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60 Jahre Automobil Industrie Mahle: 100 Jahre Kolben und Antriebsstrang

| Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy und Hartmut Hammer / Claus-Peter Köth

Mahle ist gleich Kolben. Diese Gleichung gilt seit fast 100 Jahren. Mit den Jahren hat sich das Unternehmen zu einem der weltweit größten Systemanbieter rund um den Antriebsstrang, dessen Thermomanagement und die Klimatisierung entwickelt.

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Seit fast 100 Jahren gilt: Mahle ist gleich Kolben. Inzwischen hat sich das Unternehmen weiterentwickelt und ist einer der weltweit größten Systemanbieter rund um den Antriebsstrang, dessen Thermomanagement und die Klimatisierung.
Seit fast 100 Jahren gilt: Mahle ist gleich Kolben. Inzwischen hat sich das Unternehmen weiterentwickelt und ist einer der weltweit größten Systemanbieter rund um den Antriebsstrang, dessen Thermomanagement und die Klimatisierung.
(Foto: Mahle )

Ohne die Siegermächte des Ersten Weltkriegs wäre Mahle vielleicht nie entstanden. Denn die Alliierten hatten Deutschland den Bau von Flugzeugen verboten. Was wiederum den früheren Piloten und Ingenieur Hellmuth Hirth 1920 dazu bewog, seine Erfahrungen im Motorenbau einzusetzen. Die Anfänge in der turbulenten Nachkriegszeit waren schwierig, sodass Hirth schon nach kurzer Zeit einen jungen Kaufmann einstellte, der Struktur ins Unternehmen bringen sollte. Sein Name: Hermann Mahle. 1920 gilt deshalb als das Geburtsjahr von Mahle.

Produktion von Leichtmetallkolben

Neben Motorenversuchen startete das Unternehmen die Produktion von Leichtmetallkolben für Verbrennungsmotoren. Nach einem Intermezzo, in dem es auf den Werkstoff Elektron – eine Magnesiumlegierung – setzte, wandte sich das inzwischen in „Elektronmetall GmbH Stuttgart-Cannstatt“ umbenannte Unternehmen ab 1927 endgültig der Fertigung von Aluminiumkolben zu. Zu diesem Zeitpunkt waren Hermann Mahle und sein 1922 eingetretener Bruder Ernst Mahle bereits zu Geschäftsführern mit umfangreichen Vollmachten ernannt worden.

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Durchbruch mit Ringträgerkolben aus Aluminium

Im Jahr 1931 gelang Ernst Mahle ein großer Wurf: der Ringträgerkolben aus Aluminium. Bei ihm ist im oberen Teil ein Ring aus Grauguss oder einer anderen wärmeharten Legierung eingegossen. Auf diese Weise konnte Ernst Mahle die Vorteile der verschleißfesten ersten Ringnut des Graugusskolbens auf Leichtmetallkolben übertragen und so die bisher unzureichende Dichtigkeit und den damit verbundenen frühzeitigen Verschleiß erheblich vermindern – insbesondere bei Dieselmotoren. Parallel dazu legten die Mahle-Brüder mit der Entwicklung und Fertigung von Luft-, Öl- und Kraftstofffiltern sowie Ansaugschalldämpfern auch die Saat für das heutige Gesamtmotor-Systemverständnis.

Bilanzen und das Gemeinwohl

Hermann und Ernst Mahle waren so erfolgreich, dass sie 1932 im Zuge eines Management-Buy-Out die Elektronmetall GmbH Stuttgart-Cannstatt vom Vorbesitzer übernahmen. Ab 1938 trug die Mahle KG dann den Namen ihrer Besitzer, die mit unternehmerischem Weitblick nicht nur auf Bilanzen, sondern auch auf das Gemeinwohl achteten. Bekannte Beispiele dafür sind der 1935 gegründete Rentenverein, die gemeinnützige Mahle Siedlung GmbH (ab 1937) sowie die 1975 eingeweihte Filderklinik. Diese Geisteshaltung von Hermann und Ernst Mahle zeigte sich auch in den sechziger Jahren, als sie ihre Nachfolgeregelung trafen. Die beiden brachten ihre Unternehmensanteile 1964 fast komplett in die gemeinnützige Mahle-Stiftung ein. Die Stimmrechte wurden auf die Mahle-Beteiligungsgesellschaft übertragen.

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