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Elektromobilität

Ifo-Studie bilanziert: E-Autos klimaschädlicher als Diesel

| Autor/ Redakteur: Holger Holzer/SP-X / Svenja Gelowicz

Das Elektroauto kann das Klima nicht retten, will eine Studie herausgefunden haben. Im ungünstigsten Fall erhöht es sogar den CO2-Ausstoß.

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E-Autos wie Teslas Model 3 sind nicht gut fürs Klima: Eine Studie des Münchener Ifo Instituts kommt zu dem Ergebnis.
E-Autos wie Teslas Model 3 sind nicht gut fürs Klima: Eine Studie des Münchener Ifo Instituts kommt zu dem Ergebnis.
( Bild: Tesla Motors )

Elektroautos gelten im Vergleich mit konventionellen Pkw als weniger klimaschädlich. Eine Studie des Münchner Ifo-Instituts widerspricht nun: Die Stromer belasteten das Klima im ungünstigsten Fall um bis zu 28 Prozent mehr als ein Dieselauto. Das nun veröffentlichte Papier vergleicht die CO2-Emissionen bei Betrieb und Produktion eines Tesla Model 3 mit denen eines ähnlich großen Mercedes C 220d mit Dieselmotor und kommt zu dem Ergebnis, dass das konventionelle Auto unterm Strich weniger Klimagas ausstößt.

Die Experten um den Ökonomen Hans-Werner Sinn kommen inklusive der Emissionen von Raffinerie und Transport auf einen Wert von 141 Gramm pro Kilometer. Der Elektro-Tesla hingegen stößt der Rechnung zufolge mit 156 bis 181 Gramm deutlich mehr CO2 pro Kilometer aus; berücksichtigt wurde neben den Emissionen bei der Herstellung des 75 kWh großen Akkus auch der CO2-Ausstoß beim Gewinnen des Fahrstroms.

Die Diskussion um den Antrieb der Zukunft

Die Wissenschaftler bezeichnen vor diesem Hintergrund die Einstufung des E-Autos als emissionsfrei als Täuschung. Das batteriebetriebene E-Auto werde in den nächsten Jahren schwerlich in der Lage sein, einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2-Emissionen zu leisten, heißt es in der Arbeit. Stattdessen sprechen sich die Experten für mit Erdgas oder Bio-Methan betriebene Fahrzeuge aus – entweder mit Verbrennungsmotoren oder als E-Autos mit Brennstoffzelle.

Die Ifo-Studie führt die teils hitzige Diskussion über Sinn oder Unsinn der Elektromobilität weiter, wird sie aber wohl nicht beenden können. Befürworter der Antriebstechnik dürfte sie kaum überzeugen. So ließe sich etwa die Frage stellen, ob das Ergebnis bei der Auswahl anderer Vergleichspärchen nicht stärker zugunsten des E-Mobils ausgefallen wäre. Etwa, wenn ein leistungs- und verbrauchsstärkerer Diesel der C-Klasse dem Tesla gegenübergestanden hätte; oder aber im Systemvergleich in der Klein- oder Kompaktwagenklasse mit ihren deutlich kleineren Akkus. Denn dass der je nach Variante fast 500 PS starke Tesla Model 3 kein Umweltschutzmobil ist, dürften auch bedingungslose E-Mobilitäts-Befürworter bestätigen.

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