sowie der E-Transit bis Ende 2023 mit NCM-Batterietechnologie aus den Werken in den USA und Ungarn bestücken lassen.

Das für Ende 2023 angepeilte E-Fahrzeugvolumen gliedert sich folgendermaßen auf:

  • 270.000 Mustang Mach-E für Nordamerika, Europa und China
  • 150.000 Ford F-150 Lightning für Nordamerika
  • 150.000 E-Transit-Nfz für Nordamerika und Europa
  • 30.000 Einheiten eines neuen BEVs für Europa

2026 will Ford dann zwei Millionen Elektrofahrzeugen produzieren. Dafür habe man sich – die jüngsten Vereinbarungen miteingerechnet – bereits 70 Prozent der erforderlichen Batteriekapazität gesichert. Ford und CATL hätten hierfür eine separate, unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um eine Zusammenarbeit für die Lieferung von Batterien für Ford in China, Europa und Nordamerika zu prüfen.

Geplantes Batterie-Joint-Venture in der Türkei

Der Hersteller kündigte zudem Pläne an, ab 2026 eine Produktionskapazität von 40 GWh LFP-Batterien in Nordamerika aufzubauen und nutzen zu wollen. Damit soll der Output der drei bereits angekündigten Batteriewerke in Kentucky und Tennessee ergänzt werden, die Bestandteile des Joint Ventures zwischen Ford und SK On sind, das letzte Woche offiziell gegründet wurde.

Ford habe außerdem Absichtserklärungen mit SK On sowie Koç Holdings unterzeichnet, um ein Joint Venture in der Türkei für eine weitere Batterieproduktion zu gründen. Um all diese Projekte zu unterstützen, beziehe Ford auch direkt entsprechende Rohstoffe.

Hierzu kooperiert der Hersteller unter anderem mit mehreren Bergbaugesellschaften, um den größten Teil des langfristig benötigten Nickels zu beziehen. Absichtserklärungen seien bereits unterzeichnet mit:

  • Vale Canada Ltd. – Erkundung potenzieller Möglichkeiten in der gesamten EV-Wertschöpfungskette
  • PT Vale Indonesia und Huayou Cobalt –Prüfung eines Drei-Wege-Nickelverarbeitungsprojekts; separate Abnahmevereinbarung mit Huayou, die Ford künftig Rechte im Gegenwert von 84 Kilotonnen Nickel pro Jahr einräumt
  • BHP – Nickelversorgung aus den Betrieben von BHP in Australien. Das angestrebte mehrjährige Abkommen könnte bereits 2025 beginnen und im Laufe der Zeit zusätzliche Rohstofflieferungen umfassen.

Neue Lithium-Allianzen

Desweiteren habe Ford weitere Verträge zur Lithium-Beschaffung abgeschlossen. Neben dem kürzlich angekündigten Volumen in Westaustralien, das über Liontown Resources gesichert wurde, hat Ford eine unverbindliche Absichtserklärung mit Rio Tinto unterzeichnet, in der eine „bedeutende“ Lithiummenge aus dem Projekt Rincon in Argentinien untersucht werde. In diesem Zusammenhang wurde außerdem über die Beschaffung von Aluminium und Kupfer verhandelt.

Ford arbeite weiterhin daran, die eigene Verarbeitung wichtiger Batteriematerialien in Nordamerika voranzutreiben. Dazu habe der OEM vereinbart:

  • Eco-Pro BM und SK On unterzeichneten eine unverbindliche Absichtserklärung mit Ford, um eine Kathodenproduktion in Nordamerika aufzubauen
  • Ioneer hat mit Ford eine verbindliche Abnahmevereinbarung für Lithiumcarbonat aus dem Projekt Rhyolite Ridge von Ioneer in Nevada unterzeichnet, um die Produktion von E-Autos über 2025 hinaus zu unterstützen
  • Compass Minerals hat eine unverbindliche Absichtserklärung für Lithiumhydroxid und Lithiumcarbonat aus seinen Betrieben in Utah am Great Salt Lake unterzeichnet
  • Syrah Resources und SK On haben eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um die Abnahme von natürlichem Graphit vom Verarbeitungsstandort in Vidalia im US-Bundesstaat Louisiana zu sichern

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