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Hyundai Nexo und Kona Elektro: Brennstoffzelle vs. Batterie

| Autor/ Redakteur: Andreas Wehner / Jens Scheiner

Mit dem Kona Elektro und dem Nexo hat Hyundai ab sofort zwei SUVs mit alternativen Antriebskonzepten im Angebot. Obwohl beide Emissionsfrei unterwegs sind, unterscheiden sie sich dennoch deutlich voneinander.

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Hyundai hat mit dem Nexo sein zweites Brennstoffzellenfahrzeug auf den Markt gebracht.
Hyundai hat mit dem Nexo sein zweites Brennstoffzellenfahrzeug auf den Markt gebracht.
(Bild: Hyundai)

Mit dem Ioniq hat Hyundai bereits vor zwei Jahren ein Ausrufezeichen auf dem Markt der Elektroautos gesetzt. Jetzt gibt es mit dem Kona Elektro und dem eine Nummer größeren Brennstoffzellenfahrzeug Nexo zwei weitere Stromer als Alternativen. Die unterscheiden sich jedoch in vielerlei Hinsicht.

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Während der Kona mit seinem batterieelektrischen Antrieb ein Konzept bietet, das inzwischen viele Hersteller im Programm haben, ist der Nexo mit seiner Brennstoffzelle ein Exot. Nur Toyota und Honda haben neben Hyundai ein solches mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug im Programm. Der Nexo ist jedoch das erste Modell, das in nennenswertem Umfang bestellbar und voll alltagstauglich ist – oder wäre.

Denn da ist immer noch das Problem mit der Wasserstoffversorgung. Aktuell gibt es in Deutschland 44 aktive Tankstellen, bis Jahresende sollen es 80 sein. Bis Sommer 2019 sollen 20 weitere folgen. Von flächendeckender Versorgung kann also noch längst keine Rede sein. Immerhin soll der Nexo mit einer Tankfüllung – 6,33 Kilogramm Wasserstoff gehen hinein – laut Datenblatt 756 Kilometer weit kommen. Pluspunkt: Der Tankvorgang dauert mit rund fünf Minuten nur wenig länger als die Betankung eines herkömmlichen Verbrenners.

Der batterieelektrisch angetriebene Kona braucht dagegen mit leerer Batterie selbst an einer Schnellladesäule fast eine Stunde, bis er wieder voll ist. Und Schnellladesäulen gibt es in Deutschland noch nicht viele. Wer sich also für ein solches Modell entscheidet, sollte die Möglichkeit haben, das Auto über Nacht aufzuladen.

Laut Datenblatt kommt der Kona nach WLTP mit einer Ladung 480 Kilometer weit. Vorausgesetzt, man entscheidet sich für die stärkere der beiden Varianten mit 150kW/204 PS und höherer Batteriekapazität. Bei ihr fasst der Stromspeicher 64 Kilowattstunden. Die 100 kW/136 PS starke Variante verfügt nur über einen 39,2-Kilowattstunden-Akku und eine Reichweite von 312 Kilometern nach WLTP.

Nexo ist ein Auto für Enthusiasten

Der Kona ist Elektro ist ab 34.600 Euro erhältlich – mit schwächerem Motor, kleinerer Batterie und der niedrigsten von drei Ausstattungsvarianten. Wer mehr Leistung und einen größeren Akku haben will, muss mindestens 39.000 Euro in die Hand nehmen. In Vollausstattung kostet der Kona Elektro 45.600 Euro. Bei allen Varianten können Käufer aktuell noch die Umweltprämie abziehen.

Mit einem Preis von 69.000 Euro brutto ist der Nexo dagegen eher ein Auto für Enthusiasten. Die können für 3.500 Euro zusätzlich noch ein Premiumpaket ordern. Dafür hat Hyundai an Technologie dann ziemlich alles verbaut, was das Konzernregal hergibt. Ein Highlight ist sicherlich der Totwinkel-Assistent mit Monitor-Anzeige: Setzt man den Blinker zum Spurwechsel, erscheint im volldigitalen Cockpit das Kamerabild des seitlichen Fahrstreifens. Auch ein Around-View-Monitor mit 360-Grad-Ansicht ist an Bord. Schon ohne Premiumpaket kann der Nexo selbsttätig einparken – und das sogar per Fernbedienung. Der Fahrer kann also bei engen Parklücken vorher aussteigen und das Auto von außen in die Lücke steuern.

