MEB-Batteriesysteme von Volkswagen Hohe Reichweite und schnelles Laden

Redakteur: Tanja Schmitt

Volkswagen produziert die Batteriesysteme für seine ID-Familie selbst. Die größte Variante bietet 550 Kilometer Reichweite. Eine halbe Stunde Schnellladen ermöglicht weitere 320 Kilometer.

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MEB-Batteriesystem: Das Herz der VW-Elektromodelle ID 3, ID 4 und ID 4 GTX.
MEB-Batteriesystem: Das Herz der VW-Elektromodelle ID 3, ID 4 und ID 4 GTX.
(Bild: Volkswagen)

In den drei elektrischen Modellen ID 3, ID 4 und dem jüngst vorgestellten ID 4 GTX kommen VW-eigene Batteriesysteme zum Einsatz. Die Akkus sollen viel Leistung, eine hohe Reichweite und schnelles Laden bieten. Aufgrund der großen Nachfrage stockt Volkswagen die Produktion im Komponenten-Werk Braunschweig auf bis zu 500.000 Batteriesysteme pro Jahr auf. Weitere Produktionsstandorte sind Foshan und Anting (beide in China) sowie Chattanooga (USA) und Mlada Boleslav (Tschechische Republik).

Gemäß Thomas Schmall, Konzern-Vorstand Technik und CEO der Volkswagen Group Components, sind die Batteriesysteme ein wichtiger Baustein, um die Markenstrategie Accelerate Realität werden zu lassen. Demnach will VW bis 2030 deutlich mehr Elektroautos verkaufen. Der Absatz reiner Stromer soll in Europa auf 70 Prozent steigen, in den USA und China auf bis zu 50 Prozent. „Wir werden bis 2025 jedes Jahr ein neues Elektroauto vorstellen. Bereits in diesem Jahr das SUV-Coupé ID 5, im kommenden Jahr den ID Buzz und im Jahr 2025 ein Modell unterhalb des ID 3“, sagt Thomas Ulbrich, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen.

Verschiedene Batteriegrößen

Im ID 3 stehen drei Batteriegrößen zur Auswahl: 45, 58 und 77 kWh. Die kleinste Batterie soll eine Reichweite von bis zu 352 Kilometer haben, die mittlere 426 Kilometer und die größte Batterie 549 Kilometer (laut WLTP). Beim ID 4 ist die Auswahl ähnlich: Das E-SUV kann mit der 52-kWh-Batterie bis zu 346 Kilometer fahren und mit der 77-kWh-Batterie bis zu 522 Kilometer. Beim ID 4 GTX mit Allradantrieb bietet die 77 kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 480 Kilometer. Die Akkus lassen sich mit Wechsel- und Gleichstrom laden. An einer Schnellladesäule etwa kann Gleichstrom für die nächsten 320 Kilometer in rund 30 Minuten nachgeladen werden.

Aufbau eines MEB-Batteriesystems

Das Batteriesystem ist skalierbar konzipiert, als Verbund aus Aluminium-Profilen. Jedes Fach nimmt ein Batteriemodul auf, das 24 Zellen mit flexibler Außenhülle integriert. Die 45-kWh-Batterie integriert sieben Module, die 52-kWh-Batterie acht Module und die 58-kWh-Batterie neun Module, sie liegen jeweils in zehn Fächern. Die 77-kWh-Batterie setzt sich aus zwölf Modulen zusammen. Das große Batteriesystem ist 182 Zentimeter lang, das kompakte 142 Zentimeter. Die Breite beträgt einheitlich 145 und die Höhe 14 Zentimeter. Das Gewicht liegt zwischen 320 und 500 Kilogramm.

Im Längsträger des Gehäuses sitzen je nach Batteriegröße bis zu drei Controller, die die Module auf Spannung und Temperatur überwachen. In Kooperation mit dem zentralen Batteriemanagement-Controller gleichen sie Abweichungen bei der Kapazität der einzelnen Zellen aus. Das Haupt-Steuergerät und die Anschlussbox mit ihren Sicherungen sind an der Rückseite des Batteriesystems montiert, bei einem schwereren Unfall schalten sie es sofort stromlos.

Tiefe Einbaulage

Die Batterie ist zwischen den Achsen am tiefsten Punkt des Autos montiert, das sorgt bei allen Varianten für eine Gewichtsverteilung von 50:50. Das Batteriegehäuse ist fest mit der Karosserie verschraubt und trägt maßgeblich zur Steifigkeit bei. Ein starker umlaufender Rahmen schützt das System vor Beschädigungen bei einem Crash. Ein Aluminiumdeckel verschließt es nach oben, unter dem Zellraum liegen die Kühlplatte und eine weitere Abdeckung aus Aluminium.

Second-Life und Recycling

Volkswagen garantiert für acht Jahre oder 160.000 km eine Mindestkapazität der Batterie von 70 Prozent. Am Ende ihrer Lebensdauer – oder der Lebensdauer des E-Fahrzeuges – kann die Batterie in Second-Life-Konzepten wie flexiblen Schnellladesäulen weiterverwendet werden, oder sie wird per Recycling zur Rohstoffquelle. Am Volkswagen Group Components Standort Salzgitter wurde bereits eine Pilotanlage zur Rückgewinnung wertvoller Batterie-Bestandteile in Betrieb genommen.

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