Durchstarten 2021 Hildegard Müller: „Es ist toll, wie die Branche zusammengehalten hat“

Redakteur: Sven Prawitz

Seit einem Jahr ist Hildegard Müller Präsidentin des Branchenverbands VDA. Sie äußert sich zu den EU-Klimazielen und ihren Erfahrungen im Krisenjahr 2020.

Hildegard Müller, Präsidentin des VDA: „Die Pandemie hat bewiesen, wie anpassungsfähig die Arbeitswelt ist.“
Hildegard Müller, Präsidentin des VDA: „Die Pandemie hat bewiesen, wie anpassungsfähig die Arbeitswelt ist.“
(Bild: VDA)

Frau Müller, die EU will zur Musterregion in Sachen Klimaschutz avancieren – insbesondere die Automobilindustrie soll dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Schießt Brüssel mit seinem Regulierungsehrgeiz und seinen neuen CO2-Zielen über das Ziel hinaus?

In einem sind wir uns mit der EU einig: Um Klimaneutralität zu erreichen, sind ambitionierte Klimaziele notwendig und richtig. Um diese große Herausforderung zu bewältigen müssen jedoch Industrie und Politik ihren Beitrag leisten. Wir als Automobilindustrie investieren hohe Beträge, gleichzeitig muss aber auch die Politik für eine passende Infrastruktur und angemessene Rahmenbedingungen sorgen, zum Beispiel beim Ausbau der Ladeinfrastruktur oder einer ausreichenden Versorgung mit Breitband und Glasfaser. Bis 2025 investiert die deutsche Automobilindustrie insgesamt rund 150 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien, darunter natürlich besonders in Elektromobilität und Digitalisierung. Es sind diese Investitionen und Innovationen, mit der wir die klimaneutrale Mobilität erreichen werden.

Wie lassen sich die EU-Ziele realistisch erreichen, ohne Kollateralschäden in der Branche zu verursachen?

Entscheidungen dürfen nur auf Basis einer umfassenden Folgenabschätzung getroffen werden. Diese muss alle wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sowie alle technologischen Optionen berücksichtigen. Nur so können wir als Automobilindustrie auch in Zukunft Wohlstand und Beschäftigung in Europa schaffen. Zurzeit kann ich dies bei der EU nicht ausreichend erkennen.