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Historische Fahrzeuge Grand Prix de Lyon: Jubiläumsfahrt nach 100 Jahren

| Redakteur: Thomas Günnel

Der Grand Prix de Lyon gilt als Ursprung aller Großen Preise im Automobilsport bis hin zur Formel 1. Im Jahr 1914 war Opel mit drei Grand-Prix-Wagen am Start. Vom 1. bis 3. Mai findet nun eine Jubiläumsfahrt statt.

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Der Grand Prix de Lyon gilt als Ursprung aller Großen Preise im Automobilsport. Vom 1. bis 3. Mai findet eine Jubiläumsfahrt statt. Opel tritt dabei mit drei historischen Fahrzeugen an, die das originale Rennen im Jahr 1914 „erlebt“ haben.
Der Grand Prix de Lyon gilt als Ursprung aller Großen Preise im Automobilsport. Vom 1. bis 3. Mai findet eine Jubiläumsfahrt statt. Opel tritt dabei mit drei historischen Fahrzeugen an, die das originale Rennen im Jahr 1914 „erlebt“ haben.
(Foto: Opel)

4. Juli 1914, der Vorabend des Ersten Weltkriegs: Ungeachtet der Spannungen zwischen den Nationen, veranstaltet der Automobilclub von Frankreich (ACF) vor den Toren von Lyon seinen alljährlichen Grand Prix. Das Rennen ist seit seiner Erstauflage 1906 der Höhepunkt der europäischen Motorsportsaison und wird zum Wegbereiter der professionellen Rennsportszene.

Beifahrer regelt den Benzindruck

14 Hersteller aus sechs Nationen treten bei dem strapaziösen Rennen über 750 Kilometer an. Auch Opel ist mit drei Grand-Prix-Wagen am Start. Am Steuer des Autos mit der Startnummer 2 sitzt Opel-Rennfahrer Carl Jörns, die unbestrittene Nummer 1 in Rüsselsheim. Die beiden anderen weißen Wagen werden von Emil Erndtmann und Franz Breckheimer pilotiert. Alle Drei fahren wie seinerzeit üblich mit Beifahrer, dem sogenannten „Schmiermaxe“. Dessen Aufgabe besteht darin, die Anzeigeinstrumente im Blick zu behalten oder bei Bedarf mit einer Handpumpe Benzindruck im Tank aufzubauen. Bei Boxenstopps muss er ebenso mit Hand anlegen wie bei unplanmäßigen Zwischenfällen.

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Bremstrommeln und außenliegende Handbremshebel

Die Grand-Prix-Wagen haben einem neuen Reglement entsprechend 4,5 Liter Hubraum, das Gewicht ist auf 1.100 Kilogramm limitiert. Die Technik der Opel-Fahrzeuge kann sich sehen lassen: vier Ventile pro Zylinder, betätigt über Königswelle und eine obenliegende Nockenwelle. Kardanantrieb gilt inzwischen als obligatorisch und hat die lange Zeit dominierenden Antriebsketten verdrängt. Die moderne Torpedoform der Karosserie trägt ihren Teil zur Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h bei. Die Vorderräder sind zeittypisch ungebremst; Bremstrommeln, die über einen außenliegenden Handbremshebel aktiviert werden, gibt es nur an den Hinterrädern. Eine weitere Bremse, die über das rechte Fußpedal betätigt wird, wirkt auf eine kleine, hitzeempfindliche Trommel auf der Kardanwelle. Das Gaspedal sitzt in der Mitte, die mit Leder belegte Kupplung links. Bei dem unsynchronisierten Vierganggetriebe werden die Gänge über eine außenliegende Kulissenschaltung gewechselt.

Rennen auf öffentlichen Straßen

Friedrich „Fritz“ Opel, Sohn von Firmengründer Adam, reist selbst nach Lyon, um seinen Fahrern zur Seite zu stehen. Der Austragungsort des Grand Prix de l’ACF wechselt regelmäßig. Gefahren wird nicht auf permanenten Rennstrecken, sondern auf öffentlichen Straßen, die für die Rennen gesperrt und entsprechend präpariert werden. Der Start- und Ziel-Bereich des 36,7 Kilometer langen Kurses, den es 20 Mal zu umrunden gilt, liegt in Brignais im Südwesten von Lyon. Eine große Anzeigetafel informiert hier die Zuschauer über das Renngeschehen. Auch an anderen Stellen rund um den Kurs gibt es Tribünen, die meisten der rund 300.000 Grand-Prix-Begeisterten verfolgen das Geschehen allerdings entlang der Strecke.

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