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Fahrbericht Jeep Renegade: Der Abtrünnige

| Autor: Jens Scheiner

Mit dem Renegade wagt sich die amerikanische Off-Road-Marke unter italienischer Leitung in einen mehr oder weniger gesättigten Markt. Bleibt der kleine Jeep der „Abtrünnige“ unter den SUV´s oder übernimmt er die Marktführerschaft?

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Der neue Jeep Renegade will mit seiner kantigen Optik den Markt für SUV´s ordentich durcheinander bringen.
Der neue Jeep Renegade will mit seiner kantigen Optik den Markt für SUV´s ordentich durcheinander bringen.
(Foto: Wolfgang Sievernich)

Auffallen um jeden Preis lautet das Motto des neuen Jeep Renegade. Nicht umsonst trug unser Testfahrzeug die Farbe Omaha Orange. Aber nicht nur die Farbe, sondern auch seine kantige Optik machten den „Abtrünnigen“ zum Blickfang auf unseren Testfahrten in und rund um Würzburg.

Mit gerade einmal 4,26 Metern Länge ist der Renegade das kleinste Modell in der Jeep-Familie und muss sich in Europa mit einer starken und durchaus erfolgreichen Konkurrenz messen: Skoda Yeti, Opel Mokka, Mini Countryman sowie der Nissan Juke haben zwar einen Vorsprung auf dem Markt, aber der Renegade hat durchaus das Zeug seinen Wettstreitern Paroli zu bieten.

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Große Ähnlichkeit mit dem Wrangler

Die Optik mit der steilen Windschutzscheibe, den runden Leuchten und dem massiven Kühlergrill, mit den Jeep-typischen sieben Schlitzen, erinnert an den Ur-Jeep, den Wrangler. Deutlich macht das vor allem auch die kastenartige Karosserie, die großen Radkästen sowie die kleinen, rechteckigen Rückleuchten, mit dem an Benzinkanister erinnernden X-Motiv in der Mitte. Durch große Türen erreicht man bequem die komfortablen Sitze, die einem auch bei heftigerem Gewackel guten Seitenhalt bieten. Farblich abgesetzte Umrandungen der Luftdüsen und Lautsprecher sowie der Jeep-typische Haltegriff für den Beifahrer, spiegeln im Innenraum das Bewusstsein für Details wider. Auf den Fußmatten und im Schlüsselablagefach finden sich die Koordinaten des Rubicon Trails, welche aber erst bei genauem Hinsehen auffallen. Der Trail gilt als eine der härtesten Offroad-Strecken der Welt.

Ausreichend Platz

Das große Farbdisplay sowie die Instrumenteneinheit sind funktional und einfach zu bedienen. Der Renegade wirkt dank der Kopffreiheit sehr luftig und selbst Zwei-Meter-Riesen haben genügend Platz für Arme und Beine. Im Fond des Wagens geht es etwas enger zu und für Menschen mit 1,80 Metern Länge ist die Kniefreiheit doch sehr eingeschränkt. Das Ladevolumen von 351 Litern ist für den kleinen Kasten absolut in Ordnung, wobei nach Bedarf die Kapazität, durch Umklappen der bequemen Rücksitze, auf 1.297 Liter erweitert werden kann.

Durch die Produktion im Fiat-Werk Melfi gibt es im Vergleich zu andern Jeep-Modellen nicht nur optische Individualisierungsmöglichkeiten sondern auch noch sieben verschiedene Motorvarianten. Aber je individueller das Auto, desto größer die Rechnung. Der Einstiegspreis des Renegade mit dem 1,6 Liter-Standard-Benziner (81kW/110PS) liegt bei 19.990 Euro und hat lediglich einen Frontantrieb.

Durstiger als erwartet

Unser Testwagen war ein 2,0 Liter-Diesel mit einem Allradsystem, das bei Bedarf die Hinterachse zu 100 Prozent zuschaltet und per Knopfdruck (4WD-Lock) die Antriebskraft gleichmäßig auf beide Achsen verteilt. Dazu können noch vier verschiedene Modi (Auto, Sand, Matsch, Schnee) ausgewählt werden, die die Fahrt im unwegsamen Gelände zum Spaziergang erscheinen lassen. Der Fahrspaß hat allerdings mit 26.500 Euro seinen Preis. Bei entspannter Fahrweise sind wir dem angegebenen Normverbrauch von 5,1 Litern ziemlich nahe gekommen. Treibt man allerdings den Renegade an die Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h, steigt der Verbrauch locker um zwei bis drei Liter an.

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2.0l MultiJet Trailhawk

Wer einen kompakten SUV mit kantiger Optik und einfacher Technik sucht, ist beim Jeep Renegade genau richtig. Für einen echten Ausflug ins Gelände ist allerdings die 2.0l MultiJet Trailhawk Variante (125 kW/170PS) mit Neun-Gang-Automatik von ZF zu empfehlen. 21 Zentimeter Bodenfreiheit sowie Unterfahrschutz und erhöhter Böschungswinkel machen das Kraxeln im steilen Terrain zum Kinderspiel. Für diesen Spaß muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen, denn mit 31.900 Euro Einstiegspreis ist dieses Modell nicht unbedingt das günstigste seiner Klasse.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE