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Elektromobilität

Kleine Elektroplattform für VW kommt aus Spanien

| Autor/ Redakteur: ampnet/blb / Maximiliane Reichhardt

Auf seiner Bilanzpressekonferenz präsentierte Seat die Zahlen des vergangenen Jahres – das dritte Rekordergebnis in Folge. Außerdem soll der spanische Hersteller eine Elektroplattform für Volkswagen entwickeln – für Fahrzeuge unter 20.000 Euro.

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Jahrespressekonferenz in Martorell: Seats Vorstandsvorsitzender Luca de Meo und VW-Konzernchef Herbert Diess vor dem geplanten Elektroauto Seat El-Born.
Jahrespressekonferenz in Martorell: Seats Vorstandsvorsitzender Luca de Meo und VW-Konzernchef Herbert Diess vor dem geplanten Elektroauto Seat El-Born.
(Bild: Volkswagen)

Ein Rekordergebnis und die Aufgabe, eine neue E-Plattform zu entwickeln: Diese Nachrichten verkündete Seat heute auf seiner Bilanzpressekonferenz zum vergangenen Geschäftsjahr. Mit einem Umsatz von fast zehn Milliarden und einem Gewinn von 294 Millionen Euro war 2018 das beste Jahr in der Firmengeschichte der spanischen Volkswagen-Tochter. Erstmals war ein Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns auf einer Seat Bilanz-PK dabei: Herbert Diess lobte die Arbeit von Seat und sagte die Entwicklung einer neuen Plattform für ein Batterieauto in Spanien zu.

Seats E-Plattform soll im gesamten VW-Konzern genutzt werden

Seat soll eine Plattform entwickeln, die im gesamten Volkswagen Konzern genutzt werden kann. Das Konzept dieser Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB)-Plattform für Fahrzeuge mit einer Länge von circa vier Metern soll batterieelektrische Elektro-Autos mit einem Marktpreis unter 20.000 Euro ermöglichen. Mit der Entwicklung sollen mehr als 300 Ingenieure beschäftigt sein. Diess betonte: „Seat spielt eine neue Rolle im Konzern und hat mehr Zuständigkeiten und Verantwortung.“

Die Entwicklung der kleinen E-Plattform geschehe auch mit Blick auf die Tatsache, dass Seat konzernweit die jüngste Käufergruppe anspricht (im Schnitt zehn Jahre jünger) und die höchsten Werte bei der Kundenzufriedenheit vorweisen kann.

Das dritte Jahr in Folge ein Rekordergebnis

Im Stammwerk in Martorell, in der Nähe von Barcelona, trat Seat-Vorstandsvorsitzender Luca de Meo entsprechend gut gelaunt vor die Presse, um die Zahlen des vergangenen Jahres zu präsentieren. Das dritte Jahr in Folge konnte das Unternehmen ein Rekordergebnis einfahren. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2018 habe der Umsatz von Seat, nach spanischem Buchhaltungsprozedere ohne die Tochtergesellschaften, 9,991 Milliarden Euro betragen. Der Gewinn nach Steuern belaufe sich auf 294 Millionen Euro.

Der Verkaufsertrag pro Fahrzeug sei in den vergangenen fünf Jahren um gut 1.350 Euro auf nun 14.450 Euro gestiegen. Als Grund für diese Entwicklung nennt Seat die neue Modellpalette mit SUV-Fahrzeugen. Der größte Einzelmarkt für Seat ist weiterhin Deutschland mit 114.000 verkauften Einheiten. Weltweit seien 2018 exakt 517.627 Einheiten verkauft worden. Der Großteil davon, nämlich 474.300, wurde im Werk Martorell produziert. 2019 soll der Seat Tarraco in Wolfsburg produziert werden.

Bis 2020 will Seat sechs elektrifizierte Fahrzeuge einführen

Finanzvorstand Holger Kintscher hob hervor, das Kosteneffizienzprogramm spiele für das Rekordergebnis eine bedeutende Rolle. Für 2019 erwartet Kintscher erneut einen Umsatz um die zehn Milliarden Marke. Neben der zukünftigen E-Plattform sollen bis 2020 sechs elektrifizierte Fahrzeuge eingeführt werden: der Mii Electric, der neue Leon als Plug-in-Hybrid (PHEV), der vollelektrische El-Born auf Basis der MEB-Plattform sowie der Cupra Leon und der Formentor als PHEV.

Seat will sich in Südamerika (Chile und Kolumbien) und in China etablieren. Besonders China und das dortige Forschungs- und Entwicklungszentrum sieht de Meo als „eine historische Chance“. In Nordafrika haben die Spanier für den Konzern gegenwärtig eine Vorreiterrolle übernommen.

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