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Coronakrise Kommentar: Medizingeräte statt Autos

| Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Sven Prawitz

Die Industrie solle das Gesundheitssystem unterstützen, fordert ein Leser. Erste Beispiele gibt es bereits. Claus-Peter Köth, Chefredakteur von »Automobil Industrie«, möchte von Ihren kreativen Ideen erfahren!

Mailen Sie uns Ihre kreativen Ideen, wie die Industrie den Gesundheitssektor in der Coronakrise unterstützen kann, Claus-Peter Köth, Chefredakteur von »Automobil Industrie«.
Mailen Sie uns Ihre kreativen Ideen, wie die Industrie den Gesundheitssektor in der Coronakrise unterstützen kann, Claus-Peter Köth, Chefredakteur von »Automobil Industrie«.
(Bild: Stefan Bausewein)

Vergangene Woche habe ich eine E-Mail bekommen, worin sich der Absender über das wenig proaktive Handeln der deutschen (Automobil)Industrie im Zusammenhang mit der Corona-Krise verwundert zeigte. Er vermisse kreative Ansätze, um unsere Gesellschaft in dieser schwierigen Situation voranzubringen. Als Beispiel nannte er den französischen Luxusgüterhersteller „LVMH“ und die amerikanische Destillerie „Eight Oaks Farm Distillery“, die ihre Produktionslinien auf Desinfektionsmittel umstellen.

Hilfe aus der Automobilindustrie

Richtig ist, während die deutschen Konzerne noch mit dem Krisenmanagement beschäftigt waren, preschten die US-Autobauer schon mal vor: GM, Ford und Tesla etwa boten der Politik ihre Hilfe bei der Produktion von medizinischen Geräten an. Aber es gab auch Beispiele für schnell handelnde deutsche Unternehmen: ZF etwa produziert laut „Handelsblatt“ in China schon seit Anfang März Atemschutzmasken und BASF stellt seit einigen Tagen kostenlos Handdesinfektionsmittel für die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz her. Mittlerweile kommen täglich neue (deutsche) Aktivitäten dazu: Mercedes-Benz etwa will mit seiner globalen Social-Media-Reichweite von über 50 Millionen Followern helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, Volkswagen das Gesundheitssystem unterstützen – unter anderem mit Temperaturmess- und Diagnosegeräten. Und viele Zulieferer stellen mittels 3-D-Druck dringend benötigte Teile her.

„Jede kleine Maßnahme hilft“, appelliert unser eingangs genannter Leser. Die Branche könne etwa Testkapazitäten und Reinräume bereitstellen, intensivmedizinische Geräte oder Plexiglaswände fertigen. Ich freue mich auf Ihre kreativen Ideen, die allesamt mithelfen, die Coronakrise so gut es geht zu überwinden. Und gleichzeitig der Automobilindustrie wieder eine etwas bessere Reputation verschaffen. Schreiben Sie mir: claus-peter.koeth@vogel.de.

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