Leichtbau-Batterie Forscher testen Metallschaum für Batteriegehäuse

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Das Fraunhofer IWU entwickelt ein recycelbares Gehäuse aus Metallschaum. Es soll den Wärmetransport verbessern und das Gewicht der Batterie verringern.

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Die Metallschaumstruktur soll, in einem Batteriegehäuse eingesetzt, überschüssiger Wärme schnell ableiten. Zugleich schützt diese Struktur im Fall eines Crashs.
Die Metallschaumstruktur soll, in einem Batteriegehäuse eingesetzt, überschüssiger Wärme schnell ableiten. Zugleich schützt diese Struktur im Fall eines Crashs.
(Bild: Fraunhofer IWU)

Das Fraunhofer IWU beteiligt sich am EU-Forschungsvorhaben „MARBEL“ (Manufacturing and Assembly of modular and Reusable electro vehicle Battery for Environment-friendly and Lightweight mobility), das eine wettbewerbsfähige Leichtbaubatterie mit erhöhter Energiedichte und kürzeren Ladezeiten entwickeln will. Nach Angaben des Fraunhofer IWU geht es um ein kompaktes, modulares Batteriepaket mit längerer Lebensdauer als bisherige Batterien sowie einer höheren Energieeffizienz.

Hierfür wird ein flexibles und zugleich robustes Batteriemanagementsystem (BMS) für ein ultraschnelles Laden der Batterien entworfen. Der modulare Aufbau soll Reparatur-, Wartungs- und Recyclingprozesse rationalisieren.

Passives Temperaturmanagement und Schock-Absorber

Das Fraunhofer IWU bringt sich mit seinem Wissen über zellulare Metalle – auch Metallschaum genannt – in Verbindung mit einem passiven Temperaturmanagement für Batterien in das Forschungsprojekt ein. Als Sandwich-Materialien eingesetzt, sind sie leicht und absorbieren bei Crashs viel Aufprallenergie.

Laut Fraunhofer IWU sorgt eine Metallschaumstruktur als Grundlage für ein Batteriegehäuse einerseits für den schnellen Transport überschüssiger Wärme in ein Speichermedium, zum Beispiel Wachs, das in die Zellstruktur eingelagert wurde. Andererseits schütze diese Struktur die Batterie vor äußeren Einflüssen und das Umfeld vor potenziell gefährlichen Fehlfunktionen des Batteriesystems im Fall eines Unfalls.

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Über das Projekt „MARBEL“

„MARBEL“ ist die Abkürzung für den sperrigen Titel Manufacturing and Assembly of modular and Reusable electro vehicle Battery for Environment-friendly and Lightweight mobility. Das Projekt startete Anfang 2021 und soll bis Juni 2024 abgeschlossen werden. Beteiligt sind unter anderem Applus Idiada, AVL, Ficosa, die Technische Hochschule Ingolstadt und der Stellantis-Konzern.

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