Wirtschaft

Jetzt offiziell: Daimler und Geely gründen Joint Venture für Smart

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Nun offiziell: Der Smart wird künftig eine Kooperation zwischen Daimler und Geely. Am 27. März haben An Conghui, President der Geely Holding, President und CEO der Geely Auto Group, Li Shufu, Chairman der Geely Holding, Daimler-Chef Dieter Zetsche und Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius (v. li.) den Vertrag unterzeichnet.
Nun offiziell: Der Smart wird künftig eine Kooperation zwischen Daimler und Geely. Am 27. März haben An Conghui, President der Geely Holding, President und CEO der Geely Auto Group, Li Shufu, Chairman der Geely Holding, Daimler-Chef Dieter Zetsche und Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius (v. li.) den Vertrag unterzeichnet. (Bild: Daimler)

Schon gestern (27. März) kursierte die Meldung, dass Daimler seine Kleinwagentochter Smart zum Teil an den chinesischen Hersteller Geely verkaufen will. Heute (28. März) ist es offiziell: Die OEMs gründen ein Gemeinschaftsunternehmen. Über die Zukunft von Smart im Reich der Mitte.

Der Stuttgarter Autohersteller Daimler und das chinesische E-Auto-Unternehmen Geely gründen Ende des laufenden Jahres ein paritätisches Joint Venture für den Smart. Gemeinsam wollen die Partner den bislang defizitären Kleinwagen verbessern: Die neue Generation soll rein elektrisch fahren und in einer neuen und eigens für den Smart gebauten Fabrik in China vom Band rollen. Der Marktstart, teilen die Unternehmen mit, ist für 2022 geplant. Zur Weiterentwicklung der Kleinwagenmarke gehört auch, dass das Smart-Produktportfolio in das wachstumsstarke B-Segment ausgeweitet werden soll.

Bericht: Daimler stellt den Smart auf den Prüfstand

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25.03.19 - Daimler muss sparen; auch weil die Entwicklung der Zukunftstechnologien derzeit viel Geld schluckt. Um Kosten zu senken, prüft der Hersteller laut einem Bericht gerade, ob der defizitäre Zweisitzer Smart eine Zukunft hat. Noch im laufenden Jahr soll eine Entscheidung fallen. lesen

Daimler bringt vor allem die Marke und auch das Konzept des Kleinwagens in das Gemeinschaftsunternehmen ein, Entwicklung und Produktion finden künftig bei Geely statt. Das Aussehen wird weiter von Mercedes-Benz-Designer Gorden Wagener stammen. Am bisherigen Smart-Produktionsort im französischen Hambach werden bis zur Markteinführung der neuen Modelle weiterhin Smarts gefertigt. Parallel wird dort die Produktion der Kompaktwagen von Daimlers neuer Elektromarke EQ aufgebaut. „Wir werden Technologien für Smart, auch im Bereich Konnektivität, weiterentwickeln, um in der Branche in Zeiten eines breiten Wandels auch künftig an der Spitze zu stehen“, sagte Geely-Chef Li Shufu.

Was mit den Daimler-Mitarbeitern passiert, bleibt offen

In Hambach arbeiten einem Sprecher zufolge rund 700 Menschen für Daimler. Hinzu kommen etwa 170 Beschäftigte in Vertrieb und Entwicklung bei Smart am Standort Böblingen. Wie viele Mitarbeiter das neue Joint Venture haben wird, ist bislang nicht bekannt. Mit einem solchen Schritt war gerechnet worden. Bei Daimler hieß es zuletzt, man spreche mit potenziellen neuen Partnern für den Smart. Bislang war der Kleinwagen in Kooperation mit Renault gefertigt worden. Daimler ist gerade dabei, den Kleinwagen weltweit komplett auf Elektroantrieb umzustellen.

Doch zuletzt ging der Absatz um 4,6 Prozent auf 128.802 Fahrzeuge zurück. Zum Start der Marke vor 20 Jahren war einmal das Ziel von 200.000 ausgegeben worden – so viele Autos könnten jährlich in Hambach entstehen. Daimler macht keine Angaben zu Umsatz und Gewinn, Experten wie die Analysten des Investmenthauses Evercore ISI zweifeln aber daran, dass der Bereich profitabel ist. Die Marke selbst hingegen gilt als durchaus wertvoll.

Geely und Daimler arbeiten schon bei Premium-Ridehailing zusammen

Der chinesische Autohersteller, zu dem schon Volvo gehört, war Anfang 2018 mit 9,7 Prozent bei Daimler eingestiegen. Im Oktober vereinbarten beide Seiten die Zusammenarbeit bei Fahrtenvermittlungen im Luxussegment in China. Auch dafür gründen die beiden Konzerne ein Gemeinschaftsunternehmen.

Mit Material von dpa

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