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FKFS „Ich fasse den Begriff Antriebssystem weiter“

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Prof. Dr.-Ing. André Casal Kulzer tritt ab Oktober 2022 die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Michael Bargende an und wird somit Vorstand des FKFS. Zeitgleich wird er an der Universität Stuttgart Leiter des Lehrstuhls Fahrzeugantriebssysteme.

Prof. Dr.-Ing. Casal Kulzer vom FKFS.
Prof. Dr.-Ing. Casal Kulzer vom FKFS.
(Bild: Laessig/FKFS)

Herr Kulzer, was hat Sie beruflich besonders geprägt?

Vor über 20 Jahren durfte ich bei Professor Bargende meine Promotionsarbeit zum Direktstart von Verbrennungsmotoren beginnen, die von hoher Relevanz für den hybridisierten Betrieb war. Dabei habe ich außerordentlich viel lernen dürfen, von Simulations-, Analyse- und Messtechnikentwicklung bis zu Hybrid-Betriebsstrategien- und Softwareprogrammierung. Danach durfte ich in den Abteilungen zur Antriebsvorentwicklung der Firmen Bosch und Porsche arbeiten – viele Träume gingen in Erfüllung, unter anderem die Konzeption und Entwicklung der neuesten elektrifizierten Boxermotoren von Porsche. In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt, erlebt und mit vielen tollen Menschen zusammenarbeiten dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar! Die neue Aufgabe ist nun eine große Ehre für mich, da meine Neugierde auf Neues groß ist und mich die angewandte beziehungsweise industrienahe Forschung und das Unternehmertum schon immer begeistert haben. Daher habe ich mich von ganzem Herzen entschieden, diesen Schritt zu gehen!

Interessieren Sie sich auch privat für Motoren?

Mich mit Motoren und Antriebstechnik auseinanderzusetzen liegt mir sozusagen im Blut. Väterlicherseits stamme ich aus der bayrischen Motorenfabrikantenfamilie Kulzer. Meine Mutter ist die Tochter und Nichte der Firmengründer von Metalurgia Casal, dem damals größten portugiesischen Motorradhersteller. Mein Vater gehörte zu den ehemaligen Zündapp-Ingenieuren, die nach Portugal entsendet wurden, um ihr Know-how einzubringen. So lernten sich meine Eltern kennen. Und ich liebe Motorsport, seitdem mein Vater mich als kleinen Bub an die Rennstrecke mitnahm!

Und wie wurden Sie in die „FKFS-Familie“ aufgenommen?

Durch meine langjährige Verbindung zum FKFS habe ich über die ganzen Jahre Kontakt gehalten. Das hat mir jetzt sehr geholfen und der Einstieg fiel mir dadurch sehr leicht. Vom gesamten Kollegium wurde ich sehr positiv aufgenommen. Ich freue mich auf eine respektvolle und wertschätzende Zusammenarbeit, um das FKFS effizient in die Zukunft weiterzuentwickeln. Wie die Automobilindustrie transformiert sich zurzeit auch das FKFS, um sich auf die neuen Gegebenheiten und Herausforderungen einzustellen.

In welche Richtung wollen Sie das FKFS denn entwickeln?

Schon seit Jahren hat sich mein Vorgänger weg von der Beschäftigung mit den klassischen Verbrennungsmotoren hin zur breit aufgestellten Erforschung verschiedener Antriebssysteme bewegt. Im Fokus steht die systemische Optimierung aller Antriebssysteme: von Elektro-, Brennstoffzellen- und Hybridantrieben bis hin zu verbrennungsmotorischen Antrieben mit CO2-neutralen Kraftstoffen. Die verschiedenen Antriebsarten haben alle je nach Anwendungsfall ihre Stärken und Schwächen und es gibt dazu vielschichtige Meinungen.

Öffentlich wird darüber hitzig diskutiert, zum Teil sogar gestritten.

Es handelt sich um ein umkämpftes Feld, das macht es oft schwierig, sachlich darüber zu diskutieren. In der Zukunft möchte ich mit meinem Team die Forschung in diesem Bereich weiter vorantreiben. Dadurch können wir unseren Kunden einen großen Mehrwert und passgenaue Dienstleistungen bieten, die auf dem neuesten Stand der Forschung sind. Das FKFS ist ein Entwicklungspartner der internationalen Automobilindustrie und eine unabhängige Forschungseinrichtung zugleich. Durch die Nähe zur Universität Stuttgart haben wir Zugriff auf umfassendes Know-how. Diesen Nährboden nutzen wir, um bei konventionellen Themen ein verlässlicher Entwicklungspartner und bei den neuen Themen ein absoluter Vorreiter zu sein. Das ist mir sehr wichtig: die Zukunft des Automobils aktiv zu gestalten und an den Herausforderungen der künftigen Mobilität zu arbeiten.

Bei welchen Zukunftsthemen können Sie potenzielle Kunden unterstützen?

Am FKFS ist nahezu alles möglich, was Fahrzeuge und Mobilität betrifft. Mir geht es nicht nur um Antriebssysteme. Ich fasse diesen Begriff weiter. Es geht um die Betrachtung von Mobilität und wie wir diese umwelt- und sozialgerecht gestalten können.

Wie meinen Sie das?

Bei der Suche nach Lösungen für die Mobilität der Zukunft sollte man nicht nur auf eine Karte setzen, denn es gibt bei der Energiespeicherung verschiedene Möglichkeiten. Das sind zum Beispiel: Antriebssysteme basierend auf chemischen Batteriespeichern, Wasserstoff und erneuerbaren Kraftstoffen. Diese treiben reine oder hybride Antriebssysteme auf Basis von Elek­tromotoren, Brennstoffzellen und Verbrennungsmotoren an. Durch unsere breitgefächerten Kompetenzen können wir am FKFS ganz unterschiedliche Fragestellungen bearbeiten. Hierbei profitieren wir von unseren zahlreichen Prüfständen, unseren Mess-, Prüf- und Simulationsverfahren und unseren kompetenten Mitarbeitern. Das macht uns zu einem renommierten Entwicklungsdienstleister mit einer Gesamtfahrzeugkompetenz.

Womit können Sie sich vom Wettbewerb abheben?

Wir bieten bereichsübergreifende Projekte an, die in dieser Art einzigartig sind. Bei uns ist es beispielsweise möglich, einen experimentellen Versuch inklusive Akustik und virtueller Entwicklung durchführen zu lassen, das Ganze gepaart mit Data Science. Die Projekte können auf ganz unterschiedliche Anwendungsfälle angepasst werden, von der Elektromobilität über die Brennstoffzelle bis hin zu nachhaltigen Energieträgern wie Batterie, Wasserstoff und erneuerbaren Kraftstoffen. Potenzielle Kunden können also mit ganz unterschiedlichen Problemstellungen zu uns kommen. Wir versuchen dann einen maßgeschneiderten Lösungsweg aufzuzeigen. Probleme lösen ist eine unserer Kernkompetenzen!

Zur Person

André Casal Kulzer blickt auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn in der Automobilindustrie zurück. Nach seiner Promotion an der Universität Stuttgart im Jahr 2004 hatte er verschiedene Führungspositionen bei der Robert Bosch GmbH und der Porsche AG inne, zuletzt als Leiter Fach Leistungsentwicklung und Brennverfahren inklusive der Themen regenerative Kraftstoffe und elektrifizierte Antriebskonzepte.
2004 erhielt Kulzer den TR 100 Young Innovator Award des MIT Magazins „Technology Review“ als „one of the world’s top young innovators under 35“ und 2005 den ersten Preis des Stuttgarter Forums zum Thema „Verkehr und Umwelt“. Von 2006 bis 2010 war er eingeladener Assistenzprofessor im Department of Mechanical Engineering an der Universidade Aveiro in Portugal.

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