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Frimo Karosseriekomponenten mit Haihaut-Effekt

| Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Thomas Günnel

Was tun Haifischschuppen auf der Motorhaube? Sie sparen Kraftstoff. Der Werkzeug- und Anlagenspezialist Frimo zeigte auf der Messe „Composites Europe 2013“ in Stuttgart weltweit erstmalig Karosseriekomponenten aus PUR-Composites mit Haihaut-Effekt.

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Der Werkzeug- und Anlagenspezialist Frimo zeigte auf der Messe „Composites Europe 2013“ in Stuttgart weltweit erstmalig Karosseriekomponenten aus Pur-Composites mit Haihauteffekt. Deren Zweck: Kraftstoff sparen.
Der Werkzeug- und Anlagenspezialist Frimo zeigte auf der Messe „Composites Europe 2013“ in Stuttgart weltweit erstmalig Karosseriekomponenten aus Pur-Composites mit Haihauteffekt. Deren Zweck: Kraftstoff sparen.
(Foto: Frimo)

Der BMW Z4 auf dem Messestand von Frimo ist ein echter Hingucker. Edel mattschwarz präsentieren sich Motorhaube und Dachmodul des sportlichen Zweisitzers, der sonst in elegantem Metallic-Dunkelblau auftritt.

Beide Teile sind aus einem Polyurethan-Composite in Sandwichausführung gefertigt. Wer Hand auflegt, glaubt einen echten Hai zu berühren. Die feine Schuppenstruktur der Oberfläche fühlt sich an wie feines Schmirgelpapier. Tatsächlich wurde einst Haifischhaut als solches verwendet. Die Haut eines Mako-Hais, bekannt als schneller Schwimmer, diente als Originalvorlage für die bionische Oberfläche auf der Z4-Karosserie, die den Luftwiderstand und somit auch den Kraftstoffverbrauch reduziert. „Das große Interesse aus der Automotive-Branche zeigt uns, dass im Fahrzeugbau am Thema bionische Oberflächen intensiv gearbeitet wird“, erläutert Karl-Heinz Stelzl, Leiter Technologieentwicklung bei der Frimo Group. Elektroauto-Entwickler zeigen Interesse, aber auch Motorsport-Ingenieure und Konstrukteure von Hochleistungsfahrzeugen haben schon ihr Auge auf die schnellen Oberflächen geworfen.

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Regelmäßige Miniwirbel

Die Wettkampfschwimmer haben es den Fischen zuerst abgeschaut. In Schwimmanzügen, der Haut von Haien nachempfunden, gleiten sie leichter und damit schneller durchs Wasser. Das Prinzip funktioniert auch zu Lande. An glatten Oberflächen bilden sich im Wind wie im Wasser auf chaotische Weise große Wirbel und Druckunterschiede. Sie bremsen Schwimmer genauso wie Sportwagen. Auf der rauen Oberfläche dagegen entstehen regelmäßige Miniwirbel, die deutlich weniger Energie fressen. „Die zahnförmigen Plättchen der Haihaut verringern den Strömungswiderstand“, bestätigt Stelzl. Im Windkanal hat der „Street Shark“ seinen aerodynamischen Vorsprung schon unter Beweis gestellt: Durch den Einsatz der Haihaut-Motorhaube verringerte sich der Staudruck vor der Windschutzscheibe, wodurch sich der Cw-Wert verbesserte.

Langjährige Forschung mit Haihäuten

„Auf dem Gebiet der Haihäute wird seit vielen Jahren experimentiert“, berichtet Hans-Günter Bayer, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Frimo Group GmbH. Es brauchte einen „neuartigen Denkansatz“, sagt der Firmenchef, „um einen großserientauglichen Fertigungsprozess zu entwickeln, der mit geringen Innendrücken von unter zehn bar auskommt und den Einsatz von speziellen Werkzeugoberflächen erlaubt.“ Für die Motorhauben- und Dachfertigung des „Street Shark“ setzen die Frimo-Experten Keramikwerkzeuge ein.

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