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Elektronik Hyundai entwickelt vorausschauendes Getriebe

| Redakteur: Thomas Günnel

Streckenabhängig und je nach Verkehrsaufkommen schalten: Hyundai hat eine Steuerung für seine Automatikgetriebe entwickelt, die vorausschauend agiert.

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Vorausschauend schalten: Hyundai hat nach eigenen Angaben das erste auf Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) basierende Automatikgetriebe entwickelt.
Vorausschauend schalten: Hyundai hat nach eigenen Angaben das erste auf Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) basierende Automatikgetriebe entwickelt.
(Bild: Hyundai)

Hyundai hat das nach eigenen Angaben weltweit erste vorausschauende, auf Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) basierende Automatikgetriebe entwickelt. Die intelligente Regeltechnik soll dabei automatisch in den optimalen Gang schalten, basierend auf den vor dem Fahrzeug liegenden Straßen- und Verkehrsbedingungen. In Nutzfahrzeugen sind ähnliche Systeme bereits verfügbar.

Die Getriebesteuereinheit (TCU) sammelt Echtzeitdaten, zum Beispiel aus präzisen Straßenkarten, Kameras und dem Radar. Konkret bedeutet das: Steigung, Gefälle, Krümmung, Geschwindigkeit und Abstand zwischen dem Fahrzeug und anderen Verkehrsteilnehmern und die aktuell befahrene Fahrspur fließen in die Analyse ein.

Daraus errechnet die TCU den für den jeweiligen Moment optimalen Gang. Zum Beispiel segelt das Fahrzeug, wenn ein stufenweise abgesenktes Tempolimit folgt und das Radar keine Unregelmäßigkeiten bei der Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeugs erkennt. Testfahrten mit dem ICT-basierten Getriebe auf einer sehr kurvigen Straße zeigten nach eigenen Angaben: die Schaltfrequenz bei Kurvenfahrten sank verglichen mit Fahrzeugen ohne das System um etwa 43 Prozent. Zudem musste der Fahrer um etwa elf Prozent seltener bremsen.

Wie ein menschlicher Fahrer agieren

Beim Beschleunigen zum Beispiel auf der Beschleunigungsspur der Autobahn nutzt die Elektronik automatisch den Sportmodus, damit sich das Fahrzeug zügig in den fließenden Verkehr einordnen kann. Danach schaltet das Getriebe in den ursprünglichen Fahrmodus zurück. Bei Gefällstrecken, wenn der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal nimmt und bei wechselnden Geschwindigkeiten im Verkehr nutzt die Software auch die Motorbremse zum Verzögern – immer abhängig von dem mittels Radar erfassten Abstandsveränderungen zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Hyundai und Kia wollen das System in ihren künftigen Fahrzeugen einsetzen. Während der Entwicklung meldeten die Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund 40 Patente in Südkorea und anderen Ländern an. An die nächste Entwicklungsstufe denkt Hyundai bereits: Dann soll das ICT-basierte Getriebe mittels LTE- oder 5-G-Verbindungen mit Verkehrssignalen kommunizieren und die Vorlieben der Fahrer erkennen.

Eine ähnliche Technik nutzt Audi mit seinem Ampelassistenten: Der zeigt dem Fahrer die notwendige Geschwindigkeit an, mit der er die nächste Ampel noch bei Grün erreicht, beim Warten vor einer roten Ampel zählt das System die Wartezeit für den Fahrer sichtbar herunter.

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