Fehlzeiten Krankenstand bei Zulieferern auf Höchststand

Von Thomas Günnel 1 min Lesedauer

Der Krankenstand bei Zulieferern in Deutschland ist auf einem Höchststand. Vor allem psychisch bedingte Fehlzeiten nehmen zu.

Der Krankenstand bei Zulieferern ist laut der AOK auf einem Höchststand.(Bild:  Bosch)
Der Krankenstand bei Zulieferern ist laut der AOK auf einem Höchststand.
(Bild: Bosch)

Der Krankenstand bei deutschen Automobilzulieferern steigt seit mehreren Jahren und ist laut der Krankenkasse AOK auf einem Höchststand von 8,94 Prozent. Das heißt: An jedem Tag fallen knapp neun von 100 Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz aus.

Laut der AOK dürfte die tatsächliche Zahl noch höher liegen, in die Statistik fließen ausschließlich ärztlich bescheinigte Fehlzeiten ein. Kurzfristige Ausfälle ohne Attest bleiben unberücksichtigt. Die Krankenkasse vergleicht: Im Jahr 2024 lag der Krankenstand bei 8,61 Prozent, 2023 bei 8,36 Prozent und 2016 bei 6,82 Prozent.

Deutlicher Anstieg psychisch bedingter Fehlzeiten

„Besonders auffällig ist in dieser Branche die Zunahme psychisch bedingter Fehlzeiten. Sie ist vor dem Hintergrund der strukturellen Transformation, von Restrukturierungsmaßnahmen sowie eines hohen Wettbewerbs- und Kostendrucks zu sehen“, erklärt Merit Kirch, Geschäftsführerin des BGF-Instituts, das die zugrunde liegenden Daten ausgewertet hat.

.Im Durchschnitt fällt inzwischen jede beziehungsweise jeder Beschäftigte der Zulieferbranche rund 6,6 Kalendertage pro Jahr aufgrund psychischer Erkrankungen aus. Im Jahr 2017 lag dieser Wert mit etwa 3,2 Tagen noch bei etwa der Hälfte. „Es ist davon auszugehen“, sagt Kirch, „dass Maßnahmen wie Standortschließungen oder Personalabbau Zukunftsängste verstärken und die psychische Belastung weiter erhöhen.“

Branchenübergreifend rückläufiger Krankenstand

Branchenübergreifend ist der Krankenstand im Jahr 2025 erstmals seit mehreren Jahren wieder gesunken, zeigen die Zahlen der AOK Rheinland/Hamburg. Insgesamt lag der Krankenstand der Versicherten bei 7,01 Prozent – und damit fast zwei Prozentpunkte unter dem Wert der Autozulieferbranche.

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