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Fahrbericht Hyundai Tucson: Auf Konkurrenzjagd

| Autor: Jens Scheiner

Mit altem Namen, neuer Optik und vielen Assistenzsystemen will Hyundai mehr SUVs verkaufen. Wir haben den Tucson 2.0 CRDi in der Premiumausstattung getestet.

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Hyundai hat eine neue Generation des Tucson vorgestellt. Mit altem Namen, neuer Optik und jeder Menge Assistenzsystemen will der Hersteller mehr SUVs verkaufen.
Hyundai hat eine neue Generation des Tucson vorgestellt. Mit altem Namen, neuer Optik und jeder Menge Assistenzsystemen will der Hersteller mehr SUVs verkaufen.
(Foto: Hyundai)

Die neue Generation unter dem alten Namen Tucson soll den Koreaner noch näher an den neuen Tiguan von Volkswagen bringen. Hierfür haben die Designer und Ingenieure in Rüsselheim ordentlich am Fahrzeug getüftelt. Herausgekommen ist ein deutlich eckigeres und kantigeres Fahrzeug mit reichlich Assistenzsystemen und viel Platz. Besonders auffällig beim Tucson ist, wie bei allen neuen Hyundai-Modellen, der große Hexagonal-Kühlergrill. Er unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängern und soll der Front in mattem Silber oder Chrom eine „athletische Präsenz“ verleihen. Die Schwungvollen LED-Scheinwerfer sind bis tief in die Seitenpartie hineingezogen und gehen fließend in die sanft ansteigende Fensterlinie über. Die Seitenpartie ist gezeichnet von einer ebenfalls leicht steigenden, scharf verlaufenden Kante, die sich bis zu den Heckscheinwerfern durchzieht. Die leicht ansteigende Fensterlinie, die auffallende Kante und ein leicht abfallendes Dach vermitteln einen Hauch von Coupé. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die neuen Maße des Tucson: Mit 4,48 Meter ist er sieben Zentimeter länger, drei Zentimeter breiter (1,85 cm) und einen Zentimeter flacher (1,65 cm) als sein rundlicher Vorgänger. Die neuen Maße lassen das SUV sportlicher und dynamischer erscheinen.

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Geräumigerer Innenraum

Der Einstieg klappt dank der sich weit öffnenden Türen und der angenehmen Einstiegshöhe sehr bequem. Ebenfalls komfortabel ist das Platzangebot vorne und hinten. Die Designer haben den Radstand auf jetzt 2,67 Meter verlängert, was dem Platzangebot im Innenraum zugute kommt. Der Fußraum für Fahrer und Beifahrer wuchs um etwa 1,05 Meter und bietet neben genügend Beinfreiheit auch Unterschlupf für einen kleinen Vierbeiner. Im Fond haben selbst 1,90 Meter große Menschen ausreichend Platz, denn die Schulterbreite wuchs auf 1,41 Meter und die Kopffreiheit auf einen Meter. Ebenfalls zugelegt hat der Gepäckraum: Mit 513 Liter Ladevolumen ist er geräumiger als die Konkurrenz. Mit umgelegten Sitzen wächst die Kapazität auf 1.503 Liter. Öffnen lässt sich der Kofferraum elektrisch per Knopfdruck oder wenn man sich mit dem Fahrzeugschlüssel einige Meter hinter dem Fahrzeug befindet. Das ist sehr praktisch, wenn man mal wieder vergessen hat, sich einen Einkaufswagen zu holen und mit vollbepackten Einkaufstüten zum Fahrzeug läuft. Diesen Luxus gibt es allerdings nur in der Premium-Ausstattung. Insgesamt bieten die Koreaner den Tucson in vier Ausstattungslinien an: Classic, Trend, Style oder eben Premium. Die von uns getestete Premium-Version lässt fast keinen Wunsch offen. Der Innenraum ist sehr komfortabel ausgestattet. Die Materialien sind hochwertig und die Verarbeitung europäisch gut. Die bequemen Ledersitze bieten einen guten Seitenhalt und lassen sich sowohl beheizen als auch lüften. Die Fondpassagiere haben ebenfalls eine Sitzheizung. Auch das Lederlenkrad ist beheizbar und für ein angenehmes Raumgefühl ist eine Ambiente-Beleuchtung in den vorderen Türen vorhanden. Was uns im Angebot leider gefehlt hat, war ein Panoramaglasdach oder zumindest ein Schiebedach.

Aktive Motorhaube soll Leben retten

Alle Knöpfe und Schalter für die zusätzlichen Assistenzsysteme sind übersichtlich und leicht zugänglich angeordnet. Auch die Zahl der Sicherheitssysteme haben die Koreaner deutlich erhöht. Mit an Bord ist das Front Collision Warning System, das Auffahrunfälle vermeidet und vor querenden Fußgängern warnt. Das System aktiviert zusätzlich den autonomen Bremsassistenten, der sich automatisch einschaltet wenn der Fahrer nicht auf akustische und optische Signale reagiert. Das System arbeitet bis zu einer Geschwindigkeit von 180 km/h, Fußgänger erkennt es bis zu 70 km/h. Eine aktive Motorhaube soll Fußgänger im Falle einer Kollision gezielt schützen. Innerhalb von 20 Millisekunden hebt sich beim Aufprall die Motorhaube im hinteren Bereich um 60 Millimeter an. Außerdem mit an Bord ist ein automatischer Einparkassistent, Totwinkel-Assistent, Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistent. Das Infotainment-System hat ein Update bekommen. Der auf acht Zoll gewachsene Touchscreen-Monitor ist mit der jüngsten Navi-Generation ausgestattet und lässt sich problemlos mit dem Smartphone verbinden. Die Bedienung ist einfach und die Verkehrsdaten sind dank des „TomTom Live Service“ immer auf dem aktuellen Stand.

Überarbeitete Motorenpalette

Unter der Haube finden sich fünf Motoren, von denen vier mehr oder weniger aus dem Vorgänger ix35 sind. Allerdings erfüllen diese jetzt alle die Euro-6-Norm und sollen etwas sparsamer sein. Die fünf Varianten gibt es wahlweise in Kombination mit Front- oder Allradantrieb. Als Benziner stehen ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Saugmotor mit 99kW/135 PS und ein Turbo mit 130 kW/176 PS zur Auswahl. Beim Diesel gibt es drei Varianten: einen 1,7-Liter-Diesel mit 85 kW/115 PS sowie zwei 2,0-Liter-Diesel mit 100 kW/136 PS und 135 kW/185 PS. Neben einem Sechs-Gang-Handschalter gibt es den Tucson auch mit einem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Wir fuhren den 2,0 CRDi 4WD mit 136 kW/185 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe. Trotz des Gesamtgewichts von fast 1,7 Tonnen ging es recht flott voran: Der Tucson benötigt für den Sprint von 0 auf Tempo 100 9,9 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 201 km/h. Den angegebenen Verbrauch von 5,9 Litern auf 100 Kilometern konnten wir nicht erreichen – etwa acht Liter auf 100 Kilometer zeigte der Bordcomputer nach Testende an.

Trotz altem Namen ist es Hyundai mit neuer Optik und überarbeiteten Motoren gelungen, mit dem Tucson gefährlich nahe an die Konkurrenz heranzufahren. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt, Materialien, Verarbeitung und die Geräuschdämmung stimmen ebenfalls. Er bietet ausreichend Platz und ist mit aktueller Technik ausgerüstet. Der Preis für die Premium-Variante ist mit 37.000 Euro absolut gerechtfertigt, denn hier ist nahezu die komplette Ausstattungsliste enthalten.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE