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Klassische Fahrzeuge Loryc: Elektrische Wiederauferstehung?

| Autor / Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

Loryc? Nie gehört. So ging es auch dem deutschen Auswanderer Charly Bosch, als er auf Mallorca einen Oldtimer suchte. Mittlerweile hat er ein Auto und die Markenrechte gekauft und plant die Wiederbelebung mit einem elektrischen Retro-Roadster.

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Die Automobilmarke Loryc existierte nur fünf Jahre. Jetzt könnte die Marke wieder auferstehen: mit einem elektrischen Retro-Roadster.
Die Automobilmarke Loryc existierte nur fünf Jahre. Jetzt könnte die Marke wieder auferstehen: mit einem elektrischen Retro-Roadster.
(Foto: Benjamin Bessinger/SP-X)

Was macht man, wenn einem die 612 PS eines Porsche Carrera GT nicht mehr genug sind? Ein noch stärkeres, noch schnelleres Auto kaufen, nur um sich damit nach ein paar Jahren wieder zu langweilen? Auf dieses Wettrüsten hatte Charly Bosch irgendwann keine Lust mehr. Als der deutsche Auswanderer von zwei Jahren von Teneriffa nach Mallorca umsiedelte, hat er deshalb einen scharfen Schnitt gemacht und radikal entschleunigt. Statt mit dem Porsche wollte er fortan mit einem Oldtimer fahren, und zwar mit einem, bei dem Tempo nun wirklich keine Rolle mehr spielt.

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Nur knapp 100 Fahrzeuge

„Als erstes habe ich an ein Ford Modell T gedacht, das ist so schwach und langsam, dass man gar nicht in die Versuchung kommt, das Tempo wieder anzuziehen“, erzählt er in seinem schwäbischen Dialekt. Doch während er bei seiner Recherche in Spanien partout keine passende Tin-Lizzy finden konnte, ist er über ein anderes Auto gestolpert: einen Loryc. Dass er von der Marke vorher noch nie etwas gehört hatte, ist kein Wunder. Denn außer auf Mallorca kennt kaum jemand die 1920 gegründete Firma. Und auch dort hat man sie schon fast wieder vergessen. Denn erstens hat Loryc bereits 1925 wieder pleite gemacht, und zweitens hat die Firma kaum mehr als 100 Autos gebaut, von denen nach Boschs Recherchen nicht einmal ein Dutzend überlebt haben.

All das war ihm damals allerdings noch egal. Er hatte sich einfach in den Wagen verguckt und so lange mit den störrischen Besitzern verhandelt, bis er sich als dritter Eigentümer in den Fahrzeugschein eintragen durfte. „Am Ende hat wohl den Ausschlag gegeben, dass der Wagen mit mir auf der Insel bleiben sollte und nicht in irgend einer Sammlung im Ausland verschwinden würde“, erinnert sich der Unternehmer.

Umbau zum Elektro-Oldtimer

Viel Freude hatte er an dem Oldtimer anfangs allerdings nicht. Denn kaum war Bosch damit ein paar Kilometer unterwegs, zerriss es ihm den antiken Vierzylinder. Und nachdem das in den ersten 200 Kilometern gleich nochmal passiert war, hatte er genug von der alten Technik. Deshalb baute er kurzerhand einen Elektromotor ein. Obwohl nicht verwandt oder verschwägert mit dem schwäbischen Technologie-Konzern gleichen Namens, kennt sich Bosch damit einfach besser aus als mit Verbrennern, hat auf diesem Sektor ein paar Erfindungen gemacht, die ihm sein Auskommen sichern, und deshalb auch nicht lange für den Umbau gebraucht. „Vier Tage und Nächte stand ich in der Werkstatt, dann war der Loryc bereit für seine elektrische Jungfernfahrt“, erzählt Bosch und bekommt schon leuchtende Augen, wenn er nur daran denkt. Nicht umsonst währte die erste Fahrt damals gleich 84 Kilometer: „Ich war so begeistert, dass ich gefahren bin, bis die Akkus leer waren“.

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