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Interieur der Zukunft Hyundai-Cockpitstudie nutzt 3-D-Effekt

| Redakteur: Christian Otto

Hyundai hat ein virtuelles Cockpit entwickelt, das mit Hilfe eines 3-D-Effektes dem Fahrer besser die Informationen vermittelt. Eine parallel beauftragte Studie soll den Mehrwert bestätigen.

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Ein virtuelles Cockpit von Hyundai soll die intuitive Bedienung aller wesentlichen Funktionen ohne Ablenkung ermöglichen und gleichzeitig die Zahl der Schalter, Dreh- und Schiebregler im Auto reduzieren.
Ein virtuelles Cockpit von Hyundai soll die intuitive Bedienung aller wesentlichen Funktionen ohne Ablenkung ermöglichen und gleichzeitig die Zahl der Schalter, Dreh- und Schiebregler im Auto reduzieren.
(Bild: Hyundai)

Wie sich Hyundai ein künftiges, virtuelles Cockpit vorstellt, zeigt die Marke in Form einer neuen Studie. Um die Benutzerfreundlichkeit zu steigern, setzt der OEM Touch-Displays mit haptischer Rückmeldung in Lenkrad und in der Mittelkonsole ein. Das soll die Zahl der Schalter, Dreh- und Schieberegler deutlich reduzieren.

In der jüngsten Entwicklungsphase wurde die Anzeige des Kombiinstruments in ein Multilayer-Display geändert. Es soll laut Hyundai eine neue, sehr natürliche Art der Informationswiedergabe ermöglichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Displays, die ihren Inhalt nur auf einer Ebene anzeigen können, besteht das Multilayer-Display aus zwei Displays, die im Abstand von sechs Millimeter hintereinander montiert sind. Der Abstand zwischen den beiden Displays ermöglicht demnach visuelle 3-D-Effekte: Ein Teil der Grafik wird auf dem vorderen Display und der andere Teil auf dem hinteren Display angezeigt. In dem Bereich, in dem sich die Grafiken überlappen, wird der Eindruck eines Objekts im Raum erzeugt. Mit diesem 3-D-Effekt soll der Fahrer die Relevanz von Informationen sofort einordnen können und weniger vom Straßenverkehr abgelenkt werden. Ein ähnliches Konzept setzt der Automobilzulieferer Visteon im neuen Peugeot 208 um.

Relevante Daten in der ersten Ebene

Die für die gegenwärtige Situation wichtigste Information, beispielsweise eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wird in der ersten Ebene angezeigt, weniger wichtige, wie der Füllstand des Tanks in der zweiten. Die auf den Lenkradanzeigen gegebenen Informationen ändern sich abhängig von der aktuellen Menüebene des Kombiinstruments und auch von der Fahrsituation. Darüber hinaus kann der Fahrer das Layout und die angezeigten „Tastenkombinationen“ auf dem Lenkrad für die Eingabe spezifischer Anwendungen ändern, die auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Der Fahrer kann die Einstellungen mit bis zu fünf Tasten pro Anzeige anpassen, ähnlich dem Layout eines Smartphones. Diese individuellen Cockpit-Einstellungen werden nach Angaben des koreanischen Herstellers immer wichtiger, da sie dem Fahrer maximale Freiheit bieten und die Bedienung intuitiver und komfortabler gestalten können.

Studie bestätigt Vorteile des Cockpits

Im aktuellsten Entwicklungsschritt wurde das virtuelle Cockpit in ein i30 Serienfahrzeug integriert. Im Auftrag von Hyundai hat das Würzburger Institut für Verkehrswissenschaft eine Studie zur Ablenkung des Fahrers durchgeführt, um die Vorteile des Systems für den Fahrer zu bewerten. Im Fokus standen die Lernfähigkeit, die intuitive Bedienung und die mögliche Ablenkung des Fahrers durch das virtuelle Cockpit.

Die Ergebnisse der Studie zeigen nach Angaben von Hyundai, dass das neue Cockpit weniger ablenkt – und zwar deutlich unter den Grenzen des Kfz-Sicherheitsverbands NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration). Selbst bei komplexeren Bedienaufgaben stellten die Probanden demnach nur eine leichte Ablenkung fest, die sie aber nicht bei der eigentlichen Fahraufgabe behinderten.

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