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GTI-Rivale Kia Ceed GT – Der Solide entdeckt seine Emotionen

| Autor / Redakteur: Walther Wuttke/SP-X / Christian Otto

Kia und Sportlichkeit gingen bis jetzt noch nicht so richtig zusammen. Doch die Koreaner wollen mehr als nur grundsolide zu sein. Deshalb präsentieren sie nun zwei Ableger des Kompaktmodells Ceed, die den großen Konkurrenten aus Wolfsburg herausfordern könnten.

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Die koreanische Marke Kia will mehr als nur grundsolide zu sein. Deshalb präsentiert sie nun zwei sportliche Ableger des Kompaktmodells Ceed.
Die koreanische Marke Kia will mehr als nur grundsolide zu sein. Deshalb präsentiert sie nun zwei sportliche Ableger des Kompaktmodells Ceed.
(Foto: Kia)

Kia setzt auf Sportlichkeit. Bisher stand die Marke vor allem für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, sieben Jahre Garantie und grundsolide Modelle – für emotionale Elemente war da kein Raum, was sich in diesem Sommer deutlich ändert, wenn die beiden Modelle Ceed GT und Pro Ceed GT zu Preisen ab 22.990 Euro bei den Händlern stehen werden.

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Während sich der fünftürige Kia Ceed GT als Konkurrent für den Platzhirsch Golf GTI in die Reihe der Mitbewerber in diesem Segment einreiht, nimmt der dreitürige coupéartige Pro Ceed GT eher sportlich-kompakte Coupés wie den Scirocco ins Visier. Beide Modelle wurden vom Designteam um Peter Schreyer in Europa entworfen.

In der Tat können sich die Daten des Antriebs sehen lassen und versprechen Dynamik, Tempo und Fahrspaß: Der 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer entwickelt dank Turboaufladung 150 kW/204 PS und ein Drehmoment von 265 Nm, das zwischen 1.750 und 4.500 Umdrehungen anliegt. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h erreicht, und aus dem Stand beschleunigt Kias Sportler in 7,7 Sekunden auf 100 km/h: beeindruckende Eigenschaften für die Topversion des Kompaktmodells. Allerdings zeigt sich im Verkehr auf der Autobahn, dass die üblichen Verdächtigen auf der linken Spur den Koreaner noch nicht ernst nehmen. Doch das ging dem Golf GTI, Urahn aller sportlichen Kompaktmodelle, auch nicht anders, als er 1976 auf den Markt rollte.

Deutliche Abrollgeräusche

Der Kia Ceed gibt sich, wenn man will, erstaunlich zurückhaltend und lässt sich angenehm schaltfaul fahren. Selbst aus dem sechsten Gang heraus zeigt er seine Sprinteigenschaften und spurtet kraftvoll nach vorne. Dabei verzichtet der Ceed GT erfreulicherweise auf jeden Krawall und drückt Fahrer und Beifahrer höchstens in die bestens ausgeformten Sitze aus dem Hause Recaro.

Allerdings könnte das Fahrwerk durchaus noch etwas Feinschliff gebrauchen. Die Abrollgeräusche sind sehr deutlich ausgeprägt, und die akustische Belästigung passt nicht zu dem noblen Ambiente im Innenraum. Auch die Abstimmung des auf dem Nürburgring getesteten Fahrwerks benötigt noch etwas Verfeinerung, um ihm seine mitunter hoppelnde Gangart auszutreiben. Insgesamt 480 Runden absolvierte man zur Abstimmung auf der Nordschleife des Nürburgrings, heißt es bei Kia.

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