Neben dem sieben Zoll großen Instrumentendisplay gibt es im Nexo einen 12,3 Zoll großen Navi- und Info-Touchscreen. Darunter erstreckt sich zwischen Fahrer und Beifahrer eine massive „schwebende“ Mittelkonsole. Auf ihr finden sich neben dem Gangwahlschalter jede Menge Bedienknöpfe, beispielsweise für die Klimaanlage oder das Infotainmentsystem. Warum es das braucht, wo es doch einen großen Touchscreen gibt, erschließt sich nicht unbedingt. Insgesamt ist der Innenraum im Nexo recht futuristisch gestaltet.

Der Kona kommt dagegen etwas konservativer daher. Auch er hat die schwebende Mittelkonsole, die die Elektrofahrzeuge der Marke auszeichnet. Sie fällt jedoch etwas filigraner aus als im Nexo. Auch wenn der Kona Elektro nicht über so viele Assistenten wie der Nexo verfügt: Mit Abstandstempomat, Stauassistent und Verkehrszeichenerkennung hat das Elektro-B-SUV immerhin einige Systeme an Bord, die im Verbrenner-Kona nicht erhältlich sind.

395 Newtonmeter sorgen beim Kona für starken Antritt

Für Elektroautos typisch ist bei beiden SUVs der starke Antritt. Der Kona ist in der getesteten, leistungsstärkeren Version mit großer Batterie schon eine kleine Granate. Mit seinen 150 kW/204 PS und 395 Newtonmetern Drehmoment gibt sich das SUV durchaus sportlich. Beim Tritt aufs Gaspedal hält man instinktiv erst einmal das Lenkrad fest, weil man einen solchen Vortrieb in einem B-SUV fast nicht erwartet. Aus dem Stand auf Tempo 100 schafft es der Kona Elektro in 7,6 Sekunden.

Auch der Nexo beschleunigt ordentlich und macht Spaß. Bei gleichem Drehmoment, aber mit 120 kW/163 PS etwas weniger Leistung geht es ein Stück weit gemächlicher voran. Der im Vergleich zum Kona rund 100 Kilogramm schwerere Nexo hat dennoch keine Probleme, wenn es an einen Zwischensprint zum Überholen geht. Von 0 auf 100 km/h braucht das Brennstoffzellenfahrzeug 9,2 Sekunden.

Bei beiden Modellen gibt es Wippen am Lenkrad. Die sind jedoch nicht zum Schalten da, denn es gibt nur eine Stufe. Stattdessen kann man mit ihnen den Grad der Rekuperation einstellen. In der höchsten Stufe bremst das Fahrzeug bis zum Stand ab, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. So kann man den Vortrieb praktisch allein mit dem Gaspedal steuern. Das ist jedoch gewöhnungsbedürftig und nicht unbedingt komfortabel.

Beim Platz punktet der Nexo – schließlich ist das Modell mit 4,67 Metern deutlich größer als der Kona Elektro, der nur auf 4,18 Meter kommt. Vorn sitzt man in beiden Modellen komfortabel, hinten wird es im Kona sowohl für die Beine als auch für den Kopf deutlich enger. Der Kofferraum ist bei beiden Autos alltagstauglich. Die Technik braucht jedoch ihren Platz. Mit 332 Litern bietet der Kona Elektro rund 30 Liter weniger Platz als das reguläre Modell. Im Nexo ist mit 461 Litern deutlich mehr Platz – im Vergleich zum ähnlich großen Tucson fehlen aber auch mehr als 50 Liter.

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Der Kona Elektro ist für dieses Jahr bereits ausverkauft. Die 1.000 für den deutschen Markt geplanten Exemplare haben schon ihre Käufer gefunden. Im kommenden Jahr rechnet Hyundai mit 2.000 bis 3.000 verkauften Einheiten.

Auch für den Nexo gibt es bereits einige Interessenten. 200 Bestellungen hat der Importeur bislang erhalten. Hyundai rechnet in einem vollen Verkaufsjahr mit rund 1.000 Einheiten – unter der Voraussetzung, dass der Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur wie geplant voran geht.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